Hufkratzer-Test

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Foto: Hersteller CAVALLO Hufkratzer-Test

Hufkratzer mit Gelgriff von Waldhausen

Dieser Hufkratzer will es einem leicht machen. Er wirkt knuffig und gedrungen und gibt sich optisch kleiner und handlicher als er eigentlich ist.

Der Hersteller weiß: Das Auge kratzt mit. Doch mit seinen 17 Zentimetern entspricht er der Standardgröße der meisten hier getesteten Modelle.

Durch seinen bauchigen Gelgriff liegt er gut (sprich: fest) in der Hand, was vor allem bei starker Verschmutzung die Säuberung des Hufs enorm erleichtert, die einige Kraftanstrengung erfordern kann.

Hufkratzer mit Gelgriff von Waldhausen

Die Anwendung am heimischen Hof hat zudem gezeigt: Vor allem Kinder finden den Hufkratzer mit Gelgriff von Waldhausen „cool“.

Die Kombination aus „Royalblau“ und seinen silbrigen Borsten signalisiert Premiumqualität und Profitum. Ebenso der Preis: Mit 6,95 Euro empfiehlt sich dieser Blaue klar als Mittelklasse-Modell.

Manko: Bereits nach der ersten Anwendung bzw. nach vier leicht verschmutzten Hufen zeigt die Bürste unseres Waldhausen-Modells die erste Auflösungserscheinung, zwei Borsten stehen danach unbrauchbar geworden im rechten Winkel ab. Ansonsten eine saubere Sache.

Klappbarer Hufkratzer von Loesdau

Eine runde Sache auf den ersten Blick ist dieses Fabrikat: Gerade mal vier Zentimeter lang, erinnert dieser Hufkratzer aus dem Hause Loesdau zusammengeklappt an eine kleine Glühlampe. In diesem Ruhezustand findet er leicht Platz in einer Faust; auseinandergeklappt misst er gerade mal 7,5 Zentimeter Länge. Allerdings erfordert das erste Öffnen einiges an Kraft, später geht es dann leichter.

Auf den zweiten Blick: Für die tägliche Hufkontrolle respektive -säuberung ist dieser Winzling nicht geeignet und wohl auch nicht gedacht. Eine gründliche Reinigung gestaltet sich gerade bei starker Verschmutzung umständlich und aufwendig, dafür ist der Dorn zu klein. Der Griff ist zwar bauchig und gerundet, drückt für eine gründliche Hufreinigung aber unangenehm in der Handfläche. Greift man ihn nur mit den Fingern, mutet er instabil an.

Klappbarer Hufkratzer von Loesdau

Wer allerdings auf Ausritten einen Hufkratzer mitführen möchte, hat seine 2,50 Euro jedoch gut angelegt. Zusammengeklappt lässt er sich mühelos in den Reithosentaschen mitführen (auch am Gesäß). Hier ist er gut verstaut, weil er eng am Körper anliegt und sich bei einem Sturz nicht querstellen kann. Insofern hat man im Gelände ein kleines praktisches Werkzeug dabei, sollte einmal ein Steinchen aus der Strahlfurche entfernt werden müssen.

Netter Zusatznutzen des handlichen Kleinen: Wer wie der Autor nach jahrelangem Ärger mit Reißverschlüssen wieder zu geschlossenen Reitstiefeln gefunden hat, findet in diesem Hufkratzer auch einen brauchbaren Stiefelanzieher, sollten die regulären mal nicht zur Hand sein.

Profi von Dick

Keine Kompromisse! Der Hufkratzer "Profi" von Dick sieht aus, als ob jemand einen massigen Schraubenzieher mal eben umfunktioniert hätte. Mit knapp 20 Zentimetern Länge und massigem wie gleichwohl ergonomischem Griff in markanter Schwarz-Rot-Musterung ist die Botschaft klar: Matsch und sonstige massive Verschmutzungen haben hier keine Chance!

Laut Hersteller ist die Klinge aus „gehärtetem Chrom-Vanadium-Stahl“, was ihr Verbiegen unmöglich machen soll. Das glaubt man gern, der Tester hat’s ausprobiert. Zur Erklärung: Vanadium wird in der Stahlherstellung verwendet, Chrom-Vanadium-Stahl gilt als besonders widerstandsfähig und haltbar.

Profi von Dick

Die Klinge mit ihren leicht abgerundeten Ecken macht den „Dick“ zu einem praktischen Helfer fürs Grobe, eine Bürste für feinere, gründlichere Aufräumarbeiten gibt es indes nicht. Gleichwohl sollte der Anwender bei diesem Werkzeug behutsam vorgehen: Bereits bei dezentem Druck entstehen auf der Sohle leicht erste Kratzer. Keine Frage: ein hilfreicher Vorarbeiter gegen hartnäckige Verschmutzungen, für die Details sind jedoch andere zuständig.

