Kernspintomographie beim Pferd

Interview zur Magnetresonanz-Therapie: Tierärztin Dr. Anja Schütte von der Klinik Aschheim setzt den MRT seit Mai 2011 bei Pferden ein.
Foto: Schütte Kernspintomographie beim Pferd

Für das Bild vom Bein ist das Pferd in Narkose.

CAVALLO: Was ist mit einem Magnetresonanztomograph (MRT) möglich?
Mit der Kernspintomographie können Organe, Knochen, Knorpel und Sehnen dargestellt werden, ohne dass der Tierarzt das Skalpell in die Hand nehmen muss, beispielsweise bei einer Knieuntersuchung. Ein weiterer Vorteil: Kleinste Sehnendefekte oder Verklebungen und Schleimbeutel können mit einem MRT genauer beurteilt werden als per Ultraschall. Bei Ponys und Fohlen kann der Tierarzt mit Magnetfeldern und Radiowellen sogar den Brust- und Bauchbereich untersuchen.

CAVALLO: Was ist das Besondere an ihrem neuen Gerät?
Dieser MRT ist einzigartig in Deutschland, weil es sich um einen offenen, drehbaren Magneten handelt. Mit einem Schiffsmotor können wir das tonnenschwere Gerät bewegen und so ausrichten, dass wir die betroffene Körperstelle bestmöglich untersuchen können.

CAVALLO: Wie läuft die Untersuchung ab?
Das Pferd wird narkotisiert und auf den antimagnetischen OP-Tisch gelegt. Danach platzieren wir den betroffenen Körperteil im Magneten. Der Anästhesist kann die ganze Zeit beim Patienten bleiben, weil keine schädlichen Strahlen gesendet werden. Danach wird das Pferd in eine weich gepolsterte Aufwachbox gebracht.

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20.03.2011
Autor: Redaktion Cavallo
© CAVALLO
Ausgabe 03/2011