Reitschulen in Oberhausen im Test

Reitschule im Test: Timberline-Westernschool

Foto: CAVALLO CAVALLO Reitschultest Oberhausen

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CAVALLO hat die Timberline-Westernschool in Oberhausen getestet. Warum wir die Reitschule empfehlen, erfahren Sie hier.

Stormy ist der Mann mit Mütze. Der Paint-Wallach hat eine weiße Nase und einen weißen Hals – nur seine Ohren und das Fell rundum sind farbig. „Diese Zeichnung nennt man Basecap“, erklärt Reitlehrerin Maja Deeb, bei der ich heute Unterricht habe. Ich sitze im Sattel eines Stars: Stormy hat bereits erfolgreich an Europameisterschaften teilgenommen. Wie wird er sich als Schulpferd machen?

Viel Zeit mitbringen

Bevor es mit der Reitstunde losgeht, dauert es. Das hatte Maja Deeb am Telefon bereits angekündigt. Ich soll mindestens zwei bis drei Stunden Zeit mitbringen. Wir holen zusammen mit noch einer weiteren Reitschülerin die Pferde von der Koppel. Stormy ist bereits 22 Jahre alt, arbeitet aber noch ein wenig. „Wir gymnastizieren ihn, damit er gesund bleibt“, sagt Maja Deeb. Da er einen leichten Senkrücken hat, gibt es für ihn eine Gewichtsbegrenzung. Bevor wir putzen, sollen wir die Pferde in eine Box stellen und kurz warten, damit sie Wasser lassen können. Im Boxenstall riecht es stark nach Ammoniak.

Am Testtag werden die Boxen gerade gemistet, was den Geruch noch verstärkt. „Wir hätten gerne luftigere und größere Boxen, doch das lässt sich in alten Gemäuern nicht einfach umsetzen“, sagt Maja Deeb. Die Pferde stehen nur nachts drin. Dann putzen wir ausgiebig und es vergeht eine Dreiviertelstunde, bis wir auf den Pferden sitzen.

Erst jetzt startet die Reitzeit

„Eure Reitstunde beginnt aber erst jetzt“, sagt Maja Deeb, die mir vorher genau erklärt hat, worauf es beim Satteln und Trensen ankommt. Es gibt einen großen Reitplatz, den ich auf 20 x 60 Meter schätze, und einen kleineren Trailplatz, auf dem wir heute reiten. Dort gibt es eine Brücke, ein Tor sowie viele Stangen und Pylonen. Bevor es an die Reitaufgaben geht, sprechen wir über den Sitz und machen eine kleine Übung dazu. „Als Reiter sitzen wir auf drei Punkten: dem Schambein und den beiden Sitzbeinhöckern“, erklärt die Reitlehrerin. Um diese zu spüren, sollen wir die Zügel übers Horn legen und die Hände weit nach oben strecken. Dann überprüfen wir die Bremse. „Dazu schwer einsitzen und den Bauchnabel Richtung Horn bringen, um das Becken zu kippen“, sagt die Reitlehrerin. Stormy hält zuverlässig an. Er ist ein eher gemütliches Pferd. Man merkt ihm an, dass er im Pleasure zuhause ist, wo Gangarten sehr langsam geritten werden. „Wir reiten mit Impulsen, das bedeutet, wir geben Hilfen nur, wenn wir was verändern möchten,“ erklärt Maja Deeb. Sie gibt uns immer wieder neue Aufgaben, lässt uns Volten reiten oder rückwärtsrichten. Stormy ist auf beiden Händen sehr biegsam. Nach ein paar Runden Trab, der sehr untertourig ist, darf ich angaloppieren. Stormy reagiert gut auf die Hilfen, die Maja Deeb ausführlich erklärt hatte.

Eine Trailaufgabe zum Abschluss

Nach dem Galopp bekomme ich eine neue Aufgabe: Stormy soll mit den Vorderbeinen über die Stange und dann seitwärtstreten. „Dazu brauchst du deinen inneren Sitzbeinhöcker und deinen inneren Schenkel“, erklärt sie. Zum Schluss stellt sie eine Trailaufgabe: Wir sollen erst über die Brücke reiten, dann Slalom um die Pylonen, ein kurzer Galopp und zwischen zwei Stangen rückwärts. Stormy meistert alle Übungen. Der Paint-Wallach ist ein tolles Lehrpferd und darf sich über vier Hufeisen freuen. Ebenso gut schneidet Reitlehrerin Maja Deeb ab, die uns nicht nur rundum betreute, sondern auch immer den richtigen Tipp parat hatte. 35 Euro habe ich für 60 Minuten Unterricht bezahlt.

In Sachen Pflege und Haltung ist der Betrieb ebenfalls gut. Die meisten Pferde leben wie Stormy in einem der beiden Offenställe. Die Innenboxen sind schlecht belüftet und gerade groß genug. Die Schulpferde sind gepflegt, haben ordentliches Sattel- und Putzzeug. Ich vergebe drei Hufeisen für Pflege und Haltung.

Die Trainingsmöglichkeiten sind dank Trailplatz und Reitplatz sehr gut – allein eine Reithalle fehlt und bei schlechtem Wetter fällt der Unterricht deswegen aus. Die Terminabsprache hat gut geklappt. Ich notiere drei Hufeisen für den Reitbetrieb und muss mich nach drei Stunden regelrecht losreißen.

Bewertung

Schulpferd: vier von vier Hufeisen
Reitlehrer: vier von vier Hufeisen
Reitbetrieb: drei von vier Hufeisen
Pflege & Haltung: drei von vier Hufeisen

Kontakt

Timberline-Westernschool
Stooter Straße 60
45481 Mühlheim a. d. Ruhr
Telefon: 0170 / 58 069 54
www.timberline-westernschool.de

05.11.2018
Autor: CAVALLO
© CAVALLO
Ausgabe 10/2018