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Test: Reitschulen in Augsburg und Umgebung

Reiten rund um Augsburg

CAVALLO-Redakteurin Miriam Kreutzer hat vier Reitschulen in Augsburg und Umgebung getestet. Hier finden Sie ihre Bewertung und Fotos. Zwei davon verdienen eine Empfehlung.

Wer bei Norwegern an Ponys denkt, ist hier falsch: Ein 1,70 Meter messender Mix zeigt im Unterricht des Reitverein Mergenthau, wie sich ein raumgreifender Galopp anfühlt. Sparsame Hilfen, feine Pferde und erst mal nix mit Tölt: Bei dem Unterricht von Sebastian Frisch kann man jede Menge lernen. Im Ausbildungszentrum für Rai-Reiten soll Tinker-Wallach Mounty mit Leckerli, Bändele, und Impulsen zum fügsamen Mitarbeiter werden. Klappt das? Eine halbe Stunde Einzelunterricht kann ein fauler Kompromiss sein: Um in knapper Zeit viel zu bieten, fällt das Aufwärmen beim Reitclub Augsburg aus.

Reitverein Mergenthau

Das Fell des 14-jährigen Warmblut-Norweger-Mixes Teddy sieht seltsam aus. „Wir haben ihn an Vorhand und Bauch geschoren, weil er immer so schwitzt“, erklärt Friederike Bauer, bei der ich eine Einzelstunde habe. Teddy ist eines der beiden Schulpferde des Vereins, ein Privatpferd steht als drittes Ross im Bunde zur Verfügung.

Ich führe Teddy aus seiner ungemisteten Box. Trotz seinen 1,70-Meter-Stockmaß ist er zutraulich, verschmust und macht seinem Namen alle Ehre: Er lässt sich anstandslos knuddeln, putzen, satteln und trensen. Teddy trägt wegen seiner empfindlichen Haut am Bauch einen schonenden Fell-Sattelgurt – eine Aufmerksamkeit, die ich positiv vermerke. Außerdem werden die Schulpferde von ihren jeweiligen Reitbeteiligungen mehrmals in der Woche Korrektur geritten.

Auf dem Weg zur Reithalle fällt mein Blick auf Zigarettenkippen, die auch noch in der Bahn liegen. Das ist nicht so schön. Während Teddy und ich uns im Schritt aneinander gewöhnen, fragt Friederike Bauer intensiv nach meinen Reit-Kenntnissen. Danach gehen wir die wichtigsten Bahnregeln durch und klären, welcher Reiter in einer Gruppenstunde in welchem Fall Vorfahrt hat.

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Miriam Kreutzer
Reitschultest Augsburg

Teddy schreitet kraftvoll und zügig aus – sowohl im Schritt als auch im anschließenden Trab. Bauer bemerkt, dass ich beim Leichttraben zu hoch und überdeutlich aufstehe, lässt mich halten und kommt an meine Seite. „Aus den Knien heraus aufstehen“, erklärt sie, drückt mein Bein ans Pferd und lässt mich trocken üben. „So bleibt der Unterschenkel automatisch am Pferd und kann dort arbeiten.“ Dank der Korrektur klappt es beim weiteren Leichttraben viel besser mit meinem ruhigen Sitz. So handhabt es Friederike Bauer bei allen Problemen: Was im Trab nicht klappt, muss ich so lange im Schritt probieren, bis es einwandfrei funktioniert. Dann wiederholen wir es im Trab. Das gibt mir Sicherheit bei den Lektionen und das Gefühl, aus dem Unterricht maximalen Nutzen zu ziehen.

Teddy ist im Schritt und Trab etwas zäh, reagiert nicht immer prompt auf den Schenkel – wohl aber sehr gut auf Zügel und Gewicht – und braucht ab und zu einen Klaps mit der Gerte. Das ändert sich nach dem Galopp, den Bauer ausführlich vorbereitet. Sie fragt mich nach den korrekten Hilfen und wiederholt sie noch einmal. Das Angaloppieren klappt danach wunderbar. Da Teddy das am liebsten in den Ecken zur kurzen Seite mag, lässt Bauer mich auch immer dort anspringen. Teddys raumgreifender Galopp erschwert zwar das Sitzen, doch sein Schwung und sein Vorwärtsdrang sind angenehm. Anschließend ist er auch im Schritt und Trab fleißiger unterwegs. „Wenn er mal gemerkt hat, dass der Reiter obendrauf sich durchsetzten kann, legt er zu“, schmunzelt Bauer. Für seine Rittigkeit und seine Leistungsbereitschaft gebe ich dem Norweger-Mix zweieinhalb Eisen. Ein halbes muss er abgeben, weil er bis zum Galopp recht stumpf auf die Schenkel reagierte.

