Älteste Zahnbehandlung von Pferden ist 3000 Jahre alt

Foto: Rädlein Was bedeutet Gähnen beim Pferd?
Ein internationales Forscherteam vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena hat die bislang ältesten Belege für Zahnbehandlungen von Pferden entdeckt. Das Team untersuchte Skelettreste von Pferden aus der Zeit von 1300 bis 700 vor Christus und stellte fest, dass schon damals Zähne chirurgisch entfernt wurden.

Heute empfehlen Pferdemediziner einmal im Jahr das Pferdegebiss zu kontrollieren und behandeln. Zahnbehandlungen sind bei Pferden aber keineswegs eine neumodische Erscheinung. Ein internationales Forschungsteam um William Taylor vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena hat herausgefunden, dass die Hirten der Hirschstein-Khirigsuur-Kultur um rund 1150 vor Christus ihre Pferde bereits zahnmedizinisch behandelten und mit chirurgischen Eingriffen Zähne entfernten.

In früheren Studien hatten Forscher entdeckt, dass diese Hirten möglicherweise die ersten im Osten Eurasiens waren, die Pferde als Reittiere nutzen. William Taylor vertritt die Meinung, dass die Entwicklung des Reitens und der Pferdeweidehaltung ein Schlüsselfaktor für die Entwicklung tierärztlicher Praktiken war. „Man betrachtet die Tiermedizin oft eher als eine westliche Wissenschaft“, sagt er. „Aber die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass das umfassende Wissen über die Anatomie von Pferden und die Tradition der Tierpflege nicht in den sesshaften Zivilisationen Chinas oder des Mittelmeerraumes entstanden, sondern Jahrhunderte zuvor bei den Nomadenvölkern, deren Lebensunterhalt entscheidend vom Wohlergehen ihrer Pferde abhing.“

Das Forscherteam fand zudem heraus, dass die Zahnheilkunde für Pferd parallel zur Entdeckung von Trensen und Gebissen. Damals nutzen die Reiter Bronze- und Eisenmundstücke, um ihre Pferde leichter dirigieren zu können.

Hier finden Sie die ausführliche Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft.

Wenn die Schneidezähne raus müssen: EOTRH

04.07.2018
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO