4 Bürsten für Pferde im Test

Welche Bürste macht dreckige Pferde sauber?

Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Welche Bürsten putzen am besten?

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Der ultimative Dreck-Weg-Test: Mit welcher Bürste bekommt man Offenstall-Pferde am schnellsten sauber?

Von ihrer größten Sorge ist Isabel heute endlich befreit. Ihr Araber-Wallach Nibras starrt vor Dreck. „Er hat sich im Matsch gewälzt!“, ruft sie überglücklich. Wie bitte?

Mit voller Schlammpackung voraus zum Bürstentest

Tatsächlich weiß Isabel an anderen Tagen die Vorliebe ihres Pferds für eine ordentliche Portion Erde im Fell weniger zu schätzen. Doch heute ist ein ganz besonderer Tag: Isabel ist eine von drei Kandidatinnen, die am CAVALLO-Putzwettbewerb teilnehmen. Teilnahmebedingung: Das zu putzende Tier muss richtig dreckig sein. Die Pferde ihrer beiden Konkurrentinnen Alicia und Heike hatten nämlich schon vorgelegt, als sie am Morgen auf die Koppel kamen. Nur Nibras zierte sich ausgerechnet heute, bis er sich in den Matsch plumpsen ließ.

Für faire Rahmenbedingungen der Teilnehmerinnen ist also gesorgt. Ihre Pferde haben mit dem Modell „Schlammpackung“ ein einheitliches Tages-Outfit gewählt. Isabel, Alicia und Heike bekommen nun jeweils eine Putzkiste, die CAVALLO mit vier unterschiedlichen Bürsten gefüllt hat: eine fürs Grobe, eine fürs Feine, ein Massagehandschuh und etwas für den Fellwechsel. Dazu gibt’s je eine identische Plastikbürste.

Die Aufgabe: Weg mit dem Dreck! Jede Teilnehmerin darf ihr Pferd mit dem Putzset so putzen, wie sie es für sinnvoll hält. Welche Bürsten rücken dem Schmutz am besten zu Leibe? Und wer hat sein Pferd am schnellsten sauber? Los geht’s!

Nevada macht Wellness und Nibras Wolken

Alicia entdeckt in ihrer Putzkiste etwas, das sie noch nie gesehen hat: zwei Stretch-Fingerhandschuhe, die auf der Handflächenseite ein Noppenprofil haben. „Soll das ein Striegel sein?“ Alicia fährt mit ihren frisch benoppten Händen durchs Fell ihrer Araber-Mix-Stute. Nevada kräuselt verzückt das Mäulchen. Nach einer Minute bekommt sie einen Schlafzimmerblick und muss ihren schwer gewordenen Kopf auf Alicias Schulter ablegen.

Während Nevada längst in Wellness-Träumen versinkt, verschwindet Isabel noch in einer Staubwolke. Wer hatte sich nochmal so sehr gefreut, dass sich sein Pferd so schön schmutzig gemacht hat? Hust. Isabel greift zuerst nach der Plastikbürste und rückt damit nun der schlammverkrusteten Kruppe ihres Wallachs Nibras zu Leibe. „Das klappt doch ganz gut“, stellt sie fest. Als der Nebel um das Hinterteil ihres Pferds sich zu lichten beginnt, ist Isabel zufrieden. Sie hat schon Teile von Fell zum Vorschein gebracht. Und was macht Heike?

Zwei schrubben noch, doch eine putzt schon

Heike hat zuerst einen Federstriegel benutzt, um die Matschknoten aus dem Fell ihres Quarter-Wallachs Doc O‘Dancer zu kratzen. Nun greift sie schon zum zweiten Putzutensil, einer kleinen Wurzelbürste mit Naturborsten. Hat sie der Ehrgeiz gepackt?