Friederike Bauer ist eine von drei Reitlehrerinnen im Betrieb. Sie reitet, seit sie denken kann, hat aber keine Ausbildung als Reitlehrerin. Trotzdem unterrichtet sie gründlich und vermittelt reiterliche Feinheiten. Sie lässt den Schüler keine Sekunde aus den Augen und gibt strukturierten Unterricht. Außerdem hat sie sich von Anfang an auf mein Niveau eingestellt und mich immer ein wenig darüber hinaus gefordert. Dafür bekommt sie drei Hufeisen.

Der Betrieb muss sich mit weniger zufrieden geben. Als ich Teddy in die Box zurück bringe, ist sie nach wie vor nicht gemistet. Zusammen mit dem Weg voller Pferdeäpfel und Kippen zur Reithalle ziehe ich eineinhalb Hufeisen ab. Eineinhalb bleiben, weil die Pferde außerhalb des Unterrichts auf den Koppeln sind, „wenn es nicht gerade stürmt oder gewittert“, sagt Friederike Bauer. Außerdem ist die Sattelkammer sehr ordentlich und die Ausrüstung auf die Pferde abgestimmt.

Im regulären Unterricht reiten zwei, maximal drei Reiter. Eine Zehnerkarte kostet 180 Euro für jeweils 45 Minuten Unterricht. Hinzu kommt eine Jahresgebühr von 135 Euro. Meine Einzelstunde (50 Minuten) kostete 25 Euro. Ich habe einiges gelernt. Der Preis dafür ist angemessen und schlägt sich in drei Hufeisen für das Preis-Leistungsverhältnis nieder.

Bewertung

Schulpferd: zweieinhalb von drei Hufeisen
Reitlehrer: drei von drei Hufeisen
Reitbetrieb: eineinhalb von drei Hufeisen
Preis-Leistung: drei von drei Hufeisen

Kontakt

Reitverein Mergenthau
86438 Kissing
Tel. 0151-23031749
www.rvmk.de

Islandpferde Lechleite

„Halt!“ Sebastian Frischs Kommando bremst uns vier, als wir gerade aufsitzen wollen. „So steigt man nicht auf einen Isländer“, rügt er und schnappt sich mein Pferd, den zwölfjährigen Hiskandi. Frisch demonstriert uns allen das richtige Aufsitzen: Linke Hand in die Mähne, rechte Hand ans rechte Sattelblatt, um sich selbst gegen zu halten.

„Auf diese Weise belastet ihr das Pferd nicht so einseitig mit Gewicht“, erklärt der Reitlehrer und Betriebsleiter. Nachdem er eine Schülerin das Aufsitzen gleich zweimal wiederholen lässt, geht es in der Abteilung los. Wer sich in diesem Betrieb zum Unterricht anmeldet, sollte Floskeln und aufgeschnapptes Halbwissen vergessen. Sebastian Frisch hat klare Theorien, die er logisch und anatomisch belegen kann.

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Miriam Kreutzer
Reitschultest Augsburg

Sie verfolgen alle dasselbe Ziel: Die kleinen, sensiblen Isländer fein zu reiten und sie als Schulpferde nicht zu verderben. Da ist zum Beispiel das Treiben. „Immer, wenn das innere Hinterbein des Pferds abfußt, treiben Sie“, erklärt der Pferdewirtschaftsmeister und Trainer C des Islandpferde-Reiter- und Züchterverbands.

