Profi-Tipps für die Grundausbildung beim Reitpferd

Anreiten und Schritt prüfen

Die ersten Schritte verraten, ob ein Pferd reell ausgebildet oder auf Schau ­getrimmt wurde. Experten merken sofort, ob der Rücken locker bleibt, es ­Widerstand im Genick gibt, die Pferde fleißig im Takt vorwärts gehen.
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Foto: Rädlein Grundausbildung

Friesin Nadja ist im Schritt faul.

Die 11jährige Friesenstute Nadja tut das nicht. Unter ihrer Besitzerin tritt sie im Schritt mit den Hinterhufen gerade einmal in die Spur der Vorderhufe und wirkt faul. Die Experten sehen ihren Verdacht vom Vormustern bestätigt, wo ihnen die abgebrochenen Haare in Nadjas Schenkellage bereits mangelnden Schenkelgehorsam signalisierten.

Dass Nadja schon in der Lösephase Schulterherein geritten wird, gefällt Michael Putz nicht. „Bei diesem Pferd ist das kontraproduktiv.“ Er rät zum Seitwärtsverzicht, weil Seitengänge faule Pferde noch mehr bremsen, anstatt sie zu wecken.

Foto: Rädlein Grundausbildung

Traberin Lubi-Maya tritt hinten kurz-lang.

Lubi-Maya und der siebenjährige Württemberger-Wallach Romeo schreiten fleißig, aber nicht im Takt. Ihre Hinterbeine fußen im Kurz-Lang-Rhythmus. „Das kommt vor allem bei verspannten, schiefen Pferden vor“, sagt Michael Putz. „Ein Hinterbein tritt dann kürzer, entweder, weil es von der inneren Hand des Reiters blockiert wird, oder weil das Pferd auf dieser Seite nicht ordentlich an das Gebiss tritt.“

24.06.2009
Autor: Melanie Tschöpe
© CAVALLO
Ausgabe 09/2008