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Pferdestall im Test - Hof Brüning

Pferdezucht auf Hof Brüning

Bei Familie Brüning entwickeln sich aus Jungpferden gesunde und leistungsstarke Pferde. Das Rezept der Züchter: Futteranalyse, viel Bewegung und flexible Gruppen.

Bei dieser Stallrunde geht die Reise erst einmal zurück – und zwar in der Zeit. Ins Jahr 1430: Columbus war noch nicht in Amerika gelandet, da war die Hofanlage Brüning schon in Familienbesitz. Viele Generationen lebten hier eng mit Tieren zusammen und sammelten Wissen über Landwirtschaft. Heute ist der Hof in Ochtmannien bei Verden ein moderner Betrieb mit 200 Pferden mitten im Herzen der hannoverschen Zucht. Bei dem Mix aus Tradition und Innovation in der Haltung können sich Fohlen und Jungspunde prächtig entwickeln. „Pferde brauchen von klein auf Licht, Luft, Bewegung und Artgenossen. Nur so wachsen sie zu gesunden und leistungsstarken Sportpartnern heran“, sagt Hannes Brüning, der den Betrieb seit zehn Jahren zusammen mit seinem Vater Hans-Heinrich leitet.

Bei der Tour über den Hof zeigt der Züchter, mit welchen Tricks er dafür sorgt, dass sich junge Pferde gesund entwickeln, was früh eine gute Erziehung fördert und wie er die Tiere ohne Stress in kleinen Gruppen zusammenführt. Die Tour über den Hof beginnt im früheren Kuhstall. Dieser ist seit sechs Jahren die Geburtenstation: Hier bekommen die Zuchtstuten ihre Fohlen. Dafür gibt es drei große Abfohlboxen. Vor und nach der Geburt stehen die Stuten in großen Laufställen mit Zugang zur Weide und einem befestigten Außenbereich.

Futter und Wasser gibt‘s immer draußen. „Das regt zur Bewegung an“, sagt Hannes Brüning. „Die Fohlen sollen draußen auf dem harten Boden viel laufen. Das ist gut für die Entwicklung der Sehnen und Bänder.“ Der Laufstall lässt sich in zwei Teile trennen, in jedem ist Platz für zehn Stuten. „Vorne stehen immer die Stuten, die bald fohlen. So habe ich sie besser im Auge“, erklärt der Pferdezüchter. Brauchen die Fohlen mal ihre Ruhe, machen sie es sich im Stroh einer abgetrennten Kinderstube gemütlich. Dafür schlüpfen sie unter niedrigen Balken hindurch, die den Bereich vom Rest abgrenzen. Zutritt für Mamas verboten.

Etwa 50 Fohlen kommen jedes Jahr auf dem Gestüt zur Welt. Gute Erziehung lernen sie von Anfang an. „Wir binden sie schon ganz jung zum Füttern an. So verbinden sie mit dem Halfter gleich etwas Positives“, sagt Hannes Brüning. Dafür gibt es an den Trögen keine Ketten, sondern kurze Anbinder aus Nylon. Weder in der Erziehung noch beim Absetzen machen die Fohlen Probleme. „Sie wachsen ja von Anfang an mit vielen Spielkameraden auf. Das bringt Spaß und Selbstvertrauen. Selbst ganz junge Fohlen bemerken es oft gar nicht, wenn die Mama mal kurz zur Untersuchung weg ist.“

Bei so vielen Fohlen heißt es: Übersicht bewahren. Deshalb grenzt an den Stutenstall auch einen kleiner Raum – das Kontrollzentrum. Ein Plan an der Wand listet alle errechneten Abfohltermine auf. Außerdem gibt es dort einen Geburtsmelder. Platzt die Fruchtblase einer Stute, klingelt es im Stall und auf dem Handy von Hannes Brüning. Dieser Alarm minimiert das Risiko einer unbeaufsichtigten Geburt. Dafür tragen die Stuten einen Chip an der Scheide. „Den nähe ich meist selbst etwa zwei Wochen vorm Geburtstermin an“, so der Züchter.

Das macht er in der ehemaligen Milchkammer, die nur eine Stallgasse vom Laufstall trennt. Sie ist nun ein Tierarztraum, in dem Stuten untersucht, behandelt und besamt werden. Die Fliesen an der Wand erinnern noch an Zeiten, als hier die Milch floss. „Die Trennung von den Rindern fiel uns schwer“, erzählt Hannes Brüning. Schließlich begann mit ihnen die Zuchtleidenschaft in der Familie. Sein Großvater erhielt für die Rinderzucht sogar den Staatsehrenpreis. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg kaufte er seine ersten beiden Stuten.

