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Test: Reitschulen an der Ostsee

Reiten an der Ostsee

CAVALLO-Redakteurin Miriam Kreutzer hat vier Reitschulen an der Ostsee getestet. Hier finden Sie ihre Bewertung und Fotos. Eine Reitschule wurde zum zweiten Mal getestet und wird erneut von CAVALLO empfohlen!

Bei der Reiterpension Marlie erlebte Miriam Kreutzer eine ungewöhnliche Teststunde. Sie ritt weder Bahnfiguren noch Lektionen. Ein 19-jähriges Schulpferd muss nicht abgestumpft und faul sein. Das beweist Norweger-Wallach Lenny vom Reiterhof Priwall. In einem ehemaligen volkseigenen Gut ist die Zeit stehen geblieben. Das Schulpferd auf Pferdehof Rudolph überraschte Miriam Kreutzer dafür gewaltig. Fast direkt am Ostsee-Strand liegt der Reiterhof Gabriel. Ist der Unterricht genauso gefährlich wie der Name des Schulpferds?

Reitpension Marlie

Vor fünf Jahren schnitt die Reiterpension Marlie mit drei Hufeisen in allen Kategorien hervorragend ab. Zeit, diesen Betrieb noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Konnte er sein Niveau halten?

„Reiten, wie von Zauberhand bewegt“, wirbt der Betrieb auf seiner Homepage. Hier wird nach der klassischen Philosophie des Inhabers Wolfgang Marlie gelehrt. Der hatte noch lange vor den ersten Pferdeflüsterern keine Lust mehr auf rüden Unterrichtston und Ausbildung mit Druck. Reitlehrerin Katja Brandau, die mich heute unterrichtet, ist betriebsintern ausgebildet und weder Trainerin noch Pferdewirtin.

Sie möchte aber bald in den Bereich Therapeutisches Reiten einsteigen. Schulpferd ist die 15-jährige Hannoveraner-Stute Isar. Beim Anreiten bleiben die Reiterschenkel unbewegt, ich soll es mit Schnalzen versuchen. Isar kennt das und geht brav los. Ich solle warten, bis das Pferd „ausrollt“ – also langsamer wird – und dann erneut schnalzen.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen an der Ostsee

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Das funktioniert wie Signalreiten. Dabei werden Hilfen nur dann gegeben, wenn man das Tempo ändern möchte. Wird Isar langsamer, schnalzt der Reiter. Reagiert sie beim zweiten Mal immer noch nicht, wird die Gerte angelegt. Nach einem ähnlichen Stufen-Prinzip lernen Pferde in freier Wildbahn von einem Ranghöheren. „Wenn eine Leitstute ein anderes Pferd verjagt, legt sie die Ohren an. Reagiert das rangniedrige Pferd immer noch nicht, wird es gebissen“, erklärt Brandau.


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In dieser Stunde geht es nicht darum, Hufschlagfiguren oder Lektionen zu reiten, sondern darum, sich in das Pferd einzufühlen. „Egal was der Reiter tut, er muss es konsequent durchsetzen.“ Katja Brandau erklärt, wie der Reiter dazu die Gerte nutzt. „Das Pferd darf keine Angst vor der Gerte haben“, sagt sie und streicht die Stute damit ab. „Wir benutzen sie an der Schulter, um das Pferd aufmerksam zu machen. Wollen wir das Pferd flotter machen, tippen wir es hinter der Wade an.“ Katja Brandau lässt mich die Informationen verarbeiten und selbst ausprobieren.

Wir beschränken uns in dieser Stunde darauf, das Pferd mit Stimme und Gerte von der einen in die andere Gangart zu lotsen. Der Reitstil sei nicht innerhalb einer Stunde vermittelbar, sagt Brandau. Die einzelnen Schwerpunkte bauen im Konzept dieses Betriebs aufeinander auf. Als nächstes stünden bei mir mehrere Stunden Bodenarbeit an. Was der Reiter dort lernt, nimmt er dann in den Sattel mit. Viel Theorie strömte in dieser Stunde auf mich ein, aber alles, was ich gelernt habe, war hochspannend.