Huf-Pick von Loesdau Testsieger)

Der Huf-Pick, ebenfalls bei Loesdau im Sortiment, und gerade mal für 1,50 Euro zu haben, kommt unspektakulär daher, nachgerade bescheiden klassisch.

17 Zentimeter lang, erhältlich in verschiedenen Farben, kein Schnickschnack. Glatter Griff, Klinge, Bürste – alles, was man braucht. Die leicht abgerundete und ein wenig nachgebende Klinge plus massiver Bürste entpuppt sich als ein guter Helfer in allen Ausputz-Varianten.

Egal ob Späne-Sand-Gemisch, Koppelmatsch und Kotablagerungen – hier hat man ein praktisches Utensil in der Hand, mit dem auch der Strahl schonend und leicht zu reinigen ist, ohne dass der Anwender Sorge haben muss, beim Kratzen gleich den Huf zu ruinieren.

Prädikat: furchentief rein. Die Borsten sind haltbar und gute Ausputzer – so werden Strahl und Sohle sauber. Und man kann den Huf-Pick auch Ungeübten und Kindern bedenkenlos anvertrauen. Klarer Favorit der hier getesteten Modelle, nicht zuletzt wegen seines unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnisses.

Hufkratzer von Wahl

Keine Bürste, aber kein Grobian: Mit diesem kernig-körnigen Hufkratzer von Wahl wühlt man sich ziemlich leicht auch durch schwere Verschmutzungen. Steine, Matsch, Eisbrocken sind leicht zu entfernen.

Der zur Klinge hin schmaler werdende Kunststoffgriff liegt angenehm in der Hand, die Klingenspitze ist abgerundet, sodass die Rausräumerei hufschonend erfolgen kann.

Erinnert optisch ein wenig an die an Armstümpfen befestigten Enterhaken, wie man sie aus alten Piratenfilmen kennt. Mit seinen 19 Zentimetern Länge gehört er nicht gerade zu den unauffälligen Testmodellen, doch da er für gerade mal 3,95 Euro zu haben ist, geht er hier als kostengünstige Alternative zum Dick-Fabrikat durch.

Ein Kratzer mit Kernkompetenz. Gut für all diejenigen, die Bürsten an Hufkratzern für Firlefanz halten.

Wine Down von Noble Outfitters

Edel, hilfreich und besser. Dieses Flaschenöffner-Fabrikat ist multifunktional und im Grunde nur konsequent für ein Umfeld, in dem feuchtfröhliche Geselligkeit dazugehört wie der Sporen an den Stiefel.

Nüchtern betrachtet ist dieser „Wine Down“-Hufkratzer von Noble Outfitters denn auch für die tägliche Hufsäuberung viel zu schade: Sein Griff ist aus Holz, seine Oberfläche mit Schutzlack überzogen (satiniert), ein Lederband ziert das Griffende, sodass das gute Stück auch dekorativ aufzuhängen ist.

Die in den Griff integrierten Korkenzieher und Flaschenöffner sind mühelos aufklappbar und schmiegen sich passgenau ein wie bei einem Schweizer Taschenmesser. Eine aus 5 mm dickem Edelstahl gefertigte Klinge ist top geeignet fürs Grobzeug rund um die Strahlfurchen, aber an der Spitze kantig und damit einen Tick zu scharf. Also aufgepasst!

Eisen und Holz machen aus diesem edlen, 19 Zentimeter langen massiven Flaschenöffner mit Hufkratzer-Option zudem ein verhältnismäßig schwer in der Hand liegendes, gleichwohl wertiges Werkzeug. Wer allerdings dafür kein Faible hat, dürfte derlei wohl mit „protzig“ abtun. Schöne Geschenkidee, aber doch mehr was für die Wein- anstatt für die Putzkiste.

e-luxe-Modell für Pferdefreunde mit eigenen Ländereien. Very British!

Hufkratzer von Pfiff

Das Gegenteil zum noblen Outfitter ist dieser 16 Zentimeter lange Metall-Hufkratzer von Pfiff. Das einzig Extraordinäre: Er ist in verschiedenen Farben erhältlich, das war’s aber auch schon.

Für rund einen Euro ist er günstig zu haben. Die Klinge beschreibt einen konsequenten 45-Grad-Winkel, am Ende ist sie vorbildlich breit, flach und abgerundet. Da der Griff eine glatte Oberfläche hat, muss man fest zupacken – dieser Hufräumer verwöhnt seinen Anwender nicht mit ergonomischen Feinheiten.

