Interview des Monats

"Übers Eindecken fehlt viel Wissen"

Foto: Rädlein Ein "eingedecktes" Pferd
Eine Studie zeigt: Viele Pferdebesitzer wissen beim Eindecken und Scheren nicht, was sie tun. Studienleiterin Elke Hartmann nennt die Knackpunkte.

CAVALLO: Wie lief die Studie ab?
Elke Hartmann: Wir haben rund 4000 schwedische und 2000 norwegische Pferdebesitzer und Reiter in einem Onlinefragebogen zu ihrem Verhalten beim Eindecken und Scheren befragt. Dabei fragten wir auch nach ihrer Zustimmung zu wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Wo mangelte es an Wissen? Auffällig war, dass nur etwa die Hälfte der Befragten den wissenschaftlich erwiesenen Tatsachen zustimmte, dass geschorene Pferde Wärme besser abbauen können und dass Eindecken direkt nach dem Reiten die Erholungszeit verlängert. Dabei werden Pferde die Hitze im Körper erwiesenermaßen langsamer los, wenn man direkt nach dem Reiten eine wärmende Decke auflegt. Reiter sollten damit lieber eine halbe bis ganze Stunde warten.

Wann und warum decken Reiter ein? Rund 89 Prozent der befragten Reiter decken ihre Pferde ein, wenn sie bei Regen, Wind oder Kälte nach draußen kommen. Besser wäre es, die Haltungsbedingungen zu verbessern und etwa für Windschutz zu sorgen. Rund 20 Prozent wollen ihr Pferd durch Eindecken auch sauberhalten. Dadurch behindern sie aber die natürliche Körperpflege des Pferds.

Was ist das größte Missverständnis beim Eindecken? Die Vermenschlichung! Reiter denken: Wenn ich friere, friert auch mein Pferd. Viele unterschätzen die Fähigkeit von Pferden, sich an Temperaturunterschiede anzupassen.

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22.11.2017
Autor: Redaktion CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 12/2017