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Test: Reitschulen in der Neckar Alb Region

Reiten rund um den Neckar

CAVALLO-Redakteurin Miriam Kreutzer hat vier Reitschulen in der Neckar Alb Region getestet. Hier finden Sie ihre Bewertung und die Fotos der Reitanlagen. Davon verdient eine eine CAVALLO-Empfehlung.

Ein Wallach mit großem Bewegungsdrang und eine überaus aufmerksame ­Reitlehrerin bescheren Miriam Kreutzer eine aufregende Schulstunde in Sondelfingen. Eine vergessliche Reitlehrerin, ein gutmütiges Pferd und eine rappelvolle Reithalle warteten beim Reitverein Reutlingen auf Testerin Miriam Kreutzer. Auf einem jung gebliebenen, geschorenen Haflinger ritt Testerin Miriam Kreutzer in einer Dußlinger Fabrikhalle eine schweißtreibende Stunde. Woran erkennt ein Pferd, ob es jetzt Western oder Dressur geritten wird? „Am Sattel“, lautet die überraschende Anwort der Reitlehrerin beim Test in Walddorfhäslach.

Reiterkameradschaft Sondelfingen

Kerstin Ansorge ist meine Reitlehrerin für die Einzelstunde. Sie hat mich bereits mit dem Dritten im Bunde, Schulpferd Astor, in den Plan eingetragen.

„Astor ist unser Flotter“, erklärt sie. „Er ist sehr fleißig und rennt gerne.“ Noch macht der große Holsteiner einen etwas schläfrigen Eindruck, während er mir beim Putzen seinen schweren Kopf auf die Schulter legt. Dass der Wallach einen großen Bewegungsdrang hat, wird in der Halle kurz nach dem Aufsitzen deutlich.

Immer wieder lauert er auf die Hilfe zum Antraben. Er eilt im Schritt. Kerstin Ansorge lässt uns Kontakt schließen, beobachtet und fragt detailliert, was ich kann und wie ich reite. Ich fühle mich von Anfang an gut aufgehoben. Immer wieder rät sie mir, mich tief in den Sattel zu setzen und beim Leichttraben mit dem Bauch herauszukommen.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen in der Neckar Alb Region

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Als es an den Galopp geht, warnt sie: „Astor wird während und nach dem Galopp sehr schnell. Sie müssen ihn rechtzeitig ein­fangen, sonst haut er ab.“


CAVALLO: Reitschule im Test Süd auf einer größeren Karte anzeigen

Sie übertreibt nicht. So fleißig wie im Schritt und Trab ist Astor auch im Galopp. Ansorge lässt durchparieren und erklärt, wie ich den Wallach bremsen kann, ohne am Zügel zu ziehen: „Schwer in den Sattel setzen und immer wieder nachgeben. Wenn fleißige Pferde zu sehr am Zügel gezogen werden, sind sie verwirrt und werden eher noch schneller. Astor muss das im Kopf klarkriegen, was er machen soll.“ Vor allem soll ich mich bei dem rasanten Tempo nicht in die Bügel stellen, denn das entlastet, und das Pferd würde noch etwas flotter.

Ich gehorche, was bei diesem Galopp gar nicht so leicht ist – und tatsächlich passt der große Braune sein Tempo an. Dafür will er sich nun der Biegung ­entziehen. Kurz bevor ich ihn in den Zirkel einstelle, ändert er mehrmals spontan die Richtung. Kerstin Ansorge zeigt und erklärt die Hilfen: „Innere Schulter nach hinten und beide Zügel gleichzeitig und parallel in die Richtung führen, in die es gehen soll.“ Astor versucht noch ein paar Mal, seinen Willen durchzusetzen. Ansorge ist aber unerbittlich und macht mir klar, wie wichtig es ist, sich durchzusetzen, „um dem Pferd zu zeigen, wer die Führung hat. Denn das erleichtert auch ihm die Arbeit“. Die Reitlehrerin ist Trainer C und vermittelt mir Theorie und praktisches Wissen. Sie ist streng, hat aber immer ein Lächeln für den Reiter. Alles wird so lange erklärt und geübt, bis es klappt. Das ist zwar anstrengend, aber sehr lehrreich. Dafür gebe ich drei Hufeisen.