„Darauf muss das Pferd reagieren. Tut es das, lassen Sie es auch mal wieder gut sein, um das Pferd zu belohnen. Wenn es nicht reagiert, kurz mit der Gerte antippen.“ Offensichtlich sind die Pferde diese Vorgehensweise gewohnt. Das einzige Manko Hiskandis ist, dass er auf die treibenden Schenkelhilfen nicht deutlich reagiert, ich ihn also öfter antippen muss. Sebastian Frisch geht mit jedem Reiter den Takt durch, damit jeder ein Gefühl dafür bekommt, wann das innere Hinterbein abfußt. Frisch fragt ab und gibt persönliche Anweisungen; jeder von uns darf mal die Abteilung anführen. Schließlich lässt er uns auf dem Zirkel stoppen und will die Hilfen für das richtige Einstellen wissen. Es kommen Antworten; immer wieder fällt das Wort „Biegen“. „Quatsch“, gibt Frisch zurück. „Man kann ein Pferd rein anatomisch gesehen gar nicht komplett biegen. Die Rippenpartie ist viel zu fest dafür.“ Nun kommen Frischs Hilfen für das Einstellen auf den Zirkel: „Das äußere Bein aus der Hüfte heraus ganz zurücknehmen. Den inneren Zügel eine Nuance kürzer fassen und ganz wichtig: Blickrichtung dahin, wo man hinreiten möchte.“ Mit diesen Hilfen sollen wir das Pferd wie auf Schienen führen. Sobald es aus der Spur nach außen driftet, müsse das äußere Bein wieder verwahren. Driftet es nach innen, muss der innere Schenkel dran. Frisch erzieht damit Reiter dazu, ihre Pferde mit sparsamen Hilfen fein zu reiten.

Hiskandi wird beim Übergang vom Schritt in den Trab passig. Frisch sieht es sofort und erläutert, wie sich dieser Taktfehler durch Spannung einschleicht. So liefert er eine Mischung aus Theorie und Praxis, die kaum zu übertreffen ist. Er gönnt dabei sich und den Reitern keine Pause: Wenn er nicht erklärt, korrigiert er.

Obwohl wir weder tölten noch galoppieren, habe ich das Gefühl, selten so viel Stoff in so kurzer Zeit gelernt zu haben. Für diesen Unterricht vergebe ich drei Hufeisen.

Die Schulpferde stehen im Offenstall mit Zugang zu einem befestigten Außenpaddock. Der Innenstall riecht etwas streng.Sein Steinboden ist spärlich eingestreut; teilweise sind Brocken herausgebrochen. An den Mauern zwischen den Boxen fehlt teilweise der Verputz, was aber eher ein Schönheitsfehler ist und die Pferde nicht stört. Die Reithalle ist hell, die Sattelkammer ordentlich. Jedem der neun Schulpferde ist eine eigene Farbe zugeordnet, in der Halfter, Satteldecke und Putzeimer strahlen. Die Pferde dürfen auf die Koppeln; im Sommer besteht der Unterricht vor allem aus Ausritten. Wegen des nicht ganz perfekten Schulstalls gebe ich dem Betrieb zwei Hufeisen.

Hiskandi ist ein fein ausgebildetes Pferd, das sehr aufmerksam, durchlässig und weich im Maul ist. Der Wallach bekommt zweieinhalb Hufeisen; ein halbes Eisen Abzug erntet er, weil er zu wenig auf den treibenden Schenkel reagierte.

Die Stunde dauerte knapp 60 Minuten und kostete 30 Euro. Das war der Dauer der Stunde und der Qualität des Unterrichts angemessen und wird wie der Unterricht mit drei Hufeisen belohnt. Eine Zehnerkarte gibt es für 240 Euro. Sie umfasst einen Mix aus intensivem Unterricht, Reiterspielen, Ausritten und Quadrillen- und Figurenreiten. In der Gruppe reiten gewöhnlich bis maximal fünf Reiter; bei weniger als drei Teilnehmern wird die Stunde abgesagt.

Bewertung

Schulpferd: zweieinhalb von drei Hufeisen
Reitlehrer: drei von drei Hufeisen
Reitbetrieb: zwei von drei Hufeisen
Preis-Leistung: drei von drei Hufeisen

Kontakt

Islandpferde Lechleite
86316 Friedberg
Tel. 0821-603330
www.lechleite.de

Ausbildungszentrum für Rai-Reiten

Diese Western-Kulisse täuscht: Der Reitstil, der hier in Dasing bei Augsburg gelehrt wird, soll sich deutlich vom Westernreiten unterscheiden. Darauf legt Reitlehrerin Julia Gomringer großen Wert. Sie ist ausgebildete Rai-Reitlehrerin und gibt vor der Stunde eine ausführliche Einweisung, während uns auf der hellen und sauberen Stallgasse ein Duft nach frischen Sägespänen und Wald umschmeichelt.

„Wir haben die Pferde nur reingeholt, weil der Tierarzt nachher zum Impfen kommt“, sagt Gomringer. Sonst sind alle Tiere fast durchgehend draußen. Die großen, geräumigen Boxen haben dennoch alle zusätzlich einen frei zugänglichen Außenpaddock. Noch ein kurzer Blick in die Sattelkammer, in der alles ordentlich aufgeräumt und beschriftet ist – und der Betrieb verdient sich auf Anhieb drei Hufeisen.

