CAV_0111_Reitschultest_Gross_Groke-4 (jpg) Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen um Berlin

Reiten um Berlin

CAVALLO-Redakteurin Miriam Kreutzer hat vier Reitschulen rund um Berlin getestet. Hier finden Sie ihre Bewertung und Fotos. Eine Reitschule wurde dabei zum zweiten Mal getestet und eine wird von CAVALLO empfohlen!

Auf dem Schleuener Hof trifft Testerin Miriam Kreutzer auf einen feinen Fünfgänger und eine Reitlehrerin, die ihr nicht von der Seite weicht. Im Reitstall Falkenberg am Stadtrand von Berlin fühlt sich Miriam Kreutzer allein gelassen und müht sich dann auf einem verspannten Schulpferd ab. Im Turnierstall Lyck-Piehl stehen nicht nur die Futterplätze unter Wasser. Ein Reinfall ist auch der Reitunterricht. Den Reitstall Groke nahm CAVALLO schon einmal unter die Lupe. Damals gab es noch Ständer. Was hat sich verändert?

Schleuener Hof

Als Islandpferde-Fan mit Tölterfahrung habe ich mich bei Sandra Hoff angemeldet. Der Schleuener Hof wird von Sandras Mutter Sabine geleitet. Sie ist Pferdewirtin mit Schwerpunkt Zucht und Haltung. Tochter Sandra tritt in Mutters Fußstapfen und übernimmt den Reitunterricht der Schüler mit und ohne eigenem Pferd. Sandra Hoff hat selbst drei Pferde, die sie im Schulbetrieb einsetzt. Zudem stehen zwei Einstallerpferde für den Unterricht zur Verfügung.

Hoff hat klare Ziele: Sie möchte Unterricht auf feinen Schulpferden geben. Und sich fortbilden. „Der Schulbetrieb läuft gerade erst langsam an. Sobald ich meine Pferdewirtprüfungen bestanden habe, möchte ich noch den IPZV-Trainerschein machen. Das kostet aber alles viel Geld“, sagt Hoff, die zusätzlich zwei Mal die Woche jobbt, um sich die Ausbildung leisten zu können. Sie teilt mir Stute Gökfi zu.

Die siebenjährige Fünfgängerin hat gerade ihre Grundausbildung abgeschlossen. Ich fische die verschlammte Stute aus dem Paddock; der ist zwar matschig, hat aber überdachte, befestigte Heuraufen für eine saubere Fütterung. Gökfi lässt sich brav führen, putzen und satteln. Sandra Hoff weicht mir nicht von der Seite.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen um Berlin

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Sie erklärt, wie ich bei den kleinen Isländern zum Trensen am besten um den Kopf fasse und wie der Sattel liegen muss. Gökfi teilt sich ihr Putzzeug mit den zwei anderen Pferden der Familie Hoff. Als ich den 20 x 40 Meter großen Reitplatz erreiche, scheint die Sonne; morgens hatte es noch Bindfäden geregnet. Kaum nimmt man Gökfis Zügel auf, reagiert die Stute ganz fein. Der Reiter hat von Anfang an kaum Gewicht in den Händen und kann sich voll auf den Sitz konzentrieren.


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Sandra Hoff lässt im Schritt gebogene Bahnfiguren reiten. Dasselbe fordert sie im Leichttraben und schließt die Galopparbeit an. Im Galopp wird Gökfi noch hektisch und will links partout nicht richtig anspringen. Nach etlichen Versuchen, die trotz Sandra Hoffs Bemühungen scheitern, beschließt sie, die Übung zu beenden und nächstes Mal präziser darauf hinzuarbeiten. „Das ist nicht schlimm. Gökfi ist halt noch jung. Morgen klappt das sicher wieder“, sagt Hoff. Diese Einstellung ist sehr angenehm: Damit setzt sie Reitschüler nicht unnötig unter Druck. Die Stunde wird mit Tölt beendet. Richte ich mich korrekt auf und gebe mehr Druck mit den Schenkeln, verfällt die Stute in den bequemen Schaukelgang; lasse ich aber einen Moment nach, wird daraus wieder Trab. Erneut ist Sandra Hoff bei jedem Schritt voll und ganz bei mir und kommentiert meine Hilfen. „Ja, jetzt noch etwas mehr die Zügel leicht aufwärts annehmen und dann sofort wieder nachgeben“, sagt sie. Es klappt: Gökfi richtet sich auf und schaukelt mich übers Viereck. Die Stute überzeugt mit ihrer feinfühligen Art und guter Erziehung und erntet dafür zweieinhalb Hufeisen. Für das fehlende halbe Hufeisen hätte der Galopp auf beiden Händen klappen müssen. Sandra Hoff ist eine einfühlsame und kompetente Reitlehrerin. Als Reitschüler vertraut man ihrem Urteil gern und fühlt sich gut aufgehoben. Sie achtet auf Sicherheit und eine leichte Hand. Sandra Hoff bekommt daher auch zweieinhalb Hufeisen. Ein paar weiterführende Übungen und noch ein wenig mehr theoretisches Hintergrundwissen hätten ihr volle drei Hufeisen gebracht.

