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Test: Reitschulen im Erzgebirge

Reiten rund ums Erzgebirge

CAVALLO-Redakteurin Miriam Kreutzer hat vier Reitschulen im Erzgebirge getestet. Hier finden Sie ihre Bewertung und Fotos.

Der Unterricht beginnt auf dem Araberhof Ursprung mit einem Schreck: Das Pferd lahmt. Sofort gibt es ein anderes Tier, das sogar Fliegende Wechsel kann. Und die soll Miriam Kreutzer ohne Sattel reiten. Weiden gibt es reichlich auf dem Reiterhof Schremmer. Aber ein eng ausgebundenes Schulpferd, lange Hufe und eine Friseurin als Reitbetreuerin trüben das Bild. Erst das Gezicke, dann das Vergnügen – nach diesem Motto entwickelt sich die Stunde bei Pferdehof Neubert, die nicht ganz so gut begann. In Stollberg gibt es Unterricht der alten Schule: Leichttraben ohne Bügel, viele Übergänge und immer wieder Schritt am langen Zügel.

Araberhof Ursprung

Katrin Lischka, Betriebsleiterin, Araber-Züchterin sowie sächsische Zuchtbeauftrage Schwerpunkt Fohlenmusterung, vereinbart mit mir eine Reitstunde um zehn Uhr morgens. Etwas zu früh stehe ich vor ihrer Tür und habe zunächst den Eindruck, dass Lischka eher in sich ruht. Sie zeigt mir Suleika, die ich in der Box putzen soll, und überreicht einen Beutel mit Suleikas Bürsten.

In der Sattelkammer sitzen die Sättel ordentlich auf einer Seite; auf der anderen Seite hängen die Trensen mit den Pferdenamen an der Wand. Dazu gehört immer ein Beutel mit Putzzeug – ebenfalls beschriftet. Suleika lässt sich friedlich striegeln.

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Miriam Kreutzer
Reitschultest Erzgebirge

Test: Reitschulen im Erzgebirge

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Katrin Lischka und ihr Mann misten derweil und bringen Pferde auf die Koppeln. Ich staffiere Suleika mit einem gut passenden Sattel und einem Hackamore aus, ehe wir auf dem Außenplatz antreten. Etwas lethargisch, aber freundlich erklärt Kartin Lischka, wie ich mit Suleika umgehen soll. Mit der gebisslosen Zäumung soll ich genau so reiten wie mit einer Trense. Lischka setzt sich auf einen Sprung und beobachtet mich.


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Als ich antraben soll, holpert Suleika fürchterlich und tickt. Katrin Lischka reagiert sofort und lässt mich absitzen. Anscheinend hat sich die Stute am Morgen auf der Koppel vertreten. „Würden Sie auch ein etwas flotteres Pferd reiten? Eines, das eventuell zwischendurch mal Gas geben könnte?“, fragt Lischka. „Solange es nicht versucht, mich abzusetzen“, erwidere ich, und Katrin Lischka stellt mir Balejar vor. Ein weißer, 18-jähriger Shagya Araber im Fellwechsel. Wieder heißt es putzen. Am Ende ist Balejar massenweise Haare los, die nun an mir kleben. Balejars linke Schulter steht stark hervor. „Das ist ein verhärteter Lymphknoten“, erklärt Katrin Lischka. „Zuerst war der noch weich. Wir haben Balejar operieren lassen. Die Geschwulst kam nach der OP wieder und verkapselte sich. Das stört Balejar aber nicht, da der Sattel ja viel weiter hinten sitzt.“ Gespannt setze ich mich auf den hübschen Wallach und beginne erneut mit Schritt und Seitengängen, die – wie schon bei Suleika – für mein Empfinden nicht gut funktionieren. Balejar ist ruhig, reagiert etwas besser auf Schenkelhilfen und gibt schneller im Genick nach als Vorgängerin Suleika. Sein Kopf bleibt aber nicht unten, sondern er reckt ihn ständig in alle Richtungen; er will gucken, ob sich Kollegen auf den Weiden befinden. Da ich Balejar anscheinend gut beschäftige, macht sich Lischka keine Sorgen mehr, dass er eventuell Unfug machen könnte. Sie stellt fest, dass ich mittig sitze und erzählt, dass Balejar auch Fliegende Galoppwechsel beherrscht. „Die habe ich noch nie geritten“, behaupte ich, was bei Lischka sofort den Drang weckt, mich die Lektion reiten zu lassen. Balejars Galopp ist recht angenehm, einen Fliegenden Wechsel schaffen wir jedoch nicht. „Sie versuchen zwar, Ihr Gewicht von einer Seite auf die andere zu verlagern, es gelingt aber nicht“, analysiert Lischka. „So können Sie die Hilfen nicht korrekt geben.“

