Selbsttest: Probleme finden

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Foto: Lisa Rädlein CAVALLO Kastner Motion Serie

Test-Übung 1: Treten im Stand

Das bringt's: Damit der Unterschenkel ruhig am Pferdebauch anliegen kann, müssen Schienbein- und Wadenmuskulatur entspannt und aufgewärmt sein. Das erreichen Sie mit dieser Übung, die die beiden Muskelpartien koordiniert: Die Schienbeinmuskulatur wird aufgewärmt, die Unterschenkelwade wird durch das Anheben des Fußballens entspannt.
So geht's: Stellen Sie Ihren Fußballen auf ein etwa zehn Zentimeter hohes Hindernis (Stein, Ball, Holzbalken oder Ähnliches). Nun heben Sie die Ferse betont langsam an und senken sie im Anschluss wieder ab.
Wie oft? Beginnen Sie mit einem Bein und heben Sie die Ferse 20-mal an. Danach wechseln Sie das Bein und wiederholen die Übung ebenfalls 20-mal.
Tipp: Es reicht, wenn Sie das Bein nur mit dem Eigengewicht auf dem Hindernis auflegen; Sie müssen den Fußballen nicht kräftig darauf drücken. Der Druck auf den Fußballen sollte während der gesamten Übung gleich hoch bleiben.

Test-Übung 2: Treten auf dem Stuhl

Das bringt's: Wenn wir uns im Alltag fortbewegen, kommt automatisch die Ferse hoch: nämlich, wenn wir den Fuß vom Boden abdrücken. Das Sprunggelenk wird mithilfe von Hüfte und Knie gestreckt. Im Sattel führt die Bewegung zu Problemen: Die Knie wandern hoch, der Reiter verliert die Balance. Die Übung hilft, die Gelenke unabhängig voneinander zu bewegen. Das verhindert, dass die Ferse beim Reiten hoch kommt.
So geht's Für diese Übung brauchen Sie einen Stuhl und ein Springseil (alternativ ein Führstrick oder Zügel). Setzen Sie sich auf den Stuhl und stellen Sie den Fuß mit dem Ballen so in das Seil, als würden Sie ihn im Steigbügel haben. Nun senken A und heben B Sie die Ferse im Wechsel. Seil und Fußballen bleiben währenddessen ruhig.
Wie oft? Ferse zehnmal heben und senken, dann das Bein wechseln. Die Übungsfolge dreimal wiederholen.
Tipp: In den Händen erfühlen Sie die Spannung, die im Seil steckt. Sie sollte während der Übung gleich hoch bleiben. Konzentrieren Sie sich auf das Absenken der Ferse. Haben Sie damit Probleme, stellen Sie sich vor, Sie würden den Ballen leicht anheben. Er darf dabei nicht den Kontakt zum Seil verlieren.

Test-Übung 3: Fersen zum Po

Das bringt's: Eine ruhige Wade am Pferdebauch hat ihren Ursprung im Oberschenkel. Genauer: in der hinteren Oberschenkelmuskulatur (Reitmuskulatur). Sie ist zum einen verantwortlich für ein korrektes Treiben. Zum anderen sorgt sie dafür, dass der Unterschenkel beim Leichttraben, im Entlastungssitz und leichten Sitz ruhig am Pferdebauch anliegt. Mit dieser Aufwärm-Übung werden die hinteren Oberschenkelmuskeln fürs Reiten vorbereitet.
So geht's: Heben Sie ein Bein so weit nach hinten an, dass Ihre Ferse fast Ihren Po berührt A. Setzen Sie das Bein ab und heben Sie direkt im Anschluss das andere Bein auf die gleiche Höhe an B. Starten Sie mit einem langsamen Tempo und steigern Sie die Geschwindigkeit nach und nach. Klappt das, können Sie die Übung während des Laufens ausführen.
Wie oft? Heben Sie jedes Bein im Wechsel 30-mal an.

Test-Übung 4: Übung im Sattel - Fersenposition variieren

Da bringt's: Die Übung koordiniert das Zusammenspiel zwischen hinterer und vorderer Unterschenkelmuskulatur. Die Schienbeinmuskeln werden damit aktiviert, und gleichzeitig entspannen sich die Wadenmuskeln. Das hilft Ihnen dabei, dass Sie den Unterschenkel im Sattel ruhig halten und Ihr Absatz tief bleibt.
So geht's: Setzen Sie Ihren Fuß normal im Steigbügel auf. Nun heben Sie die Ferse so hoch wie möglich an A. Dann senken Sie sie so tief wie möglich B. Wiederholen Sie das einige Male, dann halten Sie den Fuß waagerecht C.
Wie oft? Im Schritt eine Runde um den Platz oder in der Halle, anschließend eine Runde mit dem anderen Bein. Dreimal wiederholen.
Tipp: Betonen Sie vor allem die Bewegung nach unten B. Achten Sie darauf, dass der Winkel im Kniegelenk während der Übung unverändert bleibt. Der Unterschenkel darf nicht nach vorne durchgedrückt werden.

Test-Übung 5: Übung im Sattel - Unterschenkel variieren

Das bringt's: Das Kommando „Fersen tief“ hat sicherlich jeder Reiter schon einmal gehört. Das kann im Sattel jedoch häufig zu einem falschen Bewegungsmuster führen: nämlich dann, wenn der Reiter dazu die Bewegung aus dem Alltag übernimmt (z.B. vom Aufsetzen der Ferse beim Gehen). In diesem Fall streckt der Reiter automatisch den Unterschenkel nach vorne weg. Die Übung hilft dabei, die Position des Unterschenkels besser wahrzunehmen und auch zu kontrollieren. Zudem lernt der Reiter dabei, seine hintere und vordere Oberschenkelmuskulatur besser zu koordinieren. Vor allem die hinteren Oberschenkelmuskeln werden aktiviert; sie braucht der Reiter im Sattel besonders.
So geht's: Sie sitzen im Grundsitz im Sattel, das Bein hängt locker herunter. Nun strecken Sie den Unterschenkel aus dem Knie heraus nach vorne. Den Fußballen senken Sie dabei so weit wie möglich ab A (bei Stiefeln ist der Spielraum begrenzt). Anschließend halten Sie den Unterschenkel wieder in Normalposition. Den Fußballen heben Sie so weit an, dass der Fuß waagerecht ist B.
Wie oft? Führen Sie diese Übung beim Schrittreiten zehnmal mit einem Bein aus, danach zehnmal mit dem anderen Bein. Den Übungssatz dreimal wiederholen.
Tipp: Konzentrieren Sie sich vor allem darauf, den Fuß waagerecht zu halten B. Sie können die Übung auch abwandeln: Unterschenkel vorstrecken und dabei den Ballen anheben, anstatt ihn abzusenken. Anschließend den Unterschenkel in Normalposition bringen und den Ballen senken. Der Wechsel zwischen den beiden Varianten macht Unterschenkel und Fuß beweglicher.
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