Nein, Heike ist ganz cool. „Mir reicht es meistens, wenn mein Pferd eine saubere Sattellage hat“, gesteht sie. „Das schaffe ich in vier Minuten.“ Also ist sie auch sonst eine von der schnellen Sorte. Nun putzt sie die Beine von Doc O’Dancer. „Der hat ja einen weißen Fuß!“ Die kleine Wurzelbürste gefällt Heike gut: „Ich habe auch so eine Bürste, aber die ist größer und nicht so handlich.“ Dass das Putzgerät Naturborsten hat, findet sie prima. „Auf Plastik stehe ich nämlich gar nicht.“

Alicia findet in ihrer Putzkiste eine Wurzelbürste mit geschwungenen Borsten. Sie dreht die Bürste rätselnd in den Händen. „Wie putze ich denn damit?“ Isabel hilft ihr: „Die Borstenenden müssen oben sein, damit du nicht gegen den Strich bürstest.“

Isabel ist nach zehn Minuten immer noch mit der Plastikbürste am Werk. „Damit kann ich auch Kopf und Beine putzen“, lobt sie ihr Werkzeug. Heike ist schon bei Nummer drei aus ihrer Putzkiste angelangt, einer Kardätsche mit weißen Ziegenhaarborsten. „Mein Pferd wird ein Schimmel!“, ruft sie. Denn die Kardätsche haart.

Der Staub taucht plötzlich wieder auf!

Nach 26 Minuten ist Heike fertig. Doch sie muss noch den Massagehandschuh und die Plastikbürste ausprobieren. Den roten Handschuh legt sie gleich wieder weg. Doc O’Dancer hat helle Streifen im Fell. „Eben war der Staub weg und jetzt ist er auf einmal wieder da“, beschwert sie sich.

Isabel testet ihren Putzhandschuh. Der hat nur auf einer Seite Noppen. Sie putzt zuerst mit der Stoffseite. „Das ist falsch herum, gell? Diese harten Noppen sind mir irgendwie unsympathisch.“

Alicia und Isabel beenden ihren Pferdeputz gleichzeitig nach 38 Minuten. Isabel glaubte vorher, sie brauche 45 Minuten, Alica tippte auf 30. Alle drei Kandidatinnen probierten der Reihe nach jedes der vier Putzwerkzeuge aus. Gab’s denn Favoriten?

Welche Putzgeräte kommen gut an?

Heike fand die Ziegenhaar-Kardätsche zu weich, Isabel war mit ihrer aus Rosshaar zufrieden („Die hab ich auch!“) und Alicia mit ihrer aus Kunst- und Metallborsten ebenso. Unter den Wurzelbürsten machte die aus Naturfasern den besten Job.

Zum Enthaaren hatte Alicia einen Fellwechselkamm. „Der zieht zu fest an den Haaren“, urteilt sie. Isabel kann bei ihrem harten Putzstein, der aus einem rauen, porösen Material besteht und Schmutz sowie Haare entfernen soll, keinen wirklichen Effekt feststellen. In Heikes Federstriegel bleiben zwar Haare hängen, aber sie sagt: „So einen nehme ich auch, aber für groben Dreck. Für den Fellwechsel brauche ich kein Extra-Werkzeug.“

In jedem Putzset gab es klare Sieger. Bei Alicia (und Nevada!) waren es die Putzhandschuhe „HandsOn Gloves“, bei Isabel die Plastikbürste „Magic-Brush“ und bei Heike die Naturborsten-Wurzelbürste. Die „MagicBrush“ gefiel übrigens nicht nur Isabel. Heikes Urteil: „Gutes Teil! Trotz Plastik.“

Putz-Sieger

Heike ist mit ihrem Wallach Doc O’Dancer am schnellsten fertig. Doch der genaue Blick offenbart Schwachstellen: Ein paar kleine Schlammklümpchen hängen noch im Fell. Alicia und Isabel beschließen gleichzeitig, dass ihre Pferde sauber sind. Optisch sehen beide tiptop aus.

Doch ein Handstrich durchs Fell von Isabels Nibras hinterlässt eine helle Staubspur. Isabel ist entsetzt: „Ich glaube, ich kriege mein Pferd nie richtig sauber!“ Nevada besteht den Wuschel-Test: Zwischen ihren Haaren lässt sich kein Staub herauszauseln. Entweder hat Alicia bei ihrer Stute wirklich ganze Putz-Arbeit geleistet oder Araber Nibras hat eine besondere Eigenschaft. Vielleicht können Wüstenpferde Staub im Fell speichern?

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14.05.2018
Autor: Nadine Szymanski
© CAVALLO
Ausgabe 04/2018