Die Korrektur ist ungewöhnlich: Zunächst soll ich ohne Bügel reiten; dann ohne Sattel, damit ich das Pferd und meine Hilfen besser spüre. Nach einigen Übungen zur Oberkörper-Lockerung geht Balejar ohne Sattel entspannter. Der Fliegende Wechsel scheitert weiter.

Balejar ist lieb und gut erzogen. Zum Sitzen komme ich auf ihm kaum, da er nicht reell über den Rücken geht und die Anlehnung ständig verloren geht – egal ich mit oder ohne Sattel reite. Er bekommt daher für die Stunde anderthalb Hufeisen.

Katrin Lischka hat sich viel Mühe gegeben und meine Schiefe richtig erkannt. Zur Förderung meines Körperbewusstseins gab sie mir ungewöhnliche Übungen an die Hand, mit denen ich besser spüren sollte, wie ich mein Gewicht verlagere. Da ihre Einweisung im Umgang mit dem Hackamore etwas dürftig war, bewerte ich den Unterricht mit zwei Hufeisen.

Der Reit- und Zuchtbetrieb ist ordentlich; alle Pferde kommen auf die Koppeln. Die Boxen sind gemistet, teilweise etwas klein und dunkel. Im Sommer ermöglicht es der hauseigene Badesee, mit dem Pferd zu schwimmen. Der Betrieb bekommt daher zwei Hufeisen.

Die Einzelstunde kostete 18 Euro – ein guter Preis, so dass es auch hier zwei Eisen fürs Preis-Leistungsverhältnis gibt.

Bewertung

Schulpferd: eineinhalb von drei Hufeisen
Reitlehrer: zwei von drei Hufeisen
Reitbetrieb: zwei von drei Hufeisen
Preis-Leistung: zwei von drei Hufeisen

Kontakt

Araberhof Ursprung
09285 Ursprung
Tel. 037295-41700
www.araberhof-ursprung.de

Reiterhof Schremmer

Alles hatte recht gut angefangen: Nach einigem Suchen gelangte ich über einen unbefestigten Weg zum Reitstall Schremmer. Bei der Bereiterin des Betriebs bekomme ich einen Termin für eine Schulstunde; nur zwei weitere Schüler seien angemeldet. Ich freue mich; mein Gefühl sagt mir, dass die Leute nett sind und der Test mit Sicherheit gut verläuft. Denkste.

Als ich am nächsten Tag erscheine, bin ich fast allein. Vor der Box des Zuchthengsts ist eine rossige Stute angebunden, die nervös herumtänzelt. In der Reithalle bekommen Kinder Unterricht. Die Tür ist geschlossen; ich kann nicht sehen, was passiert. Die Bereiterin vom Vortag ist nirgends zu sehen. Ich warte.

Schließlich kommt eine junge Frau aus der Halle, begrüßt mich freundlich und weist mir Bia zu, die sich schon in der Bahn befindet. Ich übernehme die Stute von meiner Vorgängerin, soll aber mit dem Aufsitzen noch warten, bis die anderen Reiter kommen. Ich stehe also alleine herum und habe genug Zeit, mir das etwa 1,60 Meter große Warmblut Bia genauer anzusehen.

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Miriam Kreutzer
Reitschultest Erzgebirge

Test: Reitschulen im Erzgebirge

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Die zwölfjährige Fuchsstute mit der großen Blesse sieht unglücklich aus. Ihr Kopf ist mit starken Gummibändern fast bis auf die Brust gezogen. Die Gummis entpuppen sich als ein Halsverlängerer, der wie ein Dreieckzügel verschnallt und viel zu kurz ist.


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Bias Hufe haben schon seit längerer Zeit keinen Schmied mehr gesehen. Sie sind vorne schief; das lange Horn ist teilweise ausgebrochen.

