Der Widerrist: Kennen Sie den Wohlfühl-Knopf beim Pferd?

So schonen Reiter den Widerrist

Der Widerrist ist viel mehr als der Messpunkt für die Pferdegröße: Der Höcker ist wichtig fürs Reiten, Wohlfühlen und wird immer wieder übel zugerichtet. CAVALLO erklärt, worauf Reiter achten müssen und wie sie vom "Wohlfühl-Knopf" profitieren können.

Ein knochiger Widerrist kann auch krankhaft sein. Bei Muskelschwund am Widerrist sprechen Tierärzte von Atrophien. Sie können viele Ursachen haben. Ein schlecht sitzender Sattel, der den Widerrist einengt, kann auf den Trapezmuskel drücken. Damit verhindert er, dass hier Muskeln wachsen. Eine falsche Reitweise kann ebenfalls dahinterstecken, wenn die Substanz rund um den Widerrist schwindet: Reiter, die mit harter Hand gegen das Pferd arbeiten, ziehen sich mitsamt Sattel gegen den Widerrist.

Schon beim Aufsteigen können Reiter dem Widerrist schaden. Der Höcker verhindert zwar, dass der Sattel zur Seite rutscht. Doch ohne Aufstieghilfe ist das ein enormer Kraftakt. Bei einem Wiege-Experiment zeigte CAVALLO im September 2004 zum ersten Mal, welche Kräfte Pferde beim Aufsteigen vom Boden aushalten müssen – und zwar einseitig. Das bringt sie aus der Balance und verdreht ihre Rückenwirbel. Denn der am Pferd hängende Reiter bringt nicht nur sein Gewicht, sondern auch das des Pferds auf die Aufstieg seite: Steigt ein 90 Kilogramm schwerer Reiter auf einen 475-Kilo-
Ha† inger, müssen die linken Beine des Pferds abrupt 479 Kilogramm tragen, wärend auf den rechten nur noch 56 Kilo lasten.

Für den Reiter ist der Widerrist entscheidend, weil er die Sattellage des Pferds maßgeblich
bestimmt. Ist der Höcker zu hoch, braucht der Sattel eine sehr hohe Kammer, weil sonst das Kopfeisen kneift oder der Vorderzwiesel dauerhaft auf den empfindlichen Schleimbeutel drückt. Oft liegt der Schwerpunkt des Sattels auch noch zu weit hinten und lässt den Reiter nach hinten kippen. Bei einem sehr † achen Widerrist gibt es zwar keine Probleme mit dem Kopfeisen, dafür rutscht der Sattel leichter zur Seite oder zu weit nach vorne.

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17.05.2013
Autor: Redaktion CAVALLO/Cathrin Flößer
© CAVALLO
Ausgabe 03/2013