Seine Schlichtheit ist auch seine Stärke: Im Grunde ist er unverwüstlich und ein guter Aufräumer. Keine Experimente, keine Bürste – doch mit diesem knochigen Klassiker macht man nichts falsch.

Hufkratzer mit LED-Leuchte von HKM

All jenen, die ihren Pferden regelmäßig die Hufe in stockfinsterer Nacht säubern müssen, etwa weil das Licht in der Stallgasse nicht funktioniert, ist mit diesem HKM-Hufkratzer definitiv gedient: Eine batteriegespeiste LED-Leuchte am unteren Kopfende spendet auf Knopfdruck freie Sicht auf Strahl und Furche.

Achtung: Vor Gebrauch ist ein Klebestreifen von der Batterie zu entfernen, um den Kontakt freizumachen. Dafür muss man den Griff hinten öffnen. Ein entsprechender Hinweis fehlte allerdings beim gelieferten Test-Objekt.

Hufkratzer mit LED-Leuchte von HKM

Das rund acht Euro teure Modell gemahnt in seiner Form an einen kleinen Tomahawk (für die Jüngeren: indianische Streitaxt), mit 22 Zentimetern Länge ist er das Längste und Klobigste der hier ausprobierten Fabrikate.

Sein Griff ist anschmiegsam wie ein Vierkantholz, das Design schert sich einen Dreck um Komfort. Der (zu lange) Griff erschwert die Arbeit ohne Not – es sei denn, man hat Hände wie Baggerschaufeln.

Dennoch: Die Metall-Klinge ist an der Spitze huffreundlich gerundet und mit der angebrachten, stabilen Bürste lässt sich trefflich ausputzen. Insofern: eine Leuchte.

Pummelfee-Hufkratzer von Haas

Mit der Bürste des „Pummelfee“-Hufkratzers von Haas lässt sich leicht der Innenhuf schrubben, die Kratzborsten sind fest, aber nachgiebig wie eine gute Zahnbürste.

Die Zielgruppe hierfür ist klar: Kinder. Ein Kinderspiel ist der rosafarbene „Zauberstab“ (Werbetext) für 3,95 Euro gleichwohl nicht. Er ist zwar robust und scheint unkaputtbar, ist durchgängig aus Kunststoff, also aus einem Guss, und liegt mit seinen 17,5 Zentimetern Länge gut in der (Erwachsenen-)Hand.

Pummelfee-Hufkratzer von Haas

Die Plastik-Klinge ist allerdings recht breit, was das Auskratzen der Hufe spätestens dann schwierig macht, wenn sie klein sind und/oder der Grip des Winterbeschlags die zu säubernde Fläche verengt.

Hinzu kommt: Die Pummel-Spitze ist wirklich spitz. Die Gefahr, mehr als nur den Dreck aus dem Huf zu schaufeln, ist bei unbedachter Handhabung dann doch ein Thema. Deshalb (und nur deshalb!) keine ganz runde Sache.

Joker von Haas

So eine Sache ist das dann auch mit dem „Joker“ von Haas: Mit der eingesetzten Klinge holt man zwar leicht allerlei Grobzeug aus dem Huf, auch als Eisbrecher nach dem Aufstollen tut er gute Dienste – nicht zuletzt, weil er dank seines welligen Griffs gut in der Hand liegt.

Beim Entfernen von Steinchen aus den Strahlfurchen ist der 16 Zentimeter lange Hufräumer allerdings so vorsichtig zu handhaben wie ein Sezierbesteck, will man nicht tiefere Gebrauchsspuren hinterlassen. Genau genommen ist dieses Fabrikat mit seinem aggressiven Design (starre Klinge, harte Borsten) mehr für die Detailarbeit.

Bohrergleich lässt sich etwa hiermit ganz prima hartnäckiger Schmutz aus Stollenlöchern lösen. Dass Griff und die 3,5 Zentimeter lange Klinge im 90-Grad-Winkel zueinanderstehen, macht dieses Tätigkeit recht einfach.

Joker von Haas

Die kleine schwarze Bürste zeigt hingegen bereits nach erstmaligem Gebrauch erste Auflösungserscheinungen, was in seltsamem Kontrast zur Borstenhärte steht.

Für ein flächendeckendes wie dauerhaftes Aus- bzw. Abbürsten hat sie sich im Test als wenig hilfreich erwiesen, die Borsten zeigten hier nur mäßige Ergebnisse.
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