Als meine Mitreiterin samt Reitlehrerin Franzi die Halle betritt, frage ich, ob ich die Hilfszügel entfernen darf. Ich darf. Franzi selbst würde Bia immer mit den Ausbindern reiten, da diese sonst ständig den Kopf hochnehme. „Die Kinder, die immer auf ihr reiten, haben sie leider verdorben.“ Franzi entpuppt sich als Friseurin, die aus Verbundenheit zum Stall die Reitlehrerin vertritt, die im Mutterschaftsurlaub ist. Auf die zu langen Hufe angesprochen, erzählt Franzi, dass sie die auch schon mehrfach moniert habe. Für den Stallbetreiber wäre es allerdings schwer, 60 Pferde auf einmal zum Schmied zu geben. Franzi ist nett und gibt mir während der Stunde ein paar Tipps. Zum Beispiel ermuntert sie mich wiederholt dazu, Übergänge zu reiten, um Bia zu lockern. Richtiger Unterricht findet allerdings nicht statt und ich arbeite Bia die meiste Zeit selbstständig. Weil Franzi nicht die Reitlehrerin des Betriebs ist und gutmütig in einer misslichen Lage einspringt, verzichte ich auf die Bewertung. Auch das Preis-Leistungsverhältnis – die Stunde hat zwölf Euro gekostet – bewerte ich nicht. Generell gilt aber: Solche Verhältnisse sind keine Empfehlung für einen Reitstall.

Bia bekommt ein halbes Eisen. Sie ist lieb, aber verritten. Das wundert wenig, wenn sie ständig mit zu engen Ausbindern gehen muss. Ich versuche, sie mit weiten Wendungen und Schlangenlinien zu lockern. Ihr Trab ist holprig; der Rücken fest. Ich verzichte aufs Aussitzen. Erst zum Ende der Stunde gibt sie langsam nach. Dabei kann man ansatzweise ihre einst passable Ausbildung erkennen. Würde sich im Betrieb jemand die Zeit nehmen, Bia Korrektur zu reiten und sie richtig auszubinden, – reelle Dreieckszügel statt Halsverlängerer, den Kopf vor der Senkrechten – könnten auch Kinder problemlos auf ihr reiten. Laut Franzi ist der Betreiber der Anlage Metzger. Er betreibt den Stall nebenbei, sozusagen als Andenken an seinen Vater, von dem er ihn geerbt hat. Daher kämen auch die Unstimmigkeiten und Probleme. Das ändert nichts daran, dass hier etwas falsch läuft. Bias Box ist ein wenig klein; ihre auffällige Fressgier, mit der sie mich fast um meine Finger bringt, lässt die Frage nach dauerhaft ausreichend Futter offen. Mit Heu wurden die Pferde in meiner Anwesenheit reichlich versorgt. Bia war, wie mir beim Absatteln auffiel, offensichtlich nicht geputzt worden. Nach der Stunde gab es keinen Hufkratzer zum Reinigen. Die einzige Anbindemöglichkeit zum Absatteln war auch hier der Platz vor der Box des Zuchthengsts. Putzzeug konnte ich weder entdecken, noch wurde mir auf Nachfrage welches ausgehändigt. Als ich am nächsten Tag noch einmal nach Bia guckte, war sie immer noch genauso sandig, dreckig und verschwitzt wie am Vortag. Der Betrieb bekommt nur deshalb ein halbes Eisen, weil die Pferde offensichtlich im Sommer täglich auf der Koppel sind, und die Schulponys im Laufstall gehalten werden.

Bewertung

Schulpferd: ein halbes von drei Hufeisen
Reitlehrer: keine Bewertung
Reitbetrieb: ein halbes von drei Hufeisen
Preis-Leistung: keine Bewertung

Kontakt

Reiterhof Schremmer
08297 Zwönitz
Tel. 037754-2593

Pferdehof Neubert

Machen Sie sich groß im Sattel, und nehmen Sie den Kopf hoch. Die Unterschenkel müssen weiter hinten liegen. Die sollen ja mit Ihrer Hüfte und Ihrem Kopf eine Linie bilden. Setzen Sie sich weiter nach vorne.“ Leichter gesagt als getan. Was Roland Neubert da sagt, klingt leicht. Auf Wallach Roger grenzt es jedoch an schwierigste Verrenkungen. Zumindest fühlt es sich so an.

Rogers Sattel setzt mich weiter nach hinten; der große schwarze Wallach hat enorme, eckige Bewegungen. In der Gruppe reiten außer mir noch drei weitere Schüler, zwei Anfänger und die Fortgeschrittene Nancy. Sie sitzt auf einem von Neuberts selbstgezogenen, siebenjährigen Schimmel.

