Der Widerrist: Kennen Sie den Wohlfühl-Knopf beim Pferd?

Das Kürzen der Knochen macht Pferde zu Ponys

Der Widerrist ist viel mehr als der Messpunkt für die Pferdegröße: Der Höcker ist wichtig fürs Reiten, Wohlfühlen und wird immer wieder übel zugerichtet. CAVALLO erklärt, worauf Reiter achten müssen und wie sie vom "Wohlfühl-Knopf" profitieren können.

In der Vergangenheit beschäftigten sich bereits Gerichte und Staatsanwälte mit Fällen, in denen Besitzer ihr Pony operativ tieferlegen ließen. In einem Fall kürzte ein windiger Tierarzt kurzerhand die ersten Dornfortsätze, damit das gute Tier noch in der Ponyklasse starten durfte. Der Fall ging vor Gericht.

Besitzer und Tierarzt argumentierten mit gesundheitlichen Gründen: Knöcherne Zubildungen hätten den Eingriff nötig gemacht. Die Röntgenbilder dazu waren allerdings verschwunden. Der Besitzer wurde schließlich aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Ebenfalls eine gängige Praxis, um das Pferdchen zu schrumpfen: die Hufe so kurz wie möglich raspeln. Dabei steigt allerdings die Gefahr, dass das Pony gar nicht mehr läuft – wegen Hufederhautentzündung.

Der Widerrist spielt nicht nur fürs Reiten und den Reiter eine große Rolle, sondern auch für Pferde untereinander. Hier sitzt nämlich ein wichtiger Wohlfühl-Knopf. „Bei der gegenseitigen Fellpflege, das Grooming genannt wird, beknabbern sich Pferde vor allem den Widerrist“, sagt Marlitt Wendt, Verhaltensexpertin aus Großhansdorf in Schleswig-Holstein.

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17.05.2013
Autor: Redaktion CAVALLO/Cathrin Flößer
© CAVALLO
Ausgabe 03/2013