Der Betrieb ist klein und tipptopp. Mit seiner schönen Lage in den Hügeln von Sondelfingen bietet er Gelegenheit zu Ausritten, die wöchentlich mindestens einmal stattfinden. „Vor allem für die Pferde machen wir das so regelmäßig“, betont Kerstin Ansorge. Die Tiere dürfen bei gutem Wetter jeden Tag raus – sommers wie winters. Astors Fell glänzt, die Hufe sind vorne und hinten ordentlich beschlagen. Er hat eine Box mit Zugang zum Außenpaddock. Anders die beiden weiteren Schulpferde: Sie haben nicht mal ein Fenster in ihrer Box. Die ordentlich beschrifteten Sättel und Trensen hängen in einer vorbildlich aufgeräumten Sattelkammer. Der Betrieb erhält zwei Eisen.

Astor ist sensibel, willig und rittig. Er ist weich im Maul, ­extrem durchlässig und reagiert wunderbar auf jede kleine Schenkelhilfe. Dass man ihn bei Tempo ständig einfangen muss, ist anstrengend. Da er auch noch gegen Ende der Stunde die ­Unart zeigt, abrupt die Rich-tung zu wechseln, verdient der Braune insgesamt zwei Eisen. Für Anfänger ist der gehfreudige Astor nicht geeignet, Kerstin Ansorge setzt deshalb nur ­fortgeschrittene Reiter auf ihn. Die entsprechenden Kenntnisse klärt sie schon am Telefon gewissenhaft. Die Einzelstunde, die Ansorge prinzipiell gibt, um einen neuen ­Reiter beurteilen zu ­können, kostete 20 Euro und dauerte 60 Minuten. In der Gruppe mit maximal sechs, im Normalfall eher drei bis vier Reitern zahlen erwachsene Mitglieder 13,50 Euro für 45 Minuten. Nach zehn Probestunden à je 18 Euro muss man Mitglied im Verein werden. Zu den 160 Euro einmalige Aufnahmegebühr kommt hier ein Jahresbeitrag von 100 Euro. Für einen so qualifizierten und ­kompetenten Unterricht wie den von Kerstin Ansorge ist das gerechtfertigt und schlägt sich im Preis-Leistungsverhältnis mit drei Hufeisen nieder.

Bewertung

Schulpferd: zwei von drei Hufeisen
Reitlehrer: drei von drei Hufeisen
Reitbetrieb: zwei von drei Hufeisen
Preis-Leistung: drei von drei Hufeisen

Kontakt

Reiterkameradschaft Sondelfingen
72766 Reutlingen-Sondelfingen
Tel. (07121)493485
www.reiterkameradschaft-sondelfingen.de

Reitverein Reutlingen

Zuerst stehe ich im Regen. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: Von oben gießt es, und Reitlehrerin Simone Heinrich hat mich vergessen. Als sie per Handy zum Reitverein beordert wird, habe ich 45 Minuten auf den Beginn meiner gebuchten Einzelstunde gewartet. In der Halle herrscht munteres Kommen und Gehen, Pferde werden abwechselnd longiert, ein anderes wird raumgreifend ausgebildet, am Rand tollen Hunde und Kinder. Heinrich betont mehrfach, dass Lord, den ich reiten soll, das ­locker nimmt und ich nur ­entsprechend Abstand zu den anderen Pferden halten soll.

Tatsächlich ist der große Wallach weniger aus der Ruhe zu bringen als ich. Die unberechenbaren Bocksprünge des auszubildenden Pferds machen mich nervös. Lord ist eins von vier Schulpferden des Vereins. Er wird für fortgeschrittene Reiter genommen.

Der Sachse mit dem Stockmaß von 1,70 Metern ist eher gemächlich unterwegs und geht extrem gegen den linken Schenkel. Das weiß auch Simone Heinrich und lässt mich bewusst Hufschlagfiguren auf der linken Hand reiten, damit ich den Wallach auf dieser Hand stelle und biege. Auf Schenkelhilfen reagiert Lord nicht so, wie man es von einem mehrfach als „so brav“ gelobten Pferd erwartet.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen in der Neckar Alb Region

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Die Galopphilfen nimmt er nicht an, obwohl er laut Heinrich sogar aus dem Schritt an­galoppieren könnte – wenn er denn wollte. Die Reitlehrerin bleibt unerbittlich: „Sie machen das jetzt so lange, bis er richtig galoppiert“, fordert sie.


