Sattelpauschen im Test: Wann sitzt der Reiter perfekt?

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Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Pauschen-Experiment

Stimmt der Sitz und die Haltung?

Viele Reiter glauben, dass der Sitz erst durch Sattelpauschen richtig gut wird. Stimmt das? 3 Reiterinnen haben für uns den Test gemacht: Die gelernte Pferdewirtin Liviana hat einen soliden Sitz. Dass sie klemmt, merkt sie erst, als sie ohne Pauschen reitet.

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Stimmt der Sitz und die Haltung?

Liviana Jansen ist mit ihrer Stute Stella die Erste, die beim Experiment mitmacht. Sie ist ausgebildete Pferdewirtin, übt den Beruf aber nicht mehr aus. Dass Liviana eine geübte Reiterin ist, spiegelt sich in ihrem Sitz. „Es ist alles da, wo es hin gehört“, kommentiert Claudia Butry.

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Livianas Sattel hat mittelgroße Pauschen, die sie nicht zu stören scheinen. „Im Schritt und im Leichttraben sieht alles gut aus“, sagt Butry. Doch im Galopp beobachtet die Expertin, dass Liviana sich mit den Knien festhält und deshalb mit dem Gesäß nicht so tief in den Sattel kommt.

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Auch beim Aussitzen im Trab ist zu sehen, dass die Reiterin mit dem Knie klemmt. Claudia Butry ermuntert die Reiterin, wie ein Frosch mit abgespreizten Knien im Sattel zu sitzen. Liviana tut sich jedoch schwer damit.

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Nachdem Butry von Livianas Sitz in allen Gangarten einen Eindruck gewonnen hat, wird es für die Reiterin ernst: Weg mit den Pauschen! Liviana reitet im Schritt wieder los. „Huch, das ist ja komisch!“, ruft sie spontan. Als sie antrabt, freundet sie sich mit dem neuen Sitzgefühl jedoch schnell an. Sehr sogar: „Ich komme mit der Wade besser ans Pferd. Und Stella geht auf einmal viel lockerer!“.

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Claudia Butry sieht, was die Reiterin fühlt: „Liviana sitzt nun tiefer im Sattel und die Bewegungen federn besser nach unten durch“.

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Um es Liviana noch leichter zu machen, zeigt sie ihr Übungen, die das Gleichgewicht und die Koordination verbessern. „Denn wenn sich der Sitz verändert, verändern sich die Anforderungen an die Gleichgewichtsfähigkeit“, erklärt Butry. Liviana sitzt dazu auf einem BALIMO® (die Alternative zu dem beweglichen Hocker ist ein Gymnastikball). Sie zieht abwechselnd ein Knie hoch und berührt es mit dem Ellenbogen der jeweils anderen Körperseite.

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Nach den Übungen schwingt sich Liviana wieder in den Sattel. Ihr fällt auf, dass sie ihr Pferd besser nach rechts stellen kann. „Das liegt daran, dass dein Gewicht nun gleichmäßiger auf beide Gesäßknochen verteilt ist“, erwidert Claudia Butry. Liviana kann die Knie mehr öffnen. Der „Frosch-Sitz“ funktioniert; die Reiterin strahlt: „Dass ich ohne Pauschen so viel besser sitze, hätte ich nie gedacht!“

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Santos ist kein Riese. Auch seine Reiterin macht sich im Sattel klein. Wie kommt sie ohne Pauschen klar?

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Theresa Rieker hat ihren Sattel erst seit drei Wochen und fühlt sich darin sehr wohl. Das Modell hat eine Besonderheit: Die abnehmbaren Klettpauschen sitzen hinter den Oberschenkeln.

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Theresa empfindet das nicht als störend. Beim Reiten neigt sie dazu, die Beine hochzuziehen.

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Claudia Butry vermutet, dass die Reiterin sich das angewöhnt hat, um ihr recht kleines Pferd besser treiben zu können. Dülmener Santos ist eben ein gemütlicher Typ.

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Nachdem Claudia Butry die Pauschen entfernt hat, ist die Überraschung groß: Theresas Sitz verändert sich komplett – von jetzt auf gleich.

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Sie wirkt auf einmal viel größer, sitzt aufrecht und gestreckt im Sattel. „Meine Beine liegen auch ruhiger“, ergänzt die Reiterin. Doch auf der Zirkellinie und in den Ecken verliert Theresa das Gleichgewicht und gerät in Schieflage.

