Teil des
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Test: Reitschulen am Niederrhein

Reiten am Niederrhein

CAVALLO-Redakteurin Miriam Kreutzer hat vier Reitschulen am Niederrhein getestet. Hier finden Sie ihre Bewertung und Fotos. Eine Reitschule wurde zum zweiten Mal getestet und wird erneut von CAVALLO empfohlen!

Miriam Kreutzer landet in Kevelaer zunächst in einem Restaurant, bevor sie den Reitstall Horsefeelings entdeckt. Doch die Suche endet nicht. Wo steckt nur die Reitlehrerin? Im Reitstall Schweckhorst freundet sich Miriam Kreutzer mit Wallach Roncalli an. Der braune Riese hält die Reitschultesterin nicht nur unterm Sattel mächtig auf Trab. Der Tag beginnt im Reitercamp Hötzenhof mit einem Tritt gegen das Schienbein. Im Unterricht soll die Testerin dann dem Pferd zeigen, wo der Kopf hingehört. Im Reitstall Hoiman ist die Testerin begeistert, dass auf Sicherheit gesetzt wird. Weniger prickelnd ist dafür die Stunde auf Iris.

Horsefeelings

Ups! Anstatt in einem Reitstall lande ich zunächst im Restaurant des Sporthotels. Der Stall namens Horsefeelings, den Sabine Stahl mit Cutting-Profi Mirko Nuhn betreibt, liegt direkt nebenan.

Die kleine Anlage bietet beste Trainingsbedingungen: eine 20x60 Meter große Reithalle, eine kleine Bewegungshalle, eine Führanlage sowie Roundpen und Trailplatz. Die Pferde stehen größtenteils auf den Paddocks, die sich im hinteren Bereich des Geländes befinden. Die 49 Boxen, die etwa 3 mal 3,5 Meter messen, sind teilweise dunkel, nur manche haben ein Außenfenster. Sie werden gerade gemistet und sind leer; die Pferde stehen draußen in den Ausläufen.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen am Niederrhein

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Da Reitlehrerin Sabine Stahl noch nicht da ist, zeigt mir eine Einstellerin vier Wochen alte Border-Collie-Welpen, die in einer Box spielen und fiepen. Schließlich fährt Sabine Stahl in Begleitung ihres Mannes Mirko auf den Hof und erzählt, dass sie noch ein junges Pferd zu seinem neuen Besitzer gebracht habe. Dabei hat sie sich wohl etwas verquatscht.


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Sabine Stahl hat ihre Erfahrungen in über zwanzig Jahren Pferdehaltung und Zucht gesammelt sowie Kurse, Aus- und Fortbildungen in Westernreiten und Unterrichten besucht. Ihre Pferde, Quarter Horses, hat sie selbst gezüchtet und ausgebildet. Neun eigene Pferde hat die Reitstallbetreiberin zur Zeit, davon setzt sie drei Tiere im Unterricht ein.

Gemeinsam holen wir Maybee Charmin Lea von der Wiese. Die 1,52 Meter große Fuchsstute ist zehn Jahre alt. „Mit Maybee kann man fast alles reiten, nur keine Turniere. Dafür sind wir beide zu aufgeregt und haben auch kein Interesse mehr daran“, erzählt Sabine Stahl. Ihr reicht es, dass ihr Mann Mirko bei vielen Cutting-Turnieren startet. „Ich begleite ihn als OTT, was so viel heißt wie Oberturniertrottel.“ Anfängerpferde habe sie eigentlich nicht, sagt Sabine Stahl. Deswegen bleiben Einsteiger so lange an der Longe, bis sie wirklich reiten können. Die Reitlehrerin hat einen Trainer-C-Schein und geht sehr intensiv auf mich ein. Sie fragt nach Grundkenntnissen und Zielen. Sabine Stahl sattelt Maybee selbst und erklärt mir den Krawattenknoten für den Westernsattelgurt. Als ich ohne Kappe in die Reithalle spazieren will, um zu testen, wie die Ausbilderin darauf reagiert, gibt sie mir gleich eine passende Kappe. „Das ist sicherer, bei mir reitet keiner ohne Reithelm“, sagt Sabine Stahl. Ihr Umgang mit Maybee ist lieb, aber bestimmt und konsequent, und auch ihr Unterricht gefällt mir gut. Sabine Stahl erklärt mir ganz ruhig und verständlich, wie ich Maybee Kommandos gebe und geht gut auf die Pferd-Reiter-Kombi ein. Mittels Stimme soll ich die Stute bremsen; über Sitz und klare, kurze Schenkelsignale schicke ich sie vorwärts. „Wenn Sie glauben, dass Sie die Hilfen gerade so gegeben haben, wie ich es Ihnen gesagt habe, dann setzen Sie diese auch durch“, sagt die Reitlehrerin. „Das Pferd muss Ihnen ja gehorchen und sich an Sie gewöhnen. Verlassen Sie sich darauf, dass Sie es selbst fühlen, was Sie falsch machen.“