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Schließlich sind wir beide erfolgreich, obwohl mir bei diesem Problem konkrete Hilfe gefehlt hat. Simone Heinrich ist Dressurreiterin und leitet den Schulbetrieb des Vereins, hat aber keinen Trainerschein. Sie hat mich in der Stunde zu jeder Zeit fest im Blick und gönnt mir nur wenige Verschnaufpausen. „Schließen Sie die Oberschenkel fest ums Pferd. Legen Sie den inneren Unterschenkel etwas zurück. Stellen Sie Lord mit dem richtigen Sitz auf die Bahnfiguren ein.“ Einmal geht Lord geradeaus, obwohl ich auf dem Zirkel reiten will. Heinrich kommandiert sofort: „Setzen Sie sich resolut durch!“ Mir ist vollkommen klar, dass das kein zweites Mal passieren darf.

Simone Heinrichs Unterricht besteht hauptsächlich aus ­Wiederholungen. Alle Übungen müssen einwandfrei sein, bevor sie zufrieden ist. Das finde ich gut, doch gelegentlich fehlen die Hinweise, was ich noch besser machen könnte. Nur zum Aussitzen des Trabs bekomme ich eine ausgezeichnete Anleitung: „Immer wieder durchparieren zum Schritt, sobald der Sitz nicht mehr stimmt. Alles wieder korrekt anordnen und neu lostraben.“

Das stetige Versammeln hilft sehr: Ich kann den großen Wallach mit seinen weiten Tritten deutlich besser aussitzen, als ich vermutet hätte. Lord ist teilweise etwas stur, dafür aber weich im Maul und aufmerksam, ohne sich von den anderen ­Pferden ablenken zu lassen. Er bekommt dafür anderthalb Hufeisen.

Dressurreiterein Heinrich ­bildet Pferde und Reiter für den Turniersport aus. Was sie mir in dieser Einzelstunde vermittelte, war ein bisschen wenig. Außerdem hatte sie mich und meine Stunde vergessen. Sie erhält deshalb nur ein Hufeisen.

Lord hat eine geräumige Box mit Außenfenster; die drei ­anderen Schulpferde stehen in kleinen Boxen ohne Fenster. ­Allerdings dürfen die Pferde im Winter auf die Paddocks und im Sommer auf die Koppeln. Am Testtag waren die Schulpferde trotz Dauerregen draußen und standen anschließend nass in den Boxen. Auslauf und frische Luft sind wichtig, aber vor der Reitstunde könnten die Pferde in der Box wenigstens kurzfristig unter einer Decke trocknen. Die Boxen waren sauber gemistet, die Halle von 20 x 60 Metern befand sich in ordentlichem Zustand. Die Sattelkammer ist groß und aufgeräumt. Am Ende der Stallgasse schlummert das nötigste Putzzeug in einer Kiste. Wenn mehrere Reiter ihre Pferde für eine Stunde vorbereiten, wird die Putzausrüstung etwas knapp. Daher gebe ich dem Betrieb eineinhalb Hufeisen.

Die Einzelstunde dauerte knappe 45 Minuten und kostete 15 Euro. Genauso teuer ist auch die Erwachsenen-Stunde in der Abteilung mit bis zu vier Reitern. Für die Mitgliedschaft verlangt der Verein 180 Euro jährlich. Das ist günstig. Dem stand ein ordentlicher Unterricht gegenüber. Das Preis-Leistungsverhältnis ist in diesem Fall angemessen und bekommt daher zwei Hufeisen.

Bewertung

Schulpferd: eineinhalb von drei Hufeisen
Reitlehrer: eins von drei Hufeisen
Reitbetrieb: eineinhalb von drei Hufeisen
Preis-Leistung: zwei von drei Hufeisen

Kontakt

Reitverein Reutlingen
72770 Reutlingen
Tel. (07072) 6622
www.reitverein-reutlingen.de

Reitschule Maier, Dußlingen

Carlo war ein Flaschenkind. Nicht wundern, wenn er komische Geräusche von sich gibt“, sagt Reitlehrerin Rita Maier, als sie den Haflinger vorstellt. Ich wundere mich trotzdem, als Carlo anfängt, wie an einer Flasche zu nuckeln.

Der Wallach ist sehr menschenbezogen und würde mir am liebsten in die Jackentasche steigen, dabei wird er aber nicht zu aufdringlich. Kaum zu glauben, dass der helle Fuchs schon 19 Jahre auf dem Buckel hat: Er würde locker als Neunjähriger durchgehen.

Ich darf an diesem Tag in der Turniergruppe mitreiten, die wegen der Schulferien kleiner ist als sonst. „Ich habe euch vier in zwei Zweiergruppen eingeteilt, dann können wir in Ruhe arbeiten“, sagt Rita Maier. Während die erste Gruppe reitet, bleibt mir Zeit, mich auf der Anlage umzuschauen. Die meisten Pferde auf dem Hof sind Schulpferde.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen in der Neckar Alb Region

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Zwar haben nicht alle eine Außenbox, doch selbst die Innenboxen sind rundum offen, sodass die Tiere ständig Kontakt haben. Am Testtag sind alle Boxen sauber eingestreut. Viele Schüler misten aus oder pflegen ihre Lieblingspferde.


