So ermitteln Reiter das Gesamtgewicht des Pferdehängers

Zubehör erhöht das Gesamtgewicht

Pferdeanhänger wiegen oft mehr, als in den Papieren steht. Wenn sich Reiter dann noch mit dem Gewicht Ihres Pferds verschätzen, wird der Hänger schnell zu schwer. Wer einen Pferdeanhänger überlädt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen.
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Seit 1998 müssen Anhängerhersteller einen Toleranzbereich für das Leergewicht des Pferdehängers angeben. Wer nun im Fahrzeugschein einen solchen Toleranzbereich sieht, erkennt erst, wie groß die Unterschiede sein können. Camp-Let gibt für seinen Mustang Allround zum Beispiel einen Bereich von 777 bis 903 Kilo an. Das sind satte 133 Kilo Unterschied, etwa so viel, wie ein Shetland-Pony wiegt.

Vorsicht ist auch bei gebrauchten Anhängern angebracht. Neben den ungenauen Leergewichtsangaben der Hersteller können Umrüstungen des Vorbesitzers die Nadel der Waage deutlich nach oben treiben. Bereits im April 2004 verglich CAVALLO bei verschiedenen Anhängern das reale mit dem angegebenen Leergewicht. Spitzenreiter war ein Pferdehänger, der stattliche 1016 Kilogramm wog. Im Fahrzeugschein standen hingegen moderate 700 Kilo. Der Vorbesitzer hatte unter anderem zwei Wassertanks in den Hänger eingebaut. Das Gewicht nach oben treiben können auch völlig unscheinbare Ausrüstungsteile wie etwa Gummimatten. Sie nutzen mit der Zeit ab und müssen gegebenenfalls ausgewechselt werden. Je nach Mischung und Dicke der neuen Matte hat der Anhänger plötzlich einige versteckte Pfunde mehr auf der Waage.

Auch Trennwände und Stangen können ganz schön ins Gewicht fallen, ebenso wie die Westernsättel in der Sattelkammer, der Sack mit der hauseigenen Futtermischung und das Weidezaungerät für den mobilen Paddock. Die größte Unbekannte in der Gleichung hat jedoch vier Beine.

14.04.2012
Autor: Markus Bauer
© CAVALLO
Ausgabe 09/2011