Die Islandpferde auf dem Schleuener Hof stehen ganzjährig draußen und haben einen sauberen Unterstand. Sie sind in Stuten- und Wallachherden aufgeteilt. Rund um die Uhr können die Isländer Heu aus der Raufe knabbern. Kraftfutter füttert Hoff nur, wenn die Tiere gearbeitet haben. Gökfi bekommt nach der Reitstunde einen Eimer mit Futter und Öl umgehängt, den Sandra in der ordentlichen Futterkammer vorbereitet hat. So kann Sandra Hoff ihre Tiere während des Fütterns beobachten und bemerkt sofort, falls ein Pferd krank ist und nicht fressen will.

Eine Ovalbahn und der Außenplatz sorgen für tolle Trainingsmöglichkeiten; direkt am Hof beginnt ein schönes Ausreitgelände. Außerdem kommen die Pferde regelmäßig auf die Weiden. Leider fehlt eine Halle, daher auch hier ein halbes Hufeisen Abzug. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist bei zehn Euro für eine 45-minütige Einzelstunde nicht zu toppen und verdient volle drei Hufeisen.

Bewertung

Schulpferd: zweieinhalb von drei Hufeisen
Reitlehrer: zweieinhalb von drei Hufeisen
Reitbetrieb: zweieinhalb von drei Hufeisen
Preis-Leistung: drei von drei Hufeisen

Kontakt

Schleuener Hof
16766 Kremmen
Tel. 033055-48916
www.schleuener-hof.de

Reitstall Falkenberg

Der mit dem Hahn“ ist der Werbeslogan des Pferdehofs Falkenberg. Am Testtag ist Andreas Hahn, Trainer C und Betreiber, nicht für den Fortgeschrittenen-Unterricht in seinem Betrieb zuständig. Den betreut Hahns Lebensgefährtin Heike Müller, die mir zeigt, welches Pferd ich reite. 17 Schulpferde arbeiten auf dem Falkenberger Reiterhof. Auf einer Liste steht hinter meinem Namen „Ramira“. Die braune elfjährige Hannoveraner-Stute hat etwa 1,65 Meter Stockmaß. Sie steht in einer drei mal dreieinhalb Meter großen Gitterbox ohne Außenfenster, die aber sauber gemistet ist.

Als ich zu putzen beginne, legt Ramira die Ohren an und tut so, als wolle sie beißen. Noch ist Heike Müller in der Nähe und kommentiert: „Die macht nichts. Das muss man einfach ignorieren und drauflosputzen. Die möchte nur Eindruck schinden.“ Teenager Lisa kommt zur Hilfe und hält Ramiras Kopf. Die Stute entspannt sich immer mehr, bis sie schließlich über dem Geputze eingedöst ist. Von Heike Müller ist weit und breit nichts mehr zu sehen.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen um Berlin

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Wir satteln und warten. Hier läuft alles nach genauem Zeitplan. „Um 17.58 Uhr dürfen wir die Boxen verlassen“, weiß Lisa. In der Halle wird die Stute nach der ersten Schrittphase mit einem Halsverlängerer ausgebunden. Sofort zieht es dem Tier den Kopf auf die Brust. Ramira verspannt völlig.