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Die Reitschule Maier liegt mitten im Wohngebiet. Ihre Reithalle gehörte vermutlich zu einer ehemaligen Fabrik; sie misst zirka 15 x 40 Meter. An der Straße liegen einige Koppeln, auf denen sich am Testtag die Rentnergruppe vergnügt. „Leider werden diese Weiden bald dem Ausbau der Bundesstraße zum Opfer fallen“, erzählt eine Schülerin, die gerade ihrem Pflegepony die Stoppelmähne zurechtschneidet. Etwas weiter entfernt, so die Schülerin, gebe es aber zum Glück noch mehr Koppeln für die Pferde.

Schließlich beginnt auch meine Reitstunde. Carlo schreitet fleißig voran. Leider dehnt er sich nicht ans Gebiss, sondern wehrt sich zunächst gegen meine Hand, als ich die Zügel aufnehme. „Carlo braucht die äußere Hand gut dran, damit er im Genick nachgibt“, erklärt Rita Maier. Wir traben einige Runden ab, bevor wir mit der Gymnastizierung beginnen. Auf diese legt Maier den größten Wert. „Wir machen jetzt einen Vergleich. Galoppiert auf beiden Händen. Dann arbeiten wir im Schritt, danach galoppieren wir noch mal.“ Ich bin gespannt.Carlo zum Galopp zu bewegen, klappt nicht auf Anhieb. Erst als ich eine Gerte bekomme, springt der Wallach an. Im Galopp ­finden wir zunächst überhaupt nicht zusammen.

„Nehmen Sie den Oberkörper noch weiter zurück“, rät Rita Maier. Danach üben wir Schultervor und Kurzkehrt, um die Pferde mehr auf die Hinterhand zu bringen. „Nehmen Sie die innere Hand ein wenig höher im Schultervor“, empfiehlt Maier. „Fast alle Lektionen, die wir reiten, sieht man auf der Koppel: Schritt, Trab, Galopp, Passagen. Aber Seitengänge, die das Pferd trainieren, machen die Tiere nicht freiwillig“, erklärt sie. Diese sind wichtig für gesundes Reiten. „So, jetzt wollen wir noch mal galoppieren.“ Rita Maier hatte recht: Durch die Seitengänge setzen sich die Pferde jetzt auch im ­Galopp besser. „Sehr gut“, lobt die Trainerin. Meine Mitreiterin probiert mit ihrem Schulpferd sogar schon den ersten Fliegenden Wechsel. Schnell ist die Stunde rum. Carlo hat durch sein geschorenes Fell kein nasses Haar. Ich schon.

Rita Maier bot eine solide, ­abwechslungsreiche Stunde, in der sie viel Wert auf Gymnastizierung legte. Allerdings hätte ich mir noch mehr Sitzkorrekturen gewünscht. Ein Hufeisen von dreien ziehe ich ab, weil die Trainerin mein Sattelzeug nicht prüfte. Das hätte sie tun müssen, obwohl ich mich als fortgeschritten angemeldet hatte.

Haflinger Carlo verdient sich ebenfalls zwei Hufeisen. Er geht fleißig vorwärts, hat aber Defizite in der Dehnung. Lässt man ihn die Zügel aus der Hand kauen, dehnt er sich in die Höhe, nicht in die Tiefe. Ansonsten ist er ein gutes Schulpferd und außerordentlich brav im Umgang.

Die Reithalle ist gepflegt, die Ausrüstung der Schulpferde in gutem Zustand, alle Boxen sind sauber, die Pferde kommen fast täglich auf die Koppel. Der Stall war ordentlich, das Chaos im Reiterstübchen neben der Toilette allerdings unansehnlich. Für die volle Hufeisen-Zahl fehlt dem Betrieb außerdem ein ­Reitplatz. Deshalb bekommt er insgesamt zwei Eisen.

Dem Preis-Leistungsverhältnis gebe ich ebenfalls zwei Hufeisen: Ich musste 15 Euro für eine 60-minütige Stunde bezahlen. Die Mitgliedschaft kostet 95 Euro im Jahr plus Arbeitsdienste; dann reduziert sich der Preis für die Reitstunde auf nur noch elf Euro. Das ist für den soliden Unterricht günstig.