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Miriam Kreutzer
Reitschultest Augsburg

„Pferde herrschen oder sie gehorchen. Es gibt nichts dazwischen, stellt Julia Gomringer klar. Da ein Pferd wie der mir zugeteilte Tinker Mounty 500 Kilogramm wiege, müssten wir es unter Kontrolle bringen und zum Leittier werden. “Sonst kann er uns einfach überrennen, wenn er will, und wir können nichts dagegen tun„, schließt sie.

Aus den Leitsätzen, die nun folgen, erkenne ich nicht, wie genau die Unterwerfung stattfindet. Vielleicht mit den Leckerli? Die werden hier grundsätzlich “Hoho„ genannt und werden so verabreicht, dass ich ein wenig an Dressurnummern im Zirkus denken muss. Gomringer erklärt als nächstes das Bändele, ein gebissloser Zaum, der zum Rai-Reiten gehört wie die Kandare zum Grand Prix. “Wir verzichten bewusst auf das Gebiss und auf alles, was in anderen Reitweisen benutzt wird.„

Das Bändele ist ein Nylon-Schnurhalfter, in dem ein Draht verläuft. Über den Nasenrücken werden Impulse gegeben – aber nur zur Korrektur, wenn die Hilfe zum Durchparieren nicht funktioniert. Bevor wir Mounty satteln können, braucht es erst mal ein paar Hohos. Als diese Prozedur vorbei ist, geht es zur Reithalle. Mounty muss hinter mir her laufen; so signalisiere ich meine Funktion als Leittier.

Auch nach dem Aufsteigen und nach dem Nachgurten gibt es Hohos. Dann erläutert Gomringer den Rai-Sitz. Da die Steigbügel über dem Sattelgurt sind, liegen die Unterschenkel weiter vorne als beim üblichen Reiten: nämlich dort, wo das Pferd die Unterschenkel nicht spürt. Ich soll gerade sitzen, das Becken aber leicht nach hinten kippen, um mein Gewicht mehr auf die Hinterhand des Pferds zu bringen. Die Absätze müssen extrem tief sein, die Beine ganz leicht vom Pferd weggestreckt. Losgeritten wird, indem ich beide Unterschenkel etwa 30 Zentimeter nach hinten klappe. Mountys Reaktion auf die Hilfe lässt zu wünschen übrig. Aber zum Glück gibt es Julia Gomringer mit Hohos in der Tasche. So lange sie neben und vor uns herspaziert, klebt ihr Mounty auf den Fersen. Um ihn zu etwas Selbständigkeit zu motivieren, verlässt Gomringer die Halle. Das hilft. Ich kann Mounty so immerhin mit treibenden Hilfen schwerfällig am Laufen halten und durchparieren. Allerdings ist es seltsam, dass ein Reitlehrer die Bahn verlassen muss, damit das Pferd auf Hilfen reagiert. Das zeigt: Mounty reagiert nur, wenn Hohos entweder ganz nahe oder ganz fern sind. Ich höre in der Stunde viel über die Rai-Philosophie. Ich erfahre aber nicht, wie ich Mounty in die Volte kriege, wenn er meine Hilfen nicht annimmt. Mir fehlt jegliches Erfolgserlebnis. Dem behäbigen 12-jährigen Tinker kann ich wegen seiner eigenartigen Ausbildung keinen Vorwurf machen, doch auf mich wirkte er schlicht unwillig. Weil er brav ist und einem Anfänger vermutlich viel Sicherheit vermittelt, bekommt er ein Eisen.

Gomringer ist eine überzeugte, engagierte Lehrerin. Ihre Begeisterung ist nachvollziehbar, doch zwischen Theorie und Wirklichkeit liegen Welten. Da sie mir nicht helfen konnte, als ich auf dem Pferd regelrecht verhungerte, bekommt sie nur ein Eisen. Der Unterricht bestand aus 40 Minuten Theorie und 25 Minuten Reiten in der Halle. Das kostete 36 Euro, so dass ich das Preis-Leistungsverhältnis mit eineinhalb Hufeisen bewerte.