Bei Sabine Stahl ist Westernreiten kein Vorwärtszockeln, sondern mit korrekter Hilfengebung und Einwirkung verbunden – ebenso wie in der klassischen Reiterei. „Maybee ist es gewöhnt, deutliche Signale zu bekommen“, erklärt sie. „Wenn Sie leichttraben, traben Sie flott vorwärts, damit Maybee aktiver mit der Hinterhand tritt und den Rücken richtig aufwölbt.“ Zwischendurch testet mich Maybee und drückt sich immer wieder in die Bahnmitte, wenn ich einen Moment nicht aufpasse. Ich gebe der Quarter-Horse-Stute zwei Hufeisen; eines ziehe ich ab, weil sie ihr eigenes Programm durchsetzen wollte. Nachdem ich abgesessen bin, schwingt sich Sabine Stahl selbst noch für kurze Zeit auf Maybee, um sie Korrektur zu reiten. Sabine Stahl hat eine lehrreiche Stunde geboten, die ich mit zwei Hufeisen bewerte. Dass die Trainerin zu spät erschienen ist, hinterlässt bei einem neuen Reitschüler natürlich keinen guten Eindruck.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis erhält zweieinhalb Hufeisen: 30,- Euro für 45 Minuten ist ein angemessener Preis bei dieser Qualität des Unterrichts. Der Betrieb erhält zwei Eisen. Für die volle Hufeisen-Zahl hätte ich mir eigenes Putzzeug gewünscht. Zudem fehlen vielen Boxen die Außenfenster.

Bewertung

Schulpferd: zwei von drei Hufeisen
Reitlehrer: zwei von drei Hufeisen
Reitbetrieb: zwei von drei Hufeisen
Preis-Leistung: zweieinhalb von drei Hufeisen

Kontakt

Horsefeelings
47626 Kevelaer
Tel. 02832-9734484
www.horsefeelings.de

Reitstall Schweckhorst

Stellen Sie sich vor, Sie hätten eine Stange in den Händen, und diese schieben Sie vorsichtig nach vorne. Dann macht sich das Pferd lang.“ Alois Schweckhorst ist am Ende meiner Reitstunde doch noch selbst aufgetaucht und gibt mir Tipps, wie ich den fünfjährigen Wallach Roncalli am besten hinter dem Zügel hervorhole.

Der Trainer A und Pferdewirtschaftsmeister ist ein Cousin des bekannten Springreiters Pollmann-Schweckhorst; er hatte einen Arzttermin, der länger dauerte als geplant. Stattdessen gibt mir seine Nichte, Jeanette Schweckhorst, Unterricht. Sie ist Trainerin B. In diesem Test wird ihre Leistung bewertet, nicht die ihres Onkels.

Als ich morgens am Schweckhorstschen Stall ankomme, wird gerade gemistet; fast alle Pferde stehen draußen auf den Koppeln. Ich parke vor einer großen, efeubewachsenen Halle, an die eine Terrasse zum Hof angrenzt. Im Stall misten gerade zwei Mitarbeiterinnen des Hofs. Die meisten Boxen sind mit Spänen eingestreut.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen am Niederrhein

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Weil fast alle Fenster verrammelt sind, riecht es ein wenig wie im Karnickelstall. Eine der beiden Pflegerinnen zeigt mir mein Pferd, das ich mit Putzzeug aus einer schmuddeligen Gemeinschaftsputzkiste striegeln soll.