Bewertung

Schulpferd: eineinhalb von drei Hufeisen
Reitlehrer: eins von drei Hufeisen
Reitbetrieb: eineinhalb von drei Hufeisen
Preis-Leistung: zwei von drei Hufeisen

Kontakt

Reitschule Maier
72144 Dußlingen
Tel. (07072)5455
www.reitschule-maier-ev.de

AK Westerntraining, Walddorfhäslach

Der rundliche Norweger Freddy schnappt halbherzig nach mir, als ich zu putzen beginne. Das hat Reitlehrerin und Betriebsleiterin Ann Katrin Querbach sicher nicht mit „Anfreunden“ gemeint, als sie mir den 19-jährigen Wallach gab.

Sie bietet Dressur- und Westernunterricht in 30-minütigen Einzelstunden. Freddy ist eins ihrer eigenen Pferde. „Ich setze ihn für die ­erste Stufe des Unterrichts ein, wenn die Reiter Umsteiger oder Anfänger im Westernreiten sind“, erklärt sie „Wenn ein Schüler auf dem aktuellen Pferd fein genug reitet, erreicht er die nächste Stufe und bekommt ein etwas besser ausgebildetes Tier.“

In der Halle soll ich mich an Freddy gewöhnen. Wir starten mit dem Impulsreiten: Das Pferd bekommt eine Hilfe und soll daraufhin zuverlässig laufen. Dazu sollen wir antraben. Freddy reagiert nicht auf meine Schenkelhilfe. Ich schnalze – und Freddy joggt los. Dann verlangsamt er seinen Jog immer wieder, sodass ich treiben oder schnalzen muss, ­damit er nicht in den Schritt ­zurückfällt.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen in der Neckar Alb Region

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Während ich Zirkel reite und laufend die Hand wechsle, korrigiert Querbach den Sitz. Dann soll ich eine Zügelbrücke bilden und mit großen Bewegungen lenken, ohne mit der äußeren Hand über den Mähnenkamm zu kommen. Freddy reagiert vorbildlich.


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Da er auch in Dressur ausgebildet ist, bin ich neugierig, wie Freddy die Reitweise erkannt hat, die wir heute gewählt haben. „Das merkt er schon am Sattel, den er jeweils trägt“, sagt Querbach und bittet mich zum Experiment: Ich soll die Zügel annehmen und mehr treiben. Sofort fällt Freddy in den Dressur-Trab. Ich lasse die Zügel wieder länger – und wir sind wieder im Jog. Freddy ist rittig, aber mit Stimme feiner zu reiten als mit Schenkel- und Gewichtshilfen. Er versucht nicht zu tricksen und ist wunderbar auszusitzen, wofür er zwei Eisen bekommt.

Obwohl ich extra darauf hingewiesen habe, dass ich keine Western-Anfängerin bin, gab Ann Katrin Querbach eine Anfängerstunde. Sie ist Trainerin B jeweils im Spring-, Dressur- und Westernreiten. Sporen scheinen bei ihr Pflicht zu sein: Die nächste Schülerin ritt Freddy mit ­Sporen, obwohl er das Western-Einsteigerpferd ist. „Das dient der Massage des Pferds“, behauptet Querbach. „Zum anderen können wir da spezielle Muskeln ganz direkt ansprechen.“ Das Erste ist falsch, das Zweite fraglich. Daher sollten Sporen nur von guten Reitern eingesetzt werden und nicht allgemein üblich sein. Querbach erhält eineinhalb Eisen.

Der Betrieb ist klein, ordentlich und gepflegt. Da die Pferde Western und klassisch geritten werden, hat jedes Tier zwei Sättel. Pferde, die im Unterricht gehen, haben Zugang zu kleinen Paddocks. Dazu sind die Pferde täglich auf den Koppeln. Wander- und Ausritte gehören regelmäßig zum Unterricht. Dafür erntet der Betrieb drei Eisen.

Für die 30 Minuten musste ich 25 Euro bezahlen, die Zehnerkarte kostet 240 Euro. Das ist recht teuer. Da die Pferde gut ausgebildet und zuverlässig sind, verdient das Preis-Leistungsverhältnis eineinhalb Eisen.

Bewertung

Schulpferd: zwei von drei Hufeisen
Reitlehrer: eineinhalb von drei Hufeisen
Reitbetrieb: drei von drei Hufeisen
Preis-Leistung: eineinhalb von drei Hufeisen

Kontakt

AK Westerntraining
72141 Walddorfhäslach
Tel. (0178)2098586
www.ak-westerntraining.de

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