Ich bedaure, dass ich keinen regelmäßigen Unterricht bei Katja Brandau nehmen kann und bewerte den Unterricht mit drei Hufeisen. Das entspricht dem Testergebnis vor fünf Jahren. Bei der Fuchstute Isar bin ich etwas zurückhaltender. Sie reagiert tatsächlich einzig und allein auf Stimme. Aber logischerweise auf die der Reitlehrerin besser als auf meine. Da ich Isar ohne Zügel und Schenkel reiten sollte, hatte ich bei den selbstständigen Handwechseln der Stute keine Chance. Das ist aber laut Katja Brandau bei dieser ersten Lektion, in der es ausschließlich um das Ersetzen der treibenden Hilfen durch Stimme und Gerte geht, nicht weiter schlimm.

Während der zahlreichen theoretischen Einlagen erweist sich Isar als ausgesprochen geduldig, wachsam und bereit. Insgesamt verdient sich die hübsche Fuchsstute zwei Hufeisen. Das ist ein Eisen weniger, als ein anderes Schulpferd des Betriebs im letzten Test erhalten hat. Im Sommer sind die Schulpferde im Wechsel über Monate hinweg draußen auf der Weide, wenn die Boxen für Gastpferde gebraucht werden. Ansonsten bewohnt Isar eine fensterlose, etwa 2,50 x 3 Meter kleine Box und tobt sich draußen auf dem Paddock aus. Sowohl Stall als auch Sattelkammer sind picobello. Neben der großen, hellen Reithalle steht ein Außenreitplatz zur Verfügung. Isar trägt keine Hufeisen, ihr Sattel ist gepflegt, der Fellgurt und die Sattelauflage sind aber schon etwas abgewetzt und schmuddelig. Ich gebe dem Betrieb zwei Hufeisen.

Die Einzelstunde hat eine ganze Zeitstunde gedauert und 34 Euro gekostet. Das ist für den außergewöhnlichen Unterricht ein adäquater Preis, wofür ich wie beim letzten Test drei Hufeisen vergebe.

Bewertung

Schulpferd: zwei von drei Hufeisen
Reitlehrer: drei von drei Hufeisen
Reitbetrieb: zwei von drei Hufeisen
Preis-Leistung: drei von drei Hufeisen

Kontakt

Reiterpension Marlie
23684 Scharbeutz-Klingenberg
Tel. 04524-8220
www.reiterpension-marlie.de

Reiterhof Travemünde-Priwal

Schulpferd Lenny hat ganz schön Pech. Während der Großteil seiner 30 Kollegen bereits im Erholungsurlaub auf 32 Hektar Weide grast, muss der Allrounder noch arbeiten. „Er geht Voltigieren, Dressur und Springen“, erklärt Reitlehrerin Linda Weith. Dafür verbringt er mit den anderen verbliebenen Kollegen außerhalb des Unterrichts viel Zeit auf der Weide. Nur nachts steht Lenny in seiner 3 mal 3 Meter großen Innenbox. „Wir können im Schulbetrieb nicht auf ihn verzichten, er ist einer der Besten“, begründet die Reitlehrerin. „Aber er darf auch noch auf die Weide und dort bleiben, bis es im Winter vom Wetter her nicht mehr geht“, betont Weith.

Auch an diesem Morgen steht Lenny schon früh auf der Koppel, von wo wir ihn holen. Der Wallach hat eine strubbelige Mähne und große Kulleraugen. Er scheint auch das Gemüt eines Knuddelbären zu haben. Zärtlich krabbelt er mich an den Armen und am Rücken.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen an der Ostsee

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Beate Häckel, die zweite Pferdwirtin und Reitlehrerin des Priwall-Hofs, gibt heute die Einzelstunde und schickt mich mit Lenny in die Halle. Am langen Zügel wärme ich Lenny auf, der sich noch genüßlich dehnt. Ich nehme die Zügel auf und soll mit Schritt-Trab-Übergängen beginnen. Beate Häckel ist es wichtig, dass ich keine Vollbremsungen hinlege. „Wir sind stolz darauf, feine Schulpferde im Unterricht zu haben. Also wollen wir sie auch fein geritten sehen“, betont sie. Also soll ich zum Durchparieren aussitzen, mit einer halben Parade das Pferd darauf aufmerksam machen, dass ich etwas von ihm will. Schließlich soll ich mich schwer in den Sattel setzen, dabei insgesamt passiver werden. Das üben wir so lange, bis die Reitlehrerin zufrieden ist. Beate Häckel ermahnt mich außerdem, gegen die stehende Zügelhand zu treiben. Ganz wichtig ist ihr vor allem meine Haltung. Die Hacken müssen tief sein, ich soll in den Fußgelenken federn. „So kommen auch Ihre Unterschenkel in die richtige Lage“, erklärt Häckel. Lenny erweist sich als das fein ausgebildete Reitpferd, auf das der Priwall-Hof so stolz ist. Er ist von Anfang an locker im Genick und lässt sich schön nach innen stellen. „Sie müssen immer das innere Auge und die innere Nüster sehen, dann stimmt alles“, bestätigt Beate Häckel. Als Lenny plötzlich beschließt, nicht mehr antraben zu wollen, erhalte ich umgehend einen Rat: „Schwer in den Sattel setzen, Kreuz anspannen und treiben. Nicht mit der Hüfte schieben.“