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Roncalli heißt mein riesiger Begleiter für die Reitstunde. Einen eigenen Sattel scheint er nicht zu haben. „Sie können den Fünfer oder den Siebener nehmen, das ist egal“, antwortet eine Kollegin auf die Frage, welcher Sattel dem braunen Wallach gehört. Roncalli steht seit drei Monaten im Schweckhorst-Stall. Was auch immer die Zahlen „Fünfer“ und „Siebener“ zu bedeuten haben, bei dem letztlich gewählten Modell handelt es sich um einen älteren Vielseitigkeitssattel Schwerpunkt Dressur. Dieser passt nicht und rutscht auf dem Rücken des Wallachs. Roncalli misst etwa 1,77 Meter und war schon in mehreren Dressurpferde-Prüfungen der Klasse A platziert. Er ist ausgesprochen freundlich im Umgang, aber auch ein wenig anstrengend. Beim Putzen benimmt er sich wie ein kleines Kind und schmeißt alles, was nicht niet- und nagelfest ist, auf den Boden. Roncallis Hufe sind beschlagen, vorne mit Einlagen. Er sei mit Zwanghufen zu den Schweckhorsts gekommen; bis die Hufe wieder eine breitere Auflage haben, sollen die Einlagen dafür sorgen, dass der Huf nicht so druckempfindlich ist. „Wir schauen immer besonders nach den Hufen“, erklärt man mir auf Nachfrage.

Der Unterricht beginnt. Roncallis schwungvolle Gangarten lassen sich vor allem im Galopp gut sitzen. Sein großes Manko: Er rollt sich ein und entzieht sich so den Hilfen. „Verkriecht er sich hinterm Zügel, müssen Sie mehr nachtreiben und vorn nachgeben; versuchen Sie nicht, ihn mit der Hand aufzurichten“, rät die Reitlehrerin. Roncalli macht ansonsten brav und willig mit. Ich gebe ihm zwei Hufeisen. Die Reitstunde kostete zehn Euro und dauerte 45 Minuten. In Zukunft würde ich mit anderen Schülern zusammen reiten. Trotzdem hat das Preis-Leistungs-Verhältnis drei Hufeisen verdient. Den Betrieb bewerte ich mit einem Hufeisen. Die Pferde kommen im Sommer täglich zweieinhalb Stunden auf die Wiese; das könnte mehr sein, ist aber besser als nichts. Der Stall ist jedoch dunkel und schlecht gelüftet. Die Pferde hatten kein eigenes Putzzeug, und Roncallis Sattel passte nicht.

Für den kompetenten Unterricht gebe ich Jeanette Schweckhorst zwei Hufeisen. Sie ließ mich vieles selbst machen, aber ihre Korrekturen waren sehr gezielt, weil sie Roncalli oft reitet und gut kennt. Für ein drittes Hufeisen hätte ich mir noch ein wenig mehr Input und theoretische Hintergründe gewünscht.

Bewertung

Schulpferd: zwei von drei Hufeisen
Reitlehrer: zwei von drei Hufeisen
Reitbetrieb: eins von drei Hufeisen
Preis-Leistung: drei von drei Hufeisen

Kontakt

Reitstall Schweckhorst
Lohstraße 28
46459 Rees-Haldern
Tel. 02850 - 340

Reitercamp Hötzenhof

Nach telefonischer Anmeldung habe ich kein gutes Gefühl. Hans-Gerd Terhoeven-Urselmans ist unfreundlich, kurz angebunden und scheint wenig daran interessiert zu sein, mich als Kundin zu gewinnen. Das war so abschreckend, dass ein potenzieller Reitschüler normalerweise gar nicht erst in seinen Stall gefahren wäre.

Am Testtag muss ich erst ein wenig suchen, bevor ich Reitlehrerin Benita von Eicken finde. Überall wuseln Horden von Kindern. Sicherlich keine leichte Aufgabe hier darauf zu achten, dass alles ohne Unfälle abläuft. In der neuen, großen Reithalle kommt mir die Reitlehrerin entnervt entgegen und erklärt mir, dass das Pferd, das sie mich reiten lassen wollte, gerade mit einer Kindergruppe beschäftigt ist.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen am Niederrhein

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Benita von Eicken muss umdisponieren und entscheidet sich für die etwa 1,60 Meter große Holsteiner-Stute Lia. Ihr kompakter Körperbau lässt Lia wie ein großes Pony wirken. Die braune Stute ist 12 Jahre alt und wird von Familie Terhoeven-Urselmans, den Betreibern der Reit- und Ferienanlage, gerne zur Zucht eingesetzt.


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Zur Zeit wird Lia fast ausschließlich von ihrer festen Reitbeteiligung, einem jungen Mädchen, geritten. Der Stute fehlt es gänzlich an guter Erziehung. Beim Nachgurten vor dem Aufsitzen tritt sie nach mir und streift mich mit dem Huf am Unterschenkel. Nur meine Chaps und eine schnelle Reaktion verhindern schlimmeres. Reitlehrerin Benita von Eicken steckt noch in der Ausbildung zum Pferdewirt Schwerpunkt Reiten. Bei Bestehen ihrer Bereiterprüfung, so erklärt sie mir, sei sie automatisch Trainer A. Deswegen habe sie bisher auch noch keinen teuren Trainerlehrgang absolviert. Die Auszubildende hat hier aber etwas nicht richtig verstanden. Bei Bestehen der Prüfung zum Pferdewirt Schwerpunkt Reiten hat sie lediglich die Möglichkeit, sich eine Lizenz zum Trainer B ausstellen zu lassen. Für Trainerscheine müssen jedoch Trainerprüfungen abgelegt werden.

Die Reitlehrerin ist sehr freundlich und bemüht. Beim Satteln hilft sie mir allerdings nicht. Sie setzt voraus, dass ich klarkomme und kümmert sich derweil um jüngere Reitschüler, denen mit ihren Ponys geholfen werden muss. Die Trense von Schulpferd Lia ist völlig verdreht. Ein Kind muss sie auseinandergenommen und falsch zusammengesetzt haben. Sie passt auch nicht. Der Nasenriemen sitzt viel zu hoch und ist viel zu weit. Darauf angesprochen, antwortet Benita von Eicken: „Das Zaumzeug verschnallen wir immer so, dass es genau unter dem Jochbein verläuft. Das machen aber alle Ausbildungsbetriebe so. Hab ich noch nie anders gesehen.“

Ich bin verdutzt, da aber der Nasenriemen noch weniger passt, wenn ich die Trense verändere, lasse ich alles so, wie es ist. Lias Sattel ist alt. Ob es ihr eigener ist, oder sie ihn sich teilt, lässt sich nicht feststellen. Lediglich ein kurzes Sattelkissen kommt unter das Vielseitigkeitsmodell von anno dazumal. Das Putzzeug, mit dem ich Lia bearbeite, kommt aus einer Schmuddelkiste in der Sattelkammer. Alles in allem ist das kein Hufeisen wert. Der Betrieb erhält dennoch ein Eisen von mir, da Lias Box sauber und dick mit Stroh eingestreut ist, ein Fenster hat, luftig und groß ist, mit genügend Licht und direktem Kontakt zu Artgenossen. Außerdem dürfen die Tiere auf die Koppel. Bei schlechtem Wetter steht Auslauf in der Halle für die Schulpferde auf dem Plan.

Lia ist völlig steif und und bretthart im Genick. Da helfen auch die Tipps von der Reitlehrerin wenig. Ich soll kräftig gegenhalten und Lia zeigen, wo ihr Kopf hingehört. „Wenn man darauf wartet, dass das Pferd den Kopf von sich aus richtig hält, kann man lange warten“, meint die Trainerin. Auch wenn Benita von Eicken sinnvolle Lockerungsübungen macht, rettet ihr das nur ein halbes Hufeisen. Denn bei Lia hilft nichts: Auch häufige Tempiwechsel und Wendungen machen die brettfeste Stute nicht weich und bringen höchstens mich zum Schwitzen.

Für die Zukunft rate ich Benita von Eicken, etwas kritischer zu sein und Ausbildungsmethoden zu hinterfragen. Lia hat durch ihren gezielten Tritt alle Hufeisen verspielt. Für die Reitstunde, die mich kein Stück weiter brachte, zahle ich 35 Euro. Das ist definitiv zu viel und verdient kein Hufeisen. Ich würde in diesen Stall keinesfalls noch einmal zurückkehren.

Bewertung

Schulpferd: null von drei Hufeisen
Reitlehrer: ein halbes von drei Hufeisen
Reitbetrieb: eins von drei Hufeisen
Preis-Leistung: null von drei Hufeisen

Kontakt

Reitercamp Hötzenhof
47589 Uedem-Keppeln
Tel. 02825-7978
www.reitercamp-hoetzenhof.de

Reitstall Hoiman

Zusammen mit der zierlichen Trainerin Corinna Hoiman hole ich am Testtag Stute Iris von der Wiese. Die Haflinger-Stute ist 18 Jahre alt und etwa 1,50 Meter groß. Für die Pferdewahl geht die Reitlehrerin auf Nummer Sicher und teilt mir das bravste Pferd im Stall zu. „Zum Gucken. Manche Leute haben eine falsche Selbsteinschätzung. Iris ist sehr brav, und ich kann mich auf sie verlassen.“

In der 2008 gebauten Reithalle befindet sich vor der Holztribüne ein Anbindeplatz zum Putzen. Dort striegele ich Iris, und Corinna Hoiman sattelt selbst. Die Stute teilt sich einen Schrank für ihr Sattel- und Putzzeug mit einem anderen Schulpferd. Der Putzkoffer ist ordentlich beschriftet.

Trainerin Corinna Hoiman achtet auf Sicherheit: Da ich behaupte, ich hätte keine Reitkappe dabei, gibt sie mir ein passendes Modell. „Ohne Kappe setzt sich hier niemand aufs Pferd“ erklärt sie. Die Anlage der Hoimans ist sehr gepflegt und niegelnagelneu.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen am Niederrhein

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Im Sommer kommen die Pferde täglich ganztägig auf die Weide und im Winter stundenweise auf die Ausläufe. Paddocks für die etwa 3 mal 3 Meter großen Boxen sind in Planung und die Türen dafür schon eingebaut. Im Stall der Hoimanns stehen 18 Pferde. Davon werden zehn im Schulbetrieb eingesetzt.


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Iris ist tatsächlich brav, geht aber nur sehr zäh vorwärts. Ich muss mich abrackern, um das mit Dreiecks-Zügeln ausgebundene Tier durch die Halle zu bugsieren. Bis zum Schluss bleibt die Stute triebig. „Man braucht total viel Kraft, um sie an den Zügel zu reiten“, sagt Corinna Hoiman. „Sie müssen sie gegen die Hand treiben und dann nachgeben.“ Ich schwitze und fühle mich wie bei einem Marathonlauf. Die Haflinger-Stute will nicht vorwärts; sie legt sich immer stärker auf die Hand – wird bleischwer. Corinna Hoiman korrigiert wenig. Sie lässt mich Wendungen und große Linien reiten, um Iris locker zu machen. Die Reitlehrerin ist jeden Moment mit voller Aufmerksamkeit bei mir und dem Pferd. Ich gebe ihr eineinhalb Hufeisen. Sie ist zwar sehr nett und aufmerksam, ihr Ansatz hat aber zu viel mit Kraft und zu wenig mit Schenkelgehorsam und Gefühl zu tun. Haflinger-Stute Iris bekommt für ihr braves Gemüt ein Hufeisen, kann aber nicht mit mehr rechnen; auf diesem Pferd kann man keinesfalls das Reiten mit feinen Hilfen lernen.

Der Betrieb selbst ist deutlich besser. Sättel und Putzzeug der Pferde sind gut in Schuss und zeugen von einer aufmerksamen Betriebsleitung. Halle, Stall und Weiden sind tipptopp. Es fehlen nur noch die geplanten Paddocks an den Boxen. Der Reitstall Hoiman verdient damit aber schon jetzt zweieinhalb Hufeisen.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis bekommt aufgrund des eher schlechten Schulpferds nur zwei Hufeisen, obwohl 18 Euro für eine Einzelreitstunde ein Schnäppchen sein könnten.

Bewertung

Schulpferd: eins von drei Hufeisen
Reitlehrer: eineinhalb von drei
Hufeisen Reitbetrieb: zweieinhalb von drei Hufeisen
Preis-Leistung: zwei von drei Hufeisen

Kontakt

Reitstall Hoiman
46446 Emmerich am Rhein
Tel. 02822-8220
www.reitstall-hoiman.de

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Equipment Rund ums Pferd cav-201904-sattelmessung-lir0728-mit-TEASER-v-amendo (jpg) Die neue Art, Sättel richtig anzupassen Sattelmessung 4.0

Posturometrie kennt kaum jemand.

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