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Damit Theresa sich mehr ausbalancieren und ihre Unterschenkel besser stabilisieren kann, empfiehlt Claudia Butry ihr, das Gleichgewicht auf Kissen zu trainieren (geht auch mit normalen Sofakissen). Theresa rudert mit den Armen – sie soll auf einem Kissen stehen und dann nacheinander auf den Zehenspitzen und den Hacken stehen, dann abwechselnd die Fußaußenkanten und die Fußinnenkanten belasten und in die Hocke gehen. Ganz schön schwierig! Doch als Theresa danach vorwärts, seitwärts und rückwärts von einem Kissen zum anderen steigt, wird sie sicherer. Zum Schluss schafft sie es, auf einem Kissen ruhig stehenzubleiben und dabei ihre Position zu verändern, ohne ins Taumeln zu kommen. Also Zeit, wieder in den Sattel zu steigen!

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Der Unterschied zu vorher wird sofort sichtbar. Theresas Absätze federn nach unten und ihre Schenkel liegen ruhiger und näher an Santos Bauch. „Theresa muss nicht mehr aktiv treiben, weil ihre Beine locker mit den Bewegungen ihres Pferds mitpendeln. So holt sich Santos die treibenden Hilfen selbst ab“, erklärt Butry. Auf gebogenen Linien sitzt Theresa nun schon fast gerade.

„Weil ihre Beinlage stabiler ist, kann sie freier im Becken mitschwingen und sich besser aufrichten“, so Butry. Theresa selbst stellt fest, dass sie mehr Gewicht in den Bügeln hat. „Das fühlt sich gut an“, freut sie sich.

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Die Dressurreiterin liebt die dicken Pauschen an ihrem Sattel. Wir bringen sie ganz schön ins Schleudern.

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„Mein Sattel hat richtig fette Pauschen“, sagt Jasmin Nüchtern. Die Dressurreiterin hat sich für das CAVALLO-Experiment einen fremden Sattel ausgeliehen. Dieser hat aber nur mittelgroße Klettpauschen. Nun ist sie todunglücklich. „Meine Beine sind wacklig, und ich rutsche haltlos im Sattel herum“, klagt Jasmin. Claudia Butry beobachtet, dass die Reiterin versucht, sich mit Knien und Oberschenkeln festzuhalten.

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„Die Pauschen sind dann im Weg und verstärken das Problem“, so Butry. „So macht Jasmin dem Pferd viel Druck. Die Stute wird von ihr ungewollt in die Zange genommen.“

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Obwohl Jasmin schon mit den mittelgroßen Pauschen unsicher ist, macht sie keinen Rückzieher. Mutig reitet sie los, nachdem Claudia Butry ihr die Pauschen abgenommen hat.

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„Oh Gott“, ist ihr erster Kommentar. Es ist ihr anzusehen, wie unwohl sie sich fühlt.

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Claudia Butry erklärt ihr, warum: „Du hast jetzt mehr Platz im Sattel. Dadurch hast du jetzt die Möglichkeit, deine individuellen Bewegungen zuzulassen. Dein Gleichgewichtssystem muss sich nun auf die neuen Anforderungen einstellen, damit du wieder ruhig im Sattel sitzen kannst.“

Auch für Jasmin hat Claudia Butry deshalb eine Übung parat. Damit die Reiterin durchs Festhalten nicht mehr so klemmt, müssten ihre Oberschenkel aus dem Hüftgelenk heraus locker nach unten fallen. Jasmin legt sich mit dem Rücken auf den Boden. Nun zieht sie das rechte Bein hoch und stellt den Fuß links neben dem linken Bein ab. Dann führt sie das rechte Bein nach rechts. Danach führt sie das rechte Bein nach links, bis das Knie den Boden berührt.

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Das wiederholt sie mehrmals mit beiden Beinen. „Die Bewegungen sollen ruhig und fließend ausgeführt werden“, erklärt Butry.

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Als sie nach der Übung wieder auf ihrer Stute sitzt, ist Jasmin erstaunt: „Ich sitze viel tiefer im Sattel.“

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Und ein paar Minuten später sagt sie: „Das ist jetzt eigentlich besser als mit Pauschen. Ob ich meinen Sattel wohl ändern lassen kann?“

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Mehr zu dieser Fotostrecke: Pauschen: Sinnvoll für Reiter und Pferd?