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Unsere ersten Galopp-Versuche sind holprig. Wir fallen in Außengalopp, und beim nächsten Anlauf endet der Galopp nach wenigen Sprüngen. Beate Häckel erkennt die Ursache sofort – ich bin beim Aussitzen im Trab viel zu unruhig mit dem Oberkörper. „Kein Problem“, hilft die Pferdewirtin sofort weiter. „Galoppieren Sie Lenny einfach aus dem Schritt an.“ Das klappt gleich besser. Auch im Galopp korrigiert Beate Häckel eisern den Sitz. „Die Steigbügel mehr nach innen eintreten“, mahnt sie. Der Unterricht hat mich zwar gefordert, aber ich konnte mit sanften, klaren Hilfen das gut ausgebildete Pferd fein reiten. Dafür gebe ich der Pferdewirtin drei Hufeisen.

Der 19-jährige Lenny, der nach dem Galopp ziemlich eilig unterwegs und kaum zu bändigen war, ist insgesamt ein sensibles Pferd und sehr motiviert. Bis auf den kleinen Unwillen beim Antraben und sein Eiltempo nach dem Galopp war er ein sehr gutes Lehrpferd. Der durchlässige Norweger wird mit zwei Hufeisen bewertet.

Lenny wird mit einem langen Halsverlängerer geritten und ist nicht beschlagen. Auch während des Dauereinsatzes in der Saison sind die Schulpferde des Betriebs auf der Weide. Ein etwa 20 x 60 Meter großer Außenreitplatz, ein Grasspringplatz und ein eingezäunter Longierplatz gehören zur Außenanlage.

Die Innenboxen sind in einwandfreiem Zustand, leider gibt es keine Außenfenster. Die Sattelkammer ist gepflegt, Sättel und Putzkisten jedes einzelnen Pferds beschriftet. Dafür gebe ich zwei Hufeisen – eines ziehe ich für den Großeinsatz im Sommer ab und weil die Schulpferde-Boxen keine Außenfenster haben.

Die 30-minütige Einzelstunde hat 25 Euro gekostet. Das ist angemessen für den lehrreichen Unterricht auf einem guten Lehrpferd. Das Preis-Leistungs-Verhältnis punktet mit zweieinhalb Hufeisen. Eine Gruppenreitstunde kostet 18 Euro, bei regelmäßigem Unterricht kann man einen individuellen Preis vereinbaren.

Bewertung

Schulpferd: zwei von drei Hufeisen
Reitlehrer: drei von drei Hufeisen
Reitbetrieb: zwei von drei Hufeisen
Preis-Leistung: zweieinhalb von drei Hufeisen

Kontakt

Reiterhof Travemünde-Priwall
23570 Travemünde
Tel. 04502-309698
www.ostseereiterhof.de

Pferdehof Rudolph

Kaum zu fassen, dass dieser Reiterhof noch in Betrieb sein soll. Von außen sehen die Gebäude aus wie zu Zeiten der volkseigenen Güter. Das Anwesen war in der DDR auch schon ein Reiterhof.

Seither hat sich hier wohl nur wenig geändert. Betriebsinhaber Frank Rudolph arbeitet seit 30 Jahren als Reitlehrer. Nach dem Mauerfall hat er den Hof zunächst gepachtet und später gekauft. Das ist immerhin schon 20 Jahre her, doch in Sachen Renovierung scheint sich nichts zu tun. Viele Fenster sind eingeschlagen, in der Reithalle fegt der Wind durch alle Ritzen.

