Test: Rangieren mit Pferdehänger und Trailer-Assist von VW

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Foto: Rädlein Trailer-Assist im Test

Trailer-Assist im Test: Rückfahrkamera inklusive

Eine Rückfahrtkamera erleichtert den Blick nach hinten.

Trailer-Assist im Test: Lenken per Joystick

Gelenkt wird per Joystick.

Trailer-Assist im Test: Anzeige im Display

Den Einparkwinkel zeigt das Display im Armaturenbrett an.

Trailer-Assist im Test: Die Vielfahrerin

Steckbrief: Unsere freie Grafikerin Anke Wirtz ist ein echter Fahrprofi. Fast jedes Wochenende ist sie mit ihrem Pferdeanhänger unterwegs.

Ihre Erfahrungen: Schnurgerade rückwärts fahren, durch eine S-Kurve schlängeln, rückwärts in eine enge Lücke einparken, um eine enge 180-Grad-Kehre rangieren – unser Pylonen-Parcours treibt Anke Wirtz keine einzige Schweißperle auf die Stirn. Sicher rangiert sie den Hänger in jeder Situation genau dorthin, wo er hin soll. Nur einmal muss sie das Gespann beim Einparken korrigieren. Wer ohne Fahrassistenz-System so locker fährt, der kann mit sicher noch besser rangieren – oder? Fehlanzeige: Anke Wirtz fühlt sich mit dem Finger am Joystick überhaupt nicht wohl. „Ich will jetzt einfach nur das Lenkrad anfassen“, entfährt es ihr beim Einparken. Immer wieder zucken ihre Hände Richtung Steuer. Das Rückwärts-Einparken bereitet ihr mit Trailer-Assist die größten Schwierigkeiten: Sie muss mehrfach korrigieren, ein Stück nach vorne fahren und erneut ansetzen. Ihr Problem: „Ich kann überhaupt nicht einschätzen, welchen Winkel ich vorgeben muss.“ Über den Joystick lässt sich der Hänger zudem nur begrenzt einschlagen – die Autoräder sind fast gerade. Das verhindert zwar, dass das Gespann einknickt und nicht mehr rangierbar ist. Gleichzeitig kann man so mit Gespann keine scharfen Kurven fahren, der Wendekreis wird deutlich größer.

Fazit: Der Trailer-Assist ist für geübte Fahrer wie Anke Wirtz verzichtbar. Unsere Testerin rangiert ohne technische Unterstützung schneller und sicherer.

Trailer-Assist im Test: Die Ab-und-zu-Fahrerin

Steckbrief: Redakteurin Barbara Böke war vor einigen Jahren noch regelmäßig mit Anhänger unterwegs. Heute fährt sie nur noch wenige Male pro Jahr ein Gespann.

Ihre Erfahrungen: Kurz muss unsere Testerin wieder ihre Hänger-Erfahrung abrufen, dann geht’s los. Rückwärts und S-Kurve sind für sie noch kein Problem. Beim Einparken in eine enge Lücke muss sie den ersten Versuch abbrechen, beim zweiten steht das Gespann sicher in der Lücke. Fährt es sich mit Trailer-Assist besser? Das kommt auf die Situation an. „Beim Rückwärts fährt es sich deutlich angenehmer“, findet die Testerin. Beim Einparken steht der Hänger sogar gleich beim ersten Versuch passend in der Lücke. Anders sieht es in der S-Kurve aus: Hier folgt eine Links- auf eine Rechtskurve. „Da muss ich am Joystick deutlich korrigieren, bis der Hänger umschwenkt – gefühlt mehr, als ich am Steuer machen müsste.“ Gar nicht klar kommt Barbara Böke mit der 180-Grad-Kehre: Hier nietet sie mehrfach Pylonen um. Allerdings mit dem Auto: „Der Trailer-Assist lenkt zwar den Hänger dorthin, wo er hin soll, lässt aber das Auto außer Acht.“ Die Folge: Am Kotflügel kleben Pylonen. „Sobald das Auto seitlich durch ein Hindernis begrenzt ist, manövriert es sich ohne Assistent besser.“

Fazit: Gelegenheitsfahrer wie unsere Testerin können von dem Trailer-Assist profitieren. Einige Rangiermanöver lassen sich damit schneller und einfacher meistern – aber nicht alle.

Trailer Assist im Test: Die Nie-Fahrerin

Steckbrief: Mit Anhänger unterwegs? Das ist bei unserer Redakteurin Regina Kühr schon fast zwanzig Jahre her. Seither saß sie nicht mehr hinter einem Gespann-Steuer.

Ihre Erfahrungen: Hände weg vom Steuer? Für Regina Kühr überhaupt kein Problem. Sie vertraut dem Trailer-Assist von Beginn an. „Rückwärts fahren ist damit total einfach“, findet sie. Als sie jedoch selbst rückwärts fahren muss, hat sie kurz einen Knoten im Kopf. „In welche Richtung muss ich jetzt nochmal korrigieren, wenn mir der Anhänger zu weit nach links kommt?“, grübelt sie. Das Rangieren und Einparken wird ein wenig kniffliger – selbst mit technischer Hilfe.
Erst beim dritten Versuch meistert sie S-Kurve und Einpark-Manöver, steht jedoch trotzdem schief in der Parklücke. Ihr fällt auf: Kurze Wege sind schwierig, „man braucht eine ziemlich lange Strecke, um das Gespann rangieren zu können“. Auch die fehlende Fahrpraxis macht sich bemerkbar: Regina Kühr fällt es anfangs schwer, den Fahrweg des Hängers abzuschätzen. So verpasst sie ein paar Mal den richtigen Moment, um am Joystick einzulenken.

Fazit: Für Fahrer, die nur selten bis so gut wie nie ein Gespann lenken, ist der Trailer-Assist eine gute Hilfe. Unsere Testerin rangiert damit deutlich besser als ohne. Das Assistenzsystem ersetzt aber kein Gefühl fürs Gespannfahren: Der Fahrer muss trotzdem wissen, wann er dem Hänger welchen Weg vorgibt.

Trailer-Assist im Test: Die Nie-Fahrerin

Prüfender Blick aus dem Fenster: Wo sind nochmal die Pylonen?

Trailer-Assist im Test: Die Nie-Fahrerin

Parklücke verfehlt: Die eine oder andere Pylone musste beim Test dran glauben.
Mehr zu dieser Fotostrecke: Test: Automatischer Park-Assistent für Pferdehänger von VW