Kräuter als Pferdefutter: Welche Mischung hält Pferde fit und gesund?

Klebkraut erleichtert Fellwechsel

Kräuter im Pferdetrog sollen bei vielen Pferdekrankheiten helfen. Doch welche Mischungen sind sinnvoll – und wann wird das wilde Mixen für Pferde gefährlich?

Die Kur kann auch zu einer bestimmten Zeit sinnvoll sein. Im Frühjahr und Herbst etwa erleichtert die Fütterung von Goldrute, Brennnesseln oder Klebkraut über ein paar Wochen Pferden den Fellwechsel.

Flower Power hilft Pferden ebenso tagtäglich. "Zum Beispiel zur Leberentgiftung", sagt Weyrauch-Wiegand. Die Leber der meisten Pferde werde über Jahre durch schimmeliges Heu und Stroh stark belastet. Mit Bitterstoffen könne man das Organ unterstützen und den Gallenfluss anregen. Brotgewürze wie Anis, Fenchel, Kümmel und Koriandersamen könnten Reiter ihren Pferden ebenfalls bedenkenlos auf Dauer füttern.

"Sie tun der Verdauung der Tiere sehr gut", betont die Fütterungsexpertin. Ob Kräuter ihre volle Kraft entfalten, ist allerdings eine Frage der Qualität. "Wer nur Stängel und Stiele in seiner Mischung hat, wird keine große Wirkung erzielen", sagt Weyrauch-Wiegand.

"Das ist dann lediglich Rohfaser." Eine blattreiche Mischung allein ist aber auch noch keine Garantie für gute Qualität. Reiter sollten darauf achten, wie die Produkte ausgezeichnet sind. "Besonders gute Qualitäten mit hohem Anteil an Inhaltsstoffen werden als Apothekerqualität bezeichnet", erläutert Weyrauch-Wiegand.

"Kräuter in Lebensmittelqualität sind vor allem hygienisch einwandfrei." Doch selbst aufs hochwertigste Kraut sollten Reiter nicht bedingungslos vertrauen. Der heilenden Wirkung natürlicher Stoffe beim Pferd sind Grenzen gesetzt.

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23.08.2012
Autor: Kristina Glaser
© CAVALLO
Ausgabe 09/2011