Die Stallgasse ist dunkel und eng. Ich bin gespannt auf den Blick hinter diese wenig einladenden Kulissen. Die Gruppenreitstunde besteht aus zwei Mitreitern und mir. Mein Schulpferd geht schon die erste Stunde mit. Es heißt Käpt’n Hook und ist ein sechsjähriges Warmblut. Frank Rudolph trägt uns vorbildlich („im Sinne der Pferde“) eine Aufsteighilfe hinterher. Käpt’n Hook ist der einzige, der ohne Ausbinder geritten wird.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen an der Ostsee

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Der Reitlehrer lässt uns lange selbstständig im Schritt warmreiten. Wichtig sind ihm dabei regelmäßige Handwechsel und Bahnfiguren. Erst im Trab ermahnt mich Rudolph, auf Käpt’n Hooks Haltung zu achten. „Stellen Sie ihn mehr nach innen, inneren Schenkel dran, am inneren Zügel annehmen und nachgeben.“ Sofort gibt der Wallach nach, sein Hals wölbt sich vor mir. Es reicht schon, die Oberschenkel zurückzunehmen und schon trabt das fleißige Warmblut an. Spätestens an dieser Stelle spüre ich die Gehfreude des Kapitäns und genieße die feine Ausbildung. Keine Mätzchen, keine Abkürzungen, keine Tricks – ein kraftvoller Trab und ein schwungvoller, freudiger Galopp bescheren mir eine herrliche Stunde auf einem extrem willigen Pferd. Die Übergänge sind geschmeidig, alle Hilfen nimmt Käpt’n Hook sensibel an. Treibende Hilfen sind fast gar nicht nötig.


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Ich warte zunächst vergeblich darauf, dass irgendetwas meinen Eindruck von diesem perfekten Lehrpferd stört. Das einzige, was es an Käpt‘n Hook zu kritisieren gibt: Er zieht beim Trockenreiten ständig die Zügel aus der Hand. Frank Rudolph meint lapidar: „Der läuft schon in
der zweiten Stunde, da fängt er oft damit an.“ Dabei hätte er es belassen, hätte ich nicht nachgefragt, was ich tun könne. „Fleißig mit den Schenkeln treiben, das hilft.“ Tatsächlich wird es auf diesen Tipp hin besser, denn Käpt’n konzentriert sich wieder. Ganz stellt er die Marotte allerdings nicht ab, so dass ich ihm am Ende ein halbes Hufeisen abziehen muss. Es verbleiben dem Weideunfall mit dem freundlichen Wesen zweieinhalb Hufeisen.

Reitlehrer Frank Rudolph ist Trainer B. Ich hätte mir inhaltlich etwas mehr gewünscht als die Möglichkeit, auf einem gut ausgebildeten Pferd für mich selbst zu experimentieren. Zwar achtete Rudolph bei allen drei Teilnehmern der Gruppe auf die richtige Haltung und eine einwandfreie Stellung der Pferde. Aber richtige Herausforderungen gab es keine. Der Unterricht blieb ohne Höhepunkte. Hierfür gebe ich ein Hufeisen.

Käpt’n Hooks Hufe sind beschlagen und alle vier Eisen schräg abgelaufen. Hier sollte dringend mal wieder ein Schmied her. Sein Sattelzeug und die Trense sind gepflegt. Die Sattelkammer ist klein, aber alles ist ordentlich an seinem Platz. Sättel und Zaumzeuge sind mit den Namen der Pferde beschriftet. Die Stallgasse ist am Testvormittag sauber gefegt, die Box frisch gemistet, als ich Käpt’n Hook zurückbringe. Er bewohnt eine schmale, etwa 2,50 mal 3,50 Meter große Box mit Außenfenster, aber ohne eigenen Auslauf. Die Pferde, die im Unterricht mitgehen, züchtet und bildet der Betrieb selbst aus. Unter dem Strich bleibt dem Hof ein Hufeisen.

Die Gruppenstunde, die nach einer vollen Stunde noch um zehn Minuten für einen kurzen Ritt zum Waldrand verlängert wurde, hat 13 Euro gekostet. Das ist zwar supergünstig, hatte aber inhaltlich wenig Tiefgang. Hier reißt das ausgezeichnete Lehrpferd aber noch einiges heraus, so dass ich das Preis-Leistungs-Verhältnis mit eineinhalb Eisen bewerte.

Dem Verein, der dem Betrieb angeschlossen ist, muss man nicht beitreten und zahlt auch im regulären Unterricht 13 Euro für eine Reitstunde. Würde dieser Betrieb in eine Modernisierung investieren, lägen sicher noch mehr Hufeisen drin.

