Muskel-Test: Schwächling oder Muskelprotz?

Überprüfen Sie den Muskelzustand Ihres Pferdes

Foto: Rädlein Muskel-Test: Schwächling oder Muskelprotz?
Mit unserem Check beurteilen Sie den Muskelzustand Ihres Pferds selbst und prüfen mit einfachen Handgriffen, wie locker oder verspannt es ist.

Muskeln sind rätselhaft. Welche Dellen und Hügel am Pferdekörper was bedeuten, ist nicht immer leicht zu entschlüsseln.

Dabei ist es wichtig, dass Sie den Muskelzustand des Pferds richtig einschätzen. Sonst laufen Sie Gefahr, Ihr Pferd im Training zu überfordern oder über Verspannungen einfach hinwegzureiten. „Der Muskelzustand ist neben den Gelenken entscheidend dafür, ob ein Pferd gesunderhaltend geritten werden kann“, erklärt Pferde-Osteopathin Michaela Wieland.

Wie gut Ihr Pferd bemuskelt ist, erkennen Sie vor allem am Aussehen, Verspannungen bemerken Sie beim Berühren. Achten Sie etwa darauf, wie sich Ihr Pferd beim Putzen verhält. „Zeigt es dabei Abwehrreaktionen, sollten Sie einen Profi wie einen Tierarzt, Physiotherapeuten oder Osteopathen zu Rate ziehen“, so Wieland.

So funktioniert unser Muskel-Check

Mit unserem Leitfaden können Sie den Muskelzustand Ihres Pferds systematisch anhand der einzelnen Körperpartien durchchecken. Betrachten Sie jeweils unsere Beispiel-Bilder und die beschreibenden Texte für gute oder fehlende bzw. falsche Muskulatur. Schauen Sie sich Ihr Pferd an: Entspricht es dem Positivbeispiel ziemlich genau? Dann notieren Sie sich Grün für „gut ausgeprägt". Entspricht es eher dem Negativbeispiel und hat vielleicht sogar unerwünschte Kompensationsmuskulatur wie im Text beschrieben? Dann notieren Sie Rot für „schlecht ausgeprägt“. Liegt Ihr Pferd zwischen den zwei Beispielen, wählen Sie Gelb.

Neben dem Muskelzustand zählt die Lockerheit: „Die meisten Pferde, die gut bemuskelt sind, sind auch recht locker. Schlecht bemuskelte Pferde sind oft auch verspannt“, erklärt Michaela Wieland.

Wie locker Ihr Pferd ist, prüfen Sie mit den auf den folgenden Seiten beschriebenen Handgriffen. „Bauen Sie den Druck mit der bloßen Hand nach und nach auf, sollte auch bei starkem Druck keine Abwehr folgen“, erklärt Wieland. Bleibt Ihr Pferd entspannt, kreuzen Sie Grün an. Zeigt es die jeweils beschriebenen Abwehrreaktionen, je nach Intensität Gelb oder Rot. „Das Schmerzempfinden und die Reaktionen von Pferden sind sehr unterschiedlich. Wer sein Pferd gut kennt, kann es am besten beurteilen“, so Wieland. Los geht’s.

Regelns fürs Muskeltraining:

So geht richtiges Muskeltraining für Pferde:

02.01.2018
Autor: Natalie Steinmann
© CAVALLO
Ausgabe 12/2017