CAV-0612-Reitschultest-Aufmacher Miriam Kreutzer
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Reitschul-Test: Reiten um Kaiserslautern

Reitschulen um Kaiserslautern

Tipps für Reitschüler: CAVALLO-Redakteurin Miriam Kreutzer hat vier Reitschulen in Kaiserslautern und Umgebung getestet. Reiten in Kaiserslautern: Hier finden Sie Ergebnisse und Fotos!

Schulpferd Tabano Sharky ist brav, lässt sich aber nicht von jedem anfassen. Schmeißt man die Zügel weg, bleibt der Wallach wie angewurzelt stehen. Wie kommt die Testerin auf der CFS Ranch damit zurecht?

Auf der Bonanza-Ranch ist der Unterricht klassisch, falls nicht ausgeritten wird. Im Gelände ist die Testerin ziemlich allein.

Das Isländergestüt Neumühle bietet Offenställe und feine Schulpferde. Die Testerin lernt, wie eng Trab und Tölt manchmal beieinander liegen.

Fahrradfahren auf dem Pferderücken? Was es damit auf sich hat, erlebt Miriam Kreutzer bei einer Sitzschulung in der Reitsportanlage Ramstein.

Übersichtskarte: Die große CAVALLO Reitschultest-Serie

Reiten um Kaiserslautern: CFS Ranch

Ein Schulpferd, das den Trainer erst um Erlaubnis fragt, bevor es was tut? Klingt ein wenig kurios, kann man aber auf der Westernranch von Friedel Schwabe in Niederkirchen erleben. Hier wird den Pferden eine enorme Fürsorge zuteil. Am Testtag erhalte ich einen kleinen, aber sehr überzeugenden Einblick.

Info: So testet CAVALLO Reitschulen

Während ich das 15-jährige Quarter-Horse Tabano-Sharky putze, werde ich von Friedel Schwabe beobachtet. Sharky steht brav und geduldig am Putzplatz, aber an die Matschkrusten an seinem Kopf lässt er mich nicht ran. „Der Pferdekopf ist Vertrauenssache“, erklärt Schwabe und übernimmt diesen heiklen Bereich. Danach sattelt und trenst er, ohne