Pferde dehnen: Medizinisches Streching - Dr. Clayton

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Foto: clayton CAVALLO  Dr. Hilary Clayton

Streching: Pferde vom Boden aus dehnen

Dr. Hilary Clayton beschreibt, wie Sie vom Boden aus die Pferde-Wirbelsäule mobilisieren, den Rücken kräftigen und die Balance verbessern. Alle Übungen sind sicher fürs Pferd und für Menschen gefahrlos. Sie benötigen: Leckerli, Handschuhe, Sicherheitsschuhe. Trainieren Sie direkt nach dem Reiten, wenn die Pferde-Muskulatur noch warm ist. Üben Sie nie Druck am Halfter aus; das Pferd soll sich zwanglos bewegen. Anfangs fragen Sie kleine Bewegungen ab. Steigern Sie diese Schritt für Schritt, bis die gewünschte Position erreicht ist. Halten der Position für ein paar Sekunden erhöht den positiven Effekt. Dr. Hilary Clayton, ist Tierärztin am Lehrstuhl für Dressur des McPhail-Forschungs- center der Michigan State University, East Lansing USA.

Pferde am Boden dehnen - „Zug am Schweif“

Mit der Übung „Zug am Schweif“ stärken Sie die Muskeln, die das Becken stabilisieren. Sie helfen dem Pferd dabei, sich balanciert zu bewegen. Stellen Sie sich seitlich neben Ihr Pferd, das mit den Hinterbeinen parallel stehen sollte (1). Legen Sie eine Hand ans Pferd, wenn Sie den Schweif mit der anderen greifen, damit es sich nicht erschrickt. Bauen Sie vorsichtig Druck auf, indem Sie Ihren Ellbogen langsam immer stärker anwinkeln (2). Damit Ihr Pferd nicht zur Seite gezogen wird, spannt es nun die gegenüberliegenden Hüftmuskeln an. Ziehen Sie nie so stark am Schweif, dass Ihr Pferd aus der Balance gerät und die Beine bewegt. Es soll nur die Muskeln anspannen.

Pferde am Boden dehnen - "Brustkorb heben"

Etwas Druck unter dem Brustbein bringt Ihr Pferd dazu, den Rücken anzuheben. Mit dieser Übung stärken sie die Bauchmuskeln, die das Pferd benötigt, um unter dem Reiter den Rücken aufzuwölben. Drücken Sie dazu mit einer Fingerspitze oder mit einem stumpfen Hufkratzer auf einen der Reflexpunkte am Brustbein (Pfeile rechts). Wie viel Druck Sie genau brauchen, liegt an Ihrem Pferd; starten Sie in jedem Fall sanft. Auf Druck im vorderen Bereich heben Pferde vor allem den Widerrist; das Pferdegewicht verlagert sich nach hinten, weil die Brustmuskeln reagieren. Drücken Sie weiter hinten unterm Bauch, wölbt sich der Rücken vor allem in der Sattellage.

Pferde am Boden dehnen - „Kinn zur Flanke“

„Kinn zur Flanke“ ist eine Biegeübung für die Halswirbelsäule und den Übergang zwischen Brust- und Lendenwirbelsäule. Stellen Sie sich mit Blick nach vorn neben der Pferdeschulter. Führen Sie nun die Möhre langsam in Richtung Sprunggelenk. Das Genick soll dabei gerade bleiben und der Hals Sie weich umschmiegen. Maximal seitlich gebogen wird die Wirbelsäule bei der Übung „Kinn zur hinteren Fessel“. Sie aktiviert außerdem die Bauchmuskeln. Stellen Sie sich knapp einen Meter neben die Kruppe. Halten Sie die Möhre etwa 60 cm neben die Fessel und locken Sie damit die Pferdenase bei geradem Genick nach hinten-unten. Diese Übung geht ans Ende des Bewegungsspielraums Ihres Pferds, der sich dadurch vergrößert.

Pferde am Boden dehnen - „Kinn zur Brust“

„Kinn zur Brust“ ist eine Rundungsübung für die oberen und mittleren Halspartien. Sie stimuliert die Beugung der Zwischenwirbel-Gelenke. Weil das Pferd diese allein mit der Kraft der eigenen Muskeln beugt, fördert die Übung seine Beweglichkeit und stärkt die Muskeln gleichzeitig auch noch. Stellen Sie sich in Gurthöhe neben das Pferd. Mit einer Möhre in der Hand locken Sie nun seinen Kopf nach unten zwischen die Vorderbeine. Das Pferd soll mit möglichst geradem Genick sein Kinn bis an die Brust bewegen; bei voller Rundung verläuft die Pferdestirn dann nahezu parallel zum Boden. Wiederholen Sie die Dehnübung drei- bis fünfmal. Zwischen jeder Wiederholung darf sich Ihr Pferd für einige Sekunden entspannen, damit seine Muskeln nicht überanstrengt werden.
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