Seltene Mischung: Was macht ein Zorse aus?

Zorse Zuri - halb Zebra, halb Pferd

Foto: Carina Terhorst Zorse Zuri

Fotostrecke

Zuris Mutter ist eine Pferdestute, ihr Vater ein Zebrahengst. Diese ungewöhnliche Mischung gibt es selten und sie ist ein Fall für Profis.

Braunes Fell wie ein Pferd, Streifen wie ein Zebra – so sieht Zuri aus. Sie ist eine seltene Mischung aus Pferd und Zebra, ein Zorse. „Meines Wissens gibt es in Deutschland vier Zorses“, sagt Carina Terhorst, Besitzerin von Zuri. Die 27-jährige aus Nordrhein-Westfalen träumte schon länger von einem Zorse. „Ich bin jemand, der sich seine Träume erfüllt“, sagt sie. Was nach einer Spontan-Aktion klingt, war von langer Hand geplant und gut überlegt. Denn: Zorses sind deutlich schwerer zu erziehen als Pferde. Zähmt man sie nicht schon als Jungtiere, wird es quasi unmöglich sie später zu händeln.

Diese Erfahrung machte der bekannte bayrische Pferdetrainer Mike Geitner mit seiner Zebra-Pony-Stute Zesel, die in einer CAVALLO-Serie im Jahr 2002 jeden Monat für neue, wilde Geschichten sorgte (Hier finden Sie ausgewählte Folgen von Zesel). Zesel ging durch mehrere Hände, bevor sie zu Mike Geitner kam und benahm sich wie eine schwererziehbare Jugendliche. Zesel starb Anfang Mai an Altersschwäche und blieb bis zum Schluss kaum zähmbar.

Carina Terhorst hat ihre Zorse-Stute Zuri aus dem Ausland importiert. Um Zuri gleich an Menschen und den Umgang mit ihnen zu gewöhnen, zog das junge Zorse bereits im Alter von 3 Monaten zusammen mit der Mutter auf Carina Terhorsts Waterhill Ranch ein und lernte das Fohlen-ABC kennen. Die Besitzerin beschäftigt sich seither viel mit dem Training von Zorses und steht in engem Kontakt mit Zorse-Trainern aus dem Ausland. Die Mischung aus Zebra und Pferd kann nämlich ganz schön schwierig werden. Zebras verhalten sich im Gegensatz zu Pferden, die schon lange domestiziert wurden, wie Wildtiere. Auf Druck reagieren sie mit Gegendruck und ohne Kontakt zum Menschen bleiben sie misstrauisch und scheu. Während Pferde bei Gefahr flüchten, beobachten Zebras länger und verteidigen sich bei Bedarf mit ihren Hufen.

Zuri ist inzwischen ein Jahr und drei Monate alt. Ihre Hufe sind ihr heilig und sie zu geben oder gar auszuschneiden ist eine Herausforderung für ein Zorse. Regelmäßig kommt der Hufschmied – nicht etwa zum Hufe bearbeiten, sondern zum Üben. Zuri hat schon viel gelernt: Sie ist halfterführig, lässt sich longieren und lernt kleine Kunststücke. Falls Zuri groß genug wird, möchte Carina Terhorst sie einreiten oder einfahren. „Ich möchte das mit ihr machen, was sie anbietet“, sagt die Hobbytrainerin. Zuris Mutter ist eine Welsh-Araber-Stute, die 1,33 Meter groß ist. Ihr Vater ist 1,25 Meter groß. Ob Zuri jemals reitbar wird? CAVALLO wird weiter berichten.

Fotos und Fakten zu Zuri und Zorses lesen Sie in der Fotostrecke.

Wer noch mehr über Zuri erfahren möchte, hier ist ihr Facebook-Auftritt.

20.09.2017
Autor: Cathrin Flößer
© CAVALLO