Kotwasser – Tipps & Service für Pferdebesitzer

Es läuft und läuft und ...

Haben Pferde Kotwasser, spielt ihre Verdauung verrückt. Futter-Experimente nutzen da wenig, wohl aber Ursachenforschung nach Plan. Den finden Sie hier.

Mein Pferd leidet unter Kotwasser - Zum Erfahrungsaustausch im Forum

Foto: Arturo Rivas Kotwasser

Besitzer, deren Pferde unter Kotwasser leiden, müssen täglich die braune Brühe von den Hinterbeinen waschen.

Acht Monate lang sickerte aus Lovis‘ Hinterteil eine eklige braune Brühe. Besitzerin Svenja Glaser war verzweifelt – ihre einjährige Freibergerstute litt unter Kotwasser. Das ist eine Verdauungsstörung, bei der die Pferde zwar normal äpfeln, vorher oder nachher jedoch braunes Wasser die Beine hinunterrinnt. Bislang ist nicht klar, was dagegen hilft. Eine neue Studie der Tierärztlichen Fakultät an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) in München trägt nun dazu bei, die Entstehung der braunen Brühe besser zu verstehen.

Doch was ist Kotwasser? Mit Durchfall ist es nicht zu vergleichen. „Bei Kotwasser haben die Pferdeäpfel einen normalen Trockensub­stanzgehalt“, erklärt Dr. Ingrid Vervuert von der Universität Leipzig, wo zurzeit eine Dissertation über die Zusammensetzung des ­Kotwassers läuft. „Kotwasser ist nicht gebundenes Wasser mit löslichen Nährstoffen und freien Fettsäuren darin.“ Auf den ersten Blick beeinträchtigt es die Pferde nicht – anders als ihren Besitzer – der muss die hässlichen Streifen entfernen.

Nimmt das Kotwasser überhand, kann es die Haut reizen. Eine Unterversorgung mit Nährstoffen ent-steht eher selten. „Je nachdem, wo es im Darm mit dem Kotwasser hapert, kann die Phosphor oder Kalzium- und Magnesiumaufnahme eingeschränkt sein“, sagt Dr. Dorothe Meyer von der Futtermittelfirma Iwest aus Hohenpeißenberg in Bayern. „Symptome gibt es kaum, weil zum Beispiel der Kalziumspeicher sehr groß ist.“ Kritisch wird es laut Dr. Meyer bei Fohlen und Mutterstuten, da Fohlen das Kalzium zum Wachsen benötigen. „Gerade Fohlen haben oft Kotwasser aufgrund von Magengeschwüren.“

22.10.2016
Autor: Kristina Glaser
© CAVALLO