Bewertung

Schulpferd: eins von drei Hufeisen
Reitlehrer: eins von drei Hufeisen
Reitbetrieb: drei von drei Hufeisen
Preis-Leistung: eineinhalb von drei Hufeisen

Kontakt

Ausbildungszentrum für Rai-Reiten
86453 Dasing
Tel. 08205-225
www.rai-reiten.de

Reitclub Augsburg e.V.

Satteln mag der Dunkelbraune nicht. Deshalb stellt Reitlehrer Thomas Löckenhoff jemanden ab, der verhindern soll, dass Mocca beim Satteln “blöd wird„. Tatsächlich versucht er, nach mir zu schnappen, als ich ihm den Vielseitigkeitssattel auflege – was ihn ein halbes Hufeisen kostet.

Mit dem Satz “Dann machen wir das jetzt mal schnell„, startet Löckenhoff meine Einzelstunde und überspringt das ­Aufwärmen. Eine Runde Schritt, dann sollen wir antraben. Mocca ist erstaunlich geschmeidig. “Biegen Sie das Pferd leicht ein„, fordert Löckenhoff. Im Trab lässt er mich Bahnfiguren reiten. Dabei merke ich, wie der Wallach den Rücken wegdrückt.

Trotzdem lässt er sich leicht in den Figuren stellen, reagiert sehr sensibel auf Zügel- und Schenkel: Als ich einmal aus dem Zirkel wechsle, stelle ich Mocca mit innerem Schenkel und äußerem Zügel auf die neue Hand um, fasse aber versehentlich den inneren Zügel eine Nuance kürzer. Sofort reagiert der Wallach und will auf dem Zirkel bleiben.

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Miriam Kreutzer
Reitschultest Augsburg

Auch auf treibende Hilfen reagiert Mocca fein. “Schauen Sie, dass er den Schwung von den langen Seiten immer auf die kurzen mitnimmt„, mahnt Löckenhoff. Da wir offensichtlich unter Zeitdruck stehen, folgt auch schon der Galopp. Das klappt auf der linken Hand zunächst nicht so gut. Mein Oberkörper ist zu unruhig, und Mocca fällt gelegentlich trotz Treibens in den Trab.

Doch Thomas Löckenhoff ist hartnäckig. Erst nachdem wir mehrere Bahnen sauberen Galopp geschafft haben, folgt auf der anderen Hand der reibungslose Rechtsgalopp. Damit ist die Stunde zu Ende. Mocca bekommt noch eine Runde Schritt zugestanden, dann sind die 30 Minuten Einzelunterricht vorbei. Während der halben Stunde forderte Löckenhoff mich sehr. Ich fühlte mich, als sei ich mal blitzschnell durch alle Gangarten und Bahnfiguren gehechtet. Vorher hat sich der Pferdwirt gewissenhaft nach meinen Kenntnissen erkundigt, bevor er mir Mocca zuteilte. Wegen des fehlenden Aufwärmens und dem geballten Pensum bekommt der Reitlehrer ein Hufeisen.

Mocca reagierte weich auf alle Hilfen und war fleißig. Dass er zu Beginn der Stunde ein wenig steif war, ist nicht sein Verschulden. Daher bekommt das Pferd zweieinhalb Hufeisen.

Äußerlich wirkt der Reitclub Augsburg schick. Zwei Reithallen stehen zur Verfügung; die eine davon ist mit 60 x 20 Metern sehr groß. Beide Hallen sind ordentlich und gepflegt. Leider gibt es keine Sattelkammer, die Sättel hängen irgendwo. Das schäbige Putzzeug liegt in irgendwelchen Ecken oder auf Schränken. Die Schulpferde ­stehen in zwölf Quadratmeter großen Boxen mit Fenstern und haben als regelmäßigen Auslauf nur Sandpaddocks. Daher gebe ich dem Betrieb ein Hufeisen.

Eine Elfer-Karte kostet für Nicht-Mitglieder 180 Euro, für Mitglieder 150 Euro plus 120 Euro Jahresbeitrag. Als einmalige Aufnahmegebühr in den Verein zahlt man 50 Euro. Meine halbe, extrem intensive Stunde kostete 15 Euro, so dass ich das Preis-Leistungsverhältnis mit zwei Hufeisen bewerte.

Bewertung

Schulpferd: zweieinhalb von drei Hufeisen
Reitlehrer: eins von drei Hufeisen
Reitbetrieb: eins von drei Hufeisen
Preis-Leistung: zwei von drei Hufeisen

Kontakt

Reitclub Augsburg e.V.
86161 Augsburg
Tel. 0821-554118
www.reitclub-augsburg.de

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