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Im Leichttrab eiern wir los, und ich treibe vorwärts, da die Stute in die Gummibänder hineinschleicht und der Halsverlängerer wie eine Bremse wirkt. Sie kann keinen Schwung aus der Hinterhand entwickeln. „Versuchen Sie, die Unterschenkel ruhiger zu halten und treiben Sie nicht so viel, das Pferd muss nicht so schnell gehen“, ist Heike Müllers Kommentar. Als ich frage, was ich tun soll, damit sich die Stute entspannt, antwortet sie: „Das ist ein Schulpferd.“ Das hilft mir nicht weiter. Bei diesem Dialog bleibt es für den Rest der Stunde. Sie konzentriert sich auf die sechs anderen Teilnehmer der Fortgeschrittenen-Gruppe, die mit mir in der Halle sind. Galopp scheint in diesem Stall das hehre Ziel der Reitstunde zu sein. Wer noch nicht richtig galoppieren kann, wird von Heike Müller in lautem, unfreundlichem Ton zurechtgewiesen. Heike Müller zeigt keine guten pädagogischen Qualitäten: Sie ist ungeduldig, wenig einfühlsam und bietet keine Problemlösungen. Einziger Lichtblick: Hier findet kein Abteilungsreiten statt, sondern jeder Schüler reitet für sich. In der 20 x 50 Meter großen Reithalle ist dies mit sieben Reitern gerade noch möglich.

Nach Schritt, Trab und Galopp liegt Ramira bleischwer auf dem Zügel und stützt sich auf den Halsverlängerer, der bis zum Schluss verschnallt bleibt. Der Galopp bleibt holprig. Im Trab hat die Stute ein paar gute Phasen, in denen sie den Rücken aufwölbt und mich angenehm sitzen lässt. Ein kompetenter Reitlehrer hätte erkannt, wann der Hilfszügel nicht mehr nötig ist oder sogar stört. Heike Müller bekommt heute kein Hufeisen.

Ramira hat sicher eine gute Ausbildung, ist aber leider verritten und dem Reiter gegenüber misstrauisch. Jederzeit scheint sie zu erwarten, dass etwas Unangenehmes passiert. Der Halsverlängerer ist für sie nicht geeignet. Sie bräuchte ab und an einen Korrekturberitt und wäre dann sicherlich ein liebes Schulpferd, das auf A-Niveau auch brav die Hilfen annimmt. Schenkelweichen war mit Ramira zum Beispiel kein Problem. Sie bekommt daher eineinhalb Hufeisen. Eine 60-minütige Reitstunde kostet 16 Euro. Die Reithalle ist relativ neu und gut gepflegt. Tagsüber kommen alle Pferde bis 15 Uhr auf die Koppel oder im Winter auf einen Paddock; der Auslauf war am Testtag zwar vermatscht, aber verschafft den Pferden frische Luft und wichtige Sozialkontakte.

Ramira hat einen eigenen Putzbeutel an der Box hängen. Ihr Sattelzeug wird in einer trockenen Sattelkammer aufbewahrt und ist beschriftet. Der Sattel ist gepflegt und mit einer weichen Lammfellunterlage ausgestattet. Alles in allem bekommt der Betrieb eineinhalb Hufeisen, ebenso das Preis-Leistungsverhältnis; dieses leidet vor allem unter der schlechten Reitlehrer-Leistung.

Bewertung

Schulpferd: eineinhalb von drei Hufeisen
Reitlehrer: null von drei Hufeisen
Reitbetrieb: eineinhalb von drei Hufeisen
Preis-Leistung: eineinhalb von drei Hufeisen

Kontakt

Reitstall Falkenberg
13057 Berlin-Falkenberg
Tel 0172-3270541
www.pferdehof-falkenberg.de

Turnierstall Lyck-Pieh

Fast wäre mein Schuh im Matsch stecken geblieben. Beim Versuch, Reitpony Petruschka von der Koppel zu holen, sickert langsam Wasser durch das Leder in meine Socken. Ich habe mich bei Gabriela Lyck-Piehl, der Eigentümerin des Turnierstalls Lyck-Piehl, für eine Gruppenstunde angemeldet. Bei meiner Ankunft bin ich vom Gelände zunächst begeistert: Ein kleiner Wald grenzt an den Stall, und auf großen Paddocks stehen die Pferde in Gruppen zusammen.

Es gibt nur ein kleines Stallgebäude mit wenigen dunklen Gitterboxen und einer Boxenreihe für fünf Ponys. Die meisten Pferde stehen ganzjährig im Freien. Rund um das Gelände befindet sich ein interner Reitweg.