Er und zwei seiner Vollgeschwister sind extra für die besseren Schüler und für Turniere ausgebildet worden. Alle anderen nehmen Neuberts Verlasspferde. Dazu gehört auch Roger. Vor der Stunde zeigt Neubert mir, wo ich Rogers Putzzeug finde: Es liegt sauber beschriftet auf einem Regal.

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Miriam Kreutzer
Reitschultest Erzgebirge

Test: Reitschulen im Erzgebirge

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Neubert warnt, dass der 1,76 Meter große Wallach gerne dominant wird. „Sprechen Sie ihn dann laut an.“ Beim Putzen soll ich auf einen festen Strich achten. „Dieses sanfte Rumgestriegele, was die Kinder immer machen, das kann Roger nicht leiden“, erklärt Neubert. In der Box beginnt ein Tanz: Roger versucht mehrfach, nach mir zu schnappen. Eine Einstellerin hilft mir, hält Rogers Kopf.


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In der Sattelkammer, die auch als Büro zur Planung des Unterrichts dient, finde ich die Ausrüstung. Mit Hilfe sattele ich Roger, der die Prozedur nicht mag. Er hat zwei Beulen neben der Gurtlage; wahrscheinlich war er hier mal wund. Ein Lammfell über dem Gurt soll den Rappen vor weiteren Scheuerstellen schützen. Die Satteldecke ist aus Filz, durch Schweiß und Haare steif. Nach dem Gezicke in der Box bin ich gespannt, was mir Roger auf dem Platz bietet. Er geht mit weit nach vorne gerecktem Hals, ist hart, versteift das Genick. Die ersten 20 Minuten sind unbequem. Neubert redet aufmunternd auf mich ein: „Ja das sieht doch schon ganz gut aus. Halten Sie die Hände ruhig, versuchen Sie mal ein paar Seitengänge.“ Immer weiter gibt er Tipps, um Roger zu lösen. Tatsächlich wird der große Schwarze nach und nach lockerer im Genick und beginnt, sich fallen zu lassen. „Das kommt leider durch den Schulbetrieb“, stellt Neubert fest, der mir den trotz seiner anfänglichen Steife zuverlässigen Rappen gab, um auf Nummer sicher zu gehen. „Viele Schüler, die sich anmelden, können gar nicht reiten, behaupten aber das Gegenteil“, sagt er und kommentiert Rogers Startschwierigkeiten: „Manche Schüler sind etwas unsanft am Zügel. Dann macht sich Roger fest. Wenn man ihm aber zeigt, dass man ihn nicht hinunter zwingen will, fasst er Vertrauen und gibt nach. Das dauert nur ein wenig.“ Nach einer halben Stunde schnallt Neubert einen Halsverlängerer ein, damit ich Roger leichter angaloppieren kann. Der Hilfszügel ist sehr locker verschnallt und hat kaum Wirkung auf Rogers Haltung. Nach dem Galopp ist Roger noch durchlässiger. Nun kann ich ihn auch recht bequem sitzen.

Ich konnte während dieser Stunde die Wirkung meiner Haltung auf das Pferd nachvollziehen. Neubert ging gut auf mich ein, half vor dem Ritt beim Putzen und Satteln, beim Aufsitzen und erklärte viel. Er bekommt dafür zweieinhalb Hufeisen.

Roger ist auf einem soliden A-Niveau, was er nach anfänglicher Steifheit auch erkennen lässt. Sein grantiges Verhalten in der Box gibt jedoch Abzüge, auch wenn Roger als alter Schulpferd-Hase einfach nur gelernt hat, sich seine Ruhe zu erkämpfen. Ich gebe dem dunklen Riesen anderthalb Eisen.

Neuberts Reitschule ist von der FN mit zwei Punkten gekennzeichnet. Roland Neubert ist ein kompetenter Reitlehrer, der auf jeden seiner Schüler eingeht. Obwohl wir im Unterricht zu viert waren, hatte ich das Gefühl, dass hier vier Einzelstunden stattfinden. Dafür ist der Preis von zehn Euro unschlagbar günstig, was mit drei Hufeisen im Preis-Leistungsverhältnis zu Buche schlägt.

Der Betrieb ist ordentlich geführt. Eine neue Reithalle gehört ebenso dazu wie die großen Außenreitplätze und viel Weideland. Hier dürfen im Sommer auch die Schulpferde tollen und grasen. Im Winter kommen sie auf den Paddock. Wegen der harten Satteldecke und der sauberen, aber eher kleinen Box bekommt der Betrieb zwei Hufeisen.

