Pferdehufe richtig pflegen: Hufbearbeitung, Hufpflege und Problemhufe

Barhuf-Pflege: alle 4 bis 12 Wochen

Hufe wachsen und verändern sich ständig. Wie oft muss das Horn bearbeitet und der Beschlag gewechselt werden, damit Hufe gut in Form sind?
Foto: Rädlein CAVALLO Hufrehe

Barhufe müssen regelmäßig gepflegt werden.

In diese Kategorie fallen alle Pferde, die nicht beschlagen sind und keine massiven Fehlstellungen sowie Hufprobleme haben. Einzelne Hufe können Missbildungen wie schräge Wände, lange Zehen oder untergeschobene Trachten aufweisen. „Das normale Intervall beträgt vier Wochen“, sagt Isabel Mast aus Baden-Baden, Huforthopädin und Ausbilderin am Deutschen Institut für Huforthopädie (DIfHO). „In diesem Zeitraum haben wir den Huf gut unter Kontrolle. Sind die Bearbeitungsabstände deutlich länger, etwa sechs oder gar acht Wochen, kann der Reiter mit keiner Verbesserung eines negativen Hufzustands rechnen.“

Andere Experten lassen den Hufen mehr Zeit zum Wachsen und variieren je nach Jahreszeit. „Im Winter wächst das Horn lang-samer. Bei den meisten Pferden reicht hier ein Abstand von acht Wochen; im Sommer gehe ich alle sechs Wochen ran“, sagt Detlev Urban vom Barhuf-Institut in Hollfeld bei -Bayreuth. Er orientiert sich an der Natural Hoofcare-Methode von Pete Ramey. Acht Wochen entspricht dem normalen Rhythmus von Rosi Schnitzenbaumer aus Bruckmühl in Bayern, Hufpflegerin und Ausbilderin an der BESW-Hufakademie. „In sehr seltenen Fällen reichen zehn oder sogar zwölf Wochen.“

Bei Pferden mit schiefen Hufen sind die Abstände kürzer. „Hier ist vor allem das Hornwachstum entscheidend. Ich kann unmöglich nachschneiden, wenn kein Horn gewachsen ist. Dann ist die Gefahr groß, dass man zu viel Substanz wegnimmt.“ Was eignet sich für mein Pferd? Fragen Sie den Hufexperten Ihres Vertrauens, welchen Abstand er für sinnvoll hält und folgen Sie seiner Empfehlung. Überlegen Sie vor jedem Termin, ob Sie mit der Entwicklung der Hufe zufrieden sind und halten Rücksprache mit dem Experten. Ist nach spätestens einem Jahr keine Besserung in Sicht oder haben sich die Hufe sogar verschlechtert, sollten Sie den Fachmann wechseln.

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17.05.2013
Autor: Redaktion CAVALLO / Christiane Wehnert
© CAVALLO
Ausgabe 02/2013