Während ich mich mit einem Mädchen unterhalte, satteln zwei Reitschülerinnen einen dünnen Schimmel mit stark ausgeprägtem Unterhals. Bei einigen Pferden liegt – obwohl teilweise sogar Unterstände vorhanden sind – das Heu im Matsch. Es scheint eine Zwei-Klassen-Gesellschaft zu existieren: Privatpferde sehen gut gepflegt und wohlgenährt aus.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen um Berlin

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Die Schulpferde, die ich später angebunden beim Putzen sehe, sind dünn und stehen auf Matschweiden ohne trockene Futterplätze. Petruschka, Truschi genannt, ist eine acht bis zehnjährige vollblütige Ponystute. Ihre Rippen sind sichtbar und ihre Flanken eingefallen. Eine obere Halslinie ist gar nicht vorhanden. Super bemuskelt ist dagegen ihr Unterhals. „Das ist eben ein Vollblut“, erklärt Mitarbeiterin Anna auf Nachfrage.


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Etwa 14 Reitschüler sind für zwei Gruppen um halb sechs eingerückt. Kein Problem: Laut Webseite stehen den Reitschülern hier 17 Schulpferde zur Verfügung. Dreieckszügel werden schon vor dem Aufsitzen am Putzplatz verschnallt. Als nun noch die Information kommt, dass wir zum Warmreiten die Geländestrecke nutzen sollen, weigere ich mich, mit Dreieckern ins Gelände zu gehen – und ernte dafür komische Blicke. Hier scheint niemand zu wissen, dass Dreieckszügel im Falle von Panik oder eines Sturzes für Reiter und Pferd lebensgefährlich sind. Die FN-Richtlinien empfehlen, jegliche Ausbinder erst in der Bahn vor dem Aufsteigen und nicht schon beim Satteln und Führen anzulegen. Und fürs Gelände taugen Dreieckszügel definitiv nicht. Noch während wir aufsitzen, werde ich Zeuge, wie sich eine fünfjährige Stute beim Satteln hinwirft. Ein Aufwärmritt um das halbe Gelände – ohne Begleiter, aber dafür mit Reitschülern, die keinen Plan haben, wohin sie reiten sollen – leitet die Unterrichtseinheit ein. Dann geht es auf den beiden unter Wasser stehenden Dressurplätzen weiter.

Mitarbeiterin Anna geht mit der jüngeren Gruppe auf den Nachbarplatz. Gabriela Lyck-Piehl übernimmt meine Kopf-an-Schweif-Truppe. Sie ist 43 Jahre alt und Kreismeisterin in der L-Dressur. Ihre Reitschule eröffnete sie vor 13 Jahren, nachdem sie beschlossen hatte, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Mit ihrem Mann betreibt sie seitdem den Reitstall auf dem 15 Hektar großen ehemaligen Gelände der Nationalen Volksarmee östlich von Berlin.

In den folgenden etwa 45 Minuten macht Gabriela Lyck-Piehl unaufhörlich Verbesserungsvorschläge, ohne auf den einzelnen Reiter wirklich einzugehen. „Truschi, Absätze tiefer, Schenkel weiter zurück“, korrigiert sie meinen Sitz. Eine typische Floskel. Petruschka ist zwar superlieb, aber unrittig. Sie geht nicht über den Rücken, lässt sich nicht stellen, nimmt die Schenkel nicht an. Der Platz ist 60 Meter lang, und es wird dunkel. Hören kann man nur schlecht, was die Trainerin am anderen Ende des Platzes sagt.

Alles in allem ein frustrierender Testtag. Je null Hufeisen für den Reitlehrer und den Betrieb mit den drei Reitplätzen und der etwa 15 x 45 Meter großen Halle. Ebenso schlecht schneidet das Preis-Leistungs-Verhältnis ab. 16 Euro für eine 60-minütige Reitstunde klingen günstig; allerdings habe ich nichts gelernt. Drumherum lief vieles falsch. Da nutzen auch Truschis eigener Putzsack und ordentliches Sattelzeug nichts. Lediglich Petruschka bekommt ein halbes Hufeisen, weil die Stute unendlich lieb und geduldig war.