Bewertung

Schulpferd: eineinhalb von drei Hufeisen
Reitlehrer: zweieinhalb von drei Hufeisen
Reitbetrieb: zwei von drei Hufeisen
Preis-Leistung: drei von drei Hufeisen

Kontakt

Pferdehof Neubert
09221 Neukirchen
Tel. 0371-223992
www.pferdehof-neubert.de

Reiterhof ReichelReitschulen

Walter Hövel, Trainer A, Pferdewirt und Betreiber der FN-geprüften Anlage, setzt auf weiß: Weil seine Schulpferde auch als Passgespann vor der Kutsche gehen, sind die meisten der neun Pferde Schimmel. Die Anlage wirkt sehr gepflegt, hat eine neue Halle, große, helle und luftige Boxen, dazu einen Springplatz, auf dem ein Dressurviereck abgesteckt ist. Leider kommen die Schulpferde nicht auf die Wiese, damit sie ihr weißes Fell behalten. Daher kann ich dem Betrieb nur eineinhalb Hufeisen geben. Die mir zugewiesene Schimmelstute Draka ist ein polnisches Warmblut (Malopolska) und etwa 1,60 Meter groß.

Ihre Ausrüstung hängt frisch gesäubert und gefettet in der Sattelkammer. Alle Zäume und Sättel tragen die Namen der zugehörigen Pferde; selbst Drakas Dreieckszügel. Putzzeug liegt in kleinen Holzkästen neben der Hallentür. Ein Schild weist darauf hin, dass in jeden Kasten je ein Striegel, eine Kardätsche und eine Wurzelbürste gehören.

Die Boxen werden täglich dreimal gemistet und sehen frisch und trocken aus. Geputzt wird in der Box. Die Stute ist freundlich und gepflegt. Pünktlich um neun steht Hövel in der Halle. Zackig fordert er von Mitreiterin Christiane und mir, uns im rechten Winkel zur Bande aufzustellen.

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Miriam Kreutzer
Reitschultest Erzgebirge

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Er prüft die Sattelgurte, guckt, ob die Dreieckszügel sitzen, und korrigiert das von mir sehr lose verschnallte hannoversche Reithalfter. „Warum haben wir ein Halfter am Zaum, im Gegensatz zu den Westernreitern?“, fragt er und antwortet: „Weil das Maul locker, aber geschlossen sein soll. Was passiert, wenn Sie Ihren Mund weit aufsperren? Sie verspannen sich im Nacken. Das wollen wir nicht. Wir wünschen ein tätiges, aber geschlossenes Maul.“


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Wie Christiane später erzählt, gehörte Walter Hövel früher zum DDR-Kader der Dressurreiter. Er achtet sehr auf eine ruhige Hand und erklärt pausenlos die Theorie: Die Haltung der Zügelfäuste und das Zügelmaß, die Stellung, dass man sie nur über den inneren Schenkel und den äußeren Zügel erreicht, nicht aber durch Ziehen am inneren Zügel.

„Gut, wenn der Reiter weiß, wie es funktioniert. Im Idealfall lernt er auf einem gut ausgebildeten Pferd dies auch noch spüren.“ Wir traben mit und ohne Bügel leicht, reiten Übergänge und immer wieder Schritt am längerem Zügel. Zum Schluss bekommt jeder eine Aufgabe. Ich reite eine Volte im Trab und überprüfe durch Überstreichen des inneren Zügels Drakas Stellung. So richtig funktioniert das nicht. Draka reagiert sehr gut auf die Schenkelhilfen, macht sich aber steif, sobald sie sich biegen soll. Hövels Tipp, dass ich auf ruhige Hände in der richtigen Position achte, hilft: Draka gibt nach und verdient sich so zwei Eisen.

Hövel vermittelt viel Wissen, was ihm 2,5 Eisen einbringt. Die Stunde kostete zwölf Euro, was einem Preis-Leistungsverhältnis von drei Eisen entspricht.

Bewertung

Schulpferd: zwei von drei Hufeisen
Reitlehrer: zweieinhalb von drei Hufeisen
Reitbetrieb: eineinhalb von drei Hufeisen
Preis-Leistung: drei von drei Hufeisen

Kontakt

Reiterhof Reichel
09366 Stollberg
Tel. 037296-15359
www.reitanlage-reichel.de

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