Bertrand Triguer – Stuntman und Equichute-Erfinder ist tot

Foto: Claussen Bertrand Triguer
Am Donnerstag den 15.11.2018 starb der französische Stuntreiter und Pferdeausbilder Bertrand Triguer nach schwerer Krankheit im Alter von 60 Jahren.

Dass er Stuntman werden und reiten wollte, wusste Triguer schon im Alter von acht Jahren, als er den Film Zorro im Kino sah. Fortan war er ein begeisterter Fan des Zirkus und war sich sicher, etwas mit Pferden machen zu wollen. So lernte er sein Handwerk von und arbeitete zehn Jahre mit dem berühmten französischen Pferde-Stuntman Mario Luraschi an diversen Film-Sets. Hier doubelte er in einer langen Liste von Filmen große Stars wie Nick Nolte und Leonardo di Caprio und sorgte dafür, dass beispielsweise Pierre Brice alias Winnetous Reitkünste in schwierigen Situationen besonders positiv auffielen.

Pferde aller Rassen begeisterten Triguer. Ganz besonders hatten es ihm aber die iberischen Rassen und französische Traber angetan. Einen speziellen Platz in seinem Herzen eroberte der Berberhengst Don Quichote. Der wollte partout nicht geritten werden. Das akzeptierte Triguer und entdeckte stattdessen das Talent des stolzen schwarzen Hengstes für die Freiheitsdressur.

In Deutschland war Triguer seit 2012 vor allem durch sein Unfall-Präventions-Konzept „Equichute“ (Equi= Pferd; chute= Sturz) bekannt. Als Stuntman fiel ihm auf, dass es im Reitsport Unfälle gab, deren tödlicher Ausgang mit dem richtigen Training vermeidbar gewesen wäre. Er entwickelte kurzerhand ein Gerät, das den Über-Kopf-Sturz vom Pferd simuliert. Mit diesem Sturzsimulator und einem speziellen dazugehörigen Training konnte der Reiter nun lernen, wie er sich im Fall der Fälle schnellstmöglich aus der Gefahrenzone rund um das Pferd herausbringt.

Angstbewältigung, vorausschauendes Handeln und ein Lernprozess, der den Reiter dazu befähigt, den eigenen Körper auch in einer Stresssituation selbst zu bewegen, anstatt sich einfach nur werfen zu lassen standen dabei im Fokus jedes „Equichute“-Seminars. „Die meisten Menschen erstarren im Moment des Sturzes. Sie werden handlungsunfähig. Mit Hilfe meines Trainings und des Sturzsimulators, bringe ich ihnen bei, die richtigen Verhaltensweisen zu verinnerlichen. Wir müssen den Sturz „entmonstern“, ihn zu etwas Alltäglichem und Normalem werden lassen,“ erklärte er 2011 im Interview mit der CAVALLO.

Tatsächlich schaffte Triguer es, auch die französische reiterliche Vereinigung FFE und den Weltreiterverband FEI für sein Konzept zu begeistern. Im Jahr 2010 gewann Triguer mit seinem Sturzsimulator den Innovationspreis des Salon du cheval in Paris. In Deutschland fand 2012 ein Equichute-Seminar bei Köln statt, über das CAVALLO damals berichtete.

Porträt über Bertrand Triguer

Sturzkurs mit Betrand Triguer

26.11.2018
Autor: Pressemitteilung
© CAVALLO