Sein Züchterauge ließ ihn bei Pferden nicht im Stich. Von ihm erbten Hannes und sein Vater Hans-Heinrich das Feeling für gute Pferde. Aus zwei Pferden wurden 200. Etwa 130 davon stehen bei den Brünings in Pension. Die meisten sind Zuchtstuten und Fohlen zur Aufzucht. Die Besitzer kommen aus Kanada, Dubai und Russland. „Ob Pensionspferde oder unsere eigenen – wir behandeln alle Tiere gleich. Das ist uns wichtig“, betont der Stallbetreiber.

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Gruppenhaltung auf Hof Brüning

Die zweite Etappe der Stallrunde führt in den Jungpferdestall – das neueste Gebäude der Anlage. 2010 ließ ihn die Familie nach eigenen Wünschen bauen. Was war ihnen dabei wichtig? „Junge Pferde brauchen Freunde, Licht und frische Luft.“ Ein weiterer Aspekt: Jungpferde-, Stuten- und Reitpferdestall sind voneinander abgegrenzt. Das soll das Ansteckungsrisiko bei Krankheiten senken. „Die Turnierpferde kommen so nicht in Berührung mit den jungen Tieren und Zuchtstuten,“ erklärt Hannes Brüning.

Der Jungpferdestall ist insgesamt 73 Meter lang. Links und rechts von der fünf Meter breiten Stallgasse sind einzelne Laufställe, auf einer Seite des Stalls mit Außenpaddocks. In jedem ist Patz für fünf bis zehn junge Pferde. „Die Größen sind nicht einheitlich, damit wir die Pferde flexibler einteilen können.“ Eine Längsseite des Stalls ist offen. Das sorgt für Helligkeit, und es strömt immer frische Luft hinein.

„Im Winter ist es im Stall genauso kalt wie draußen“, sagt der Züchter. Damit es nicht zieht, haben Brünings die Erde vom Bau zu einem Wall vor den Außenpaddocks aufgeschüttet. Über einen Gang in der Mitte ist der Stall in zwei Hälften geteilt. Die Pferde können darüber direkt auf die Weide. Praktisch: Die Trennwände zwischen den einzelnen Abteilen der Laufställe lassen sich zum Misten umklappen. Und durch die breite Stallgasse passt ein Futterwagen. Der serviert den jungen Pferden fertig gemischtes Fressen auf Rädern. „Die Pferde können den ganzen Tag fressen, so vermeiden wir Futterneid.“ Damit die Pferde optimal mit Nährstoffen versorgt sind, lässt der Züchter im Herbst eine Grundfutteranalyse machen. Das Mineralfutter wird darauf abgestimmt.

Gut durchdacht ist auch das Zusammenführen der einzelnen Pferde in Gruppen. „Alle neuen Pferde zur Aufzucht kommen an einem Tag. So ist die Situation für alle gleich“, erklärt Hannes Brüning. Die Gruppen stellt er nach Alter und Geschlecht zusammen. Sie umfassen nie mehr als zehn Pferde. „Das vermeidet Streit sowie Verletzungen und erleichtert uns die Kontrolle“.

Auf der letzten Etappe geht es in den Reitpferdestall. Hier stehen die Pferde in großen Boxen. Auf Paddocks und Weiden drumherum dürfen sie sich frei bewegen. Direkt nebenan sind Reit- und Longierhalle, Außenplatz und eine Führanlage. Und was fehlt dem Züchter noch für die Reise in die Zukunft? Nichts. „Gerade bin ich genauso, wie es ist, einfach wunschlos glücklich.“

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Alena Brandt
Die Ställe auf dem Hof der Familie Brüning sind hell und luftig. Die Pferde können von dort aus direkt auf große Weiden. Fohlen wachsen in der Gruppe auf.

Pferdestall im Test - Aktivstall Brüning

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Eckdaten

Kontakt: Hof Brüning,
27305 Süstedt-Ochtmannien
www.hof-bruening.de

Haltung: Zucht- und Ausbildungsstall, Gruppenhaltung und Boxen Anlage: Reithalle (42 X 16 Meter), Außenreitplatz (25 x 65) mit Ebbe-Flut-System, Longierhalle, Führanlage, große Weideflächen

Preis: Jungpferd: 200 Euro, Zuchtstute: 280 Euro im Monat inklusive Rau- und Kraftfutter.

Freie Plätze: Auf Nachfrage.

Das Video zum Artikel gibt es unter: www.cavallo.de/stallrunde

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