Bewertung

Schulpferd: ein halbes von drei Hufeisen
Reitlehrer: null von drei Hufeisen
Reitbetrieb: null von drei Hufeisen
Preis-Leistung: null von drei Hufeisen

Kontakt

Turnierstall Lyck-Piehl
12623 Berlin-Mahlsdorf
Tel. 0172-6156059
www.reitstall-lyck-piehl.de

Reitstall Groke

Beim ersten Test im Mai 2003 war es unmöglich, die Ausbildungsqualitäten des Reitstalls Groke zu testen, weil nur ein Ausritt stattfand. Dadurch entfiel die Reitlehrerwertung, und das Pferd konnte nur auf Zuverlässigkeit beurteilt werden. Damals erhielt der Betrieb ein Hufeisen, weil einige Schulpferde in Ständern lebten. Zeit, diesem Betrieb wieder einen Besuch abzustatten. Das neue Gebäude, angelegt in Hufeisenform, hat eine 20x80 Meter große Reithalle und zwei Stallgassen.

Mir überreicht man, nach kurzem Warten, ein bereits geputztes und gesatteltes Pferd. Wallach Ursus ist 21 Jahre alt und ein ehemaliges Vielseitigkeitspferd. Er genießt sein Gnadenbrot bei Grokes und wird ab und an im Unterricht eingesetzt. Reitlehrer Björn Kamph hat laut eigener Aussage keine Trainerausbildung. Er versucht zunächst, mich das Pferd fühlen zu lassen. „Schließen Sie die Augen, und lassen Sie die Beine baumeln. Dann fühlen Sie, dass Ursus bei jedem Schritt an Ihre Unterschenkel stößt“, erklärt er.

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Miriam Kreutzer

Test: Reitschulen um Berlin

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Fürs Antraben gibt Kamph die Hilfen ganz genau vor: „Kreuz anspannen, beidseitiger Schenkeldruck und drei Mal schnell innen die Hand zusammendrücken.“ Ich drücke, und Ursus trabt an. Die Schenkel und das Kreuz interessieren den Wallach weniger. „Das Pferd muss bei jedem Schritt vorwärts getrieben werden, es wartet auf das Ausarbeiten jedes Schritts“, erklärt Björn Kamph.


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Ursus reagiert jedoch auf Schenkeldruck wenig bis gar nicht. Da der Wallach sich weder lockert noch den Rücken hergibt, bleibt die Reitstunde unbefriedigend und kräftezehrend. Zudem gibt der Wallach zwei Mal in einer Ecke der Halle überraschend Gas. Ein unerfahrener Reiter riskiert hier einen Sturz vom Pferd. „Früher ist Ursus bei Vielseitigkeitsturnieren mit viel Druck auf dem Zügel geritten worden. Wenn man am Zügel zieht, wird er immer schneller“, sagt Björn Kamph vor dem Galopp. Ursus Galopp ist auch ohne Zügelzug recht schnell und unangenehm zu sitzen. Björn Kamph lässt mich zum Ende der Stunde das Viereck verkleinern und vergrößern. Mit einem Pferd, das nicht an den Hilfen steht, ist das leider kaum möglich. Da Ursus ansonsten brav ist und beim Absatteln, Hufekratzen sowie Putzen von jedem Anfänger händelbar zu sein scheint, erntet er ein Hufeisen.

Björn Kamph bekommt für seinen Unterricht mit wenig Aha-Effekten eineinhalb Eisen. Der Betrieb kommt dieses Mal besser weg als 2003. Stroh und Futter sind tadellos, die Boxen sind frisch eingestreut. Abzüge gibt es für die vollvergitterten Boxen ohne Fenster. Koppelgang findet dafür täglich, auch im Winter, bis 15 Uhr statt. Organisation und Ausrüstung sind ohne Makel. Ich gebe dem Groke-Hof zwei Hufeisen. Gezahlt habe ich 20 Euro für die Einzelstunde, die 45 Minuten dauerte. Fürs Preis-Leistungs-Verhältnis gibt es zwei Hufeisen.

Bewertung

Schulpferd: eins von drei Hufeisen
Reitlehrer: eineinhalb von drei Hufeisen
Reitbetrieb: zwei von drei Hufeisen
Preis-Leistung: zwei von drei Hufeisen

Kontakt

Reitstall Groke
16356 Ahrensfelde
Tel. 030-9375596
www.reiterhof-groke.de

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