Bewertung

Schulpferd: zweieinhalb von drei Hufeisen
Reitlehrer: eins von drei Hufeisen
Reitbetrieb: eins von drei Hufeisen
Preis-Leistung: eineinhalb von drei Hufeisen

Kontakt

Pferdehof Rudolph
23948 Oberhof
Tel. (038825) 23225
www.oberhofer-pferde.de

Reiterhof Gabriel

Schlag auf Schlag prasseln die Anweisungen auf mich ein. Der Input bei der Einzelstunde auf dem Reit- und Fahrhof Gabriel ist groß. Pferdewirtschaftsmeisterin und Trainerin Tina Steinert entdeckt, dass ich ein Problem mit der Schenkellage habe. „Ihre Unterschenkelmuskulatur ist verkürzt“, diagnostiziert sie. „Machen Sie abends mal ein paar Dehnungsübungen“, empfiehlt die Reitlehrerin. Sie lässt mich die Beine wegspreizen und zurücklegen. Das bringt meine Unterschenkel in die richtige Lage.

Die achtjährige Stute Danger ist noch gemütlich unterwegs, obwohl sie gerade eben von einem regenreichen Ausritt zurückgekehrt ist. „Wie sehen die treibenden Hilfen im Schritt aus?“, lautet schon die nächste Frage an mich. „Abwechselnd treiben, immer mit dem inneren Schenkel, wenn das innere Hinterbein nach vorne kommt“, antworte ich. Es soll die einzige Antwort bleiben, die in dieser Stunde abgenickt wird. Zunächst gibt Tina Steinert Tipps, wie Danger locker im Genick wird.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen an der Ostsee

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Die innere Hand solle aktiver werden, die äußere aber ruhig bleiben. „Sonst geben Sie ja eine ganze Parade, wir brauchen aber nur halbe Paraden.“ Sie warnt vor Dangers Unsitte, auf der rechten Hand auszubrechen – was die Stute auch prompt tut. „Mit dem äußeren Schenkel verwahren. Mit der inneren Hand annehmen und nachgeben. Äußere Schulter nach vorne.“ Tina Steinert demonstriert das Eindrehen und Ausdrehen der inneren Hand. Im Galopp springt Danger gut an, fällt aber gerne aus. In aller Ruhe soll ich mich sortieren und neu angaloppieren. Als das Zusammenspiel der Hilfen schließlich gut funktioniert, endet die Stunde und Danger darf sich strecken.


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Tina Steinert ist eine von drei Reitlehrern des Betriebs und als Trainerin B angestellt. Bei ihr muss ich keinen Moment zögern und vergebe für den stringenten, intensiven Unterricht die Bestnote: drei Hufeisen.

Die 1,70 Meter große Stute Danger muss für ihre Unart, gegen die rechte Hand zu gehen, ein Hufeisen abgeben. Ansonsten ist sie ein fleißiges und sensibles Pferd, das zwei Hufeisen verdient hat.

Der Gabriel-Hof ist fünf Jahre alt und gepflegt. Die Stallgasse ist ordentlich gefegt, jedes Pferd hat vor seiner Box Sattel und Zaumzeug hängen. Die große Reithalle ist sauber abgezogen, hell und freundlich. Rund um den Hof gibt es Sand- und Graskoppeln für die Schulpferde. Der insgesamt sehr ordentliche und gut organisierte Betrieb erntet zwei Hufeisen. Die knapp 30 Minuten lange Einzelstunde hat 19 Euro gekostet und war jeden Euro wert. Das Preis-Leistungs-Verhältnis erhält zweieinhalb Hufeisen. Dem Betrieb ist ein Verein angeschlossen, in dem man für 15 Euro Aufnahmegebühr und fünf Euro Beitrag pro Monat Mitglied werden kann. Dann kostet die 45-minütige Reitstunde zehn Euro, als Nicht-Mitglied 13 Euro in Gruppen bis zu fünf Reitern.

Bewertung

Schulpferd: zwei von drei Hufeisen
Reitlehrer: drei von drei Hufeisen
Reitbetrieb: zwei von drei Hufeisen
Preis-Leistung: zweieinhalb von drei Hufeisen

Kontakt

Reiterhof Gabriel
23946 Boltenhagen
Tel. 038825-26430
www.boltenhagen-reiterhof.de

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