3 Kameras im Test für gute Reitvideos

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Foto: Thomas Hartig CAVALLO Kamera Reit-Videos

Pixio Camera Robotman - die Technik

Der Robotman des französischen Herstellers Pixio besteht aus mehreren Komponenten: erstens aus der Roboter-Einheit, zweitens einem Armband mit Sensor und drittens aus drei Mini-Transpondern. Diese Transponder dienen als Orientierung für den Roboter; sie werden im Umkreis von maximal 100 Metern um den Roboter platziert. Das Sensor-Armband trägt der Gefilmte am Körper.

Der Roboter wird auf ein Stativ montiert und auf den Roboter eine Kamera. Zahlreiche Modelle von Sony und Canon sind mit dem Roboter kompatibel: Werden sie via USB-Kabel mit dem Roboter verbunden, zoomen sie automatisch heran und hinaus. Kameras von JVC, Panasonic, Nikon oder GoPro können zwar aufnehmen, aber nicht zoomen. Per Knopfdruck wird der Roboter aktiviert und folgt dann mit der Kamera dem Sensor-Armband.

Pixio Camera Robotman - Preis und Praxistest

Preis: Ab ca. 815 EUR (Roboter, Armband und Transponder), etwa 1.250 EUR fürs Komplettpaket mit Stativ und Sony HDR CX450 Kamera.

Praxistest: Auf den ersten Blick wirkt die Technik verwirrend: Mit welchem Kabel muss die Kamera angeschlossen werden, wo muss welcher Transponder stehen? Anwendung und Aufbau des Equipments sind jedoch klar und nachvollziehbar beschrieben. Man braucht nur wenige Minuten, um die Transponder zu verteilen und die Kamera aufzustellen. Dann Kamera anschalten, Armband und Roboter mit je einem Knopfdruck aktivieren – schon läuft die Aufnahme. Die Übertragung Armband/Roboter funktioniert problemlos; der Roboter folgt dem Reiter in allen Gangarten und allen Hufschlagfiguren. Nach dem Reiten lässt sich der Film auf der Kamera ansehen.

Pixio Camera Robotman - Fazit

Fazit: Nicht günstig, aber perfekt für Reiter, die ihr Training regelmäßig und in Top-Qualität filmen wollen.

Ricoh Theta S - die Technik

Die Technik: Das Modell Theta S vom japanischen Elektronikhersteller Ricoh verfügt über zwei lichtstarke Objektive mit Doppellinse. Das heißt, auf jeder Seite des Geräts ist ein Objektiv. Jedes davon nimmt separat voneinander das auf, was auf „seiner“ Seite zu sehen ist. Daraus wird später das Video zusammengesetzt: In der Ansicht auf PC oder Smartphone zeigen sich dann zwei voneinander getrennte, runde Bildausschnitte. Wechselt der Reiter etwa von einem Objektiv ins Blickfeld des anderen, reitet er auch im Video von einem Bildausschnitt zum anderen (sogenanntes Kugelpanorama).

Mit dem Theta S sind Full-HD-Videos möglich. Die Aufnahmezeit beträgt bis zu 65 Minuten (davon bis zu 25 Minuten am Stück; danach muss die Kamera wieder aktiviert werden).

Das Theta S lässt sich via Wi-Fi mit dem Smartphone verbinden und steuern. Auch die Videos werden drahtlos übertragen und können direkt nach der Aufnahme auf dem Smartphone angesehen werden. Die Kamera verfügt zudem über einen USB- und HDMI-Anschluss.

Abmessungen: ca. 44 x 130 x 23 Millimeter, ca. 125 Gramm Gewicht.

Ricoh Theta S - Preis und Praxistest

Preis: Ab ca. 300 EUR.

Praxistest: Die Kamera ist einfach zu bedienen. An der Seite gibt es drei Tasten: eine An- und Ausschalttaste, eine, um die Wireless-Funktion zu aktivieren, und eine, um zwischen Foto und Video zu wechseln. Die Auslöstetaste ist an der Front; einfach drücken, schon läuft die Aufnahme. Alternativ lässt sich die Kamera via Handy starten.

Im Test stellten wir das Gerät auf einen Sprungständer in die Reithallenmitte. Das reichte aus; wer’s stabiler mag, kann die Kamera auf ein Stativ montieren.

Der Akku hielt zwei Reitstunden hintereinander. Die Kamera musste nach 25 Minuten neu aktiviert werden. Bis zu einer Entfernung von etwa fünfzehn Metern ist der Reiter gut zu erkennen, danach wird er auf dem Film zu klein.

Ricoh Theta S - Fazit

Fazit: Hochwertige Videos, einfache Bedienung, direkte Analyse nach dem Ritt: Wer sich gelegentlich filmen will, ist damit gut beraten. Einzig an die Kugelpanorama-Ansicht muss man sich gewöhnen.

LG 360 Cam - die Technik

Die Technik: Auf jeder Seite der 360 Cam des südkoreanischen Elektronikherstellers LG findet sich eine Kameralinse mit je 13 Megapixel. Die Aufnahmen daraus werden zu einem 360-Grad-Video zusammengefügt; das heißt, der Reiter trabt auf der Aufnahme beispielsweise aus dem linken Bildrand und taucht gleich wieder am rechten auf. Eine der beiden Kameras kann per Knopfdruck deaktiviert werden, sodass auch die Aufzeichnung von 180-Grad-Videos möglich ist.

Die Kamera verfügt über einen USB-Anschluss und lässt sich per App vom Smartphone bedienen (Voraussetzung: ab Android 5.0 oder Windows 7). Die Videos können nicht auf dem Handy angesehen, sondern müssen auf den PC überspielt werden. Die Kamera benötigt einen externen Speicher (Micro-SD-Karte); das erhöht die Aufnahmekapazität auf bis zu zwei Terrabyte. Die Aufnahmezeit beträgt bis zu 70 Minuten.
Abmessungen: ca. 25 x 97 x 40 Millimeter.
Gewicht: ca. 75 Gramm.

LG 360 Cam - Preis und Praxistest

Preis: Ab ca. 180 EUR.

Praxistest: Die 360 Cam funktioniert ähnlich wie das Modell von Ricoh, ist aber von der Bedienung noch simpler: Es gibt lediglich einen An-/Aus-Knopf an der Seite sowie eine Aktivierungstaste an der Front (kurz drücken für Foto, lang drücken für Videoaufnahme). Wer etwa Weißabgleich und Co. einstellen möchte, ist auf die App angewiesen, die wiederum ein entsprechend modernes Smartphone voraussetzt. Wer das nicht hat, kann die Videoaufnahme lediglich starten und beenden.

Bei Tageslicht-Reitstunden war die Qualität der Videos in Ordnung; in der Dunkelheit wurde die Qualität trotz beleuchteter Halle schlechter. Das Bild rauschte dann und wurde unscharf. Gut zu erkennen war der Reiter bis zu einer Entfernung von etwa zehn Metern. Die gekrümmte Fischaugen-Ansicht des Videos war ungewohnt.

LG 360 Cam - Fazit

Fazit: Für eine 360-Grad-Kamera recht günstig und einfach zu bedienen; gut für Tageslichtaufnahmen. Die Schwächen liegen in der Bildqualität, insbesondere in der Dunkelheit.
Mehr zu dieser Fotostrecke: Reit-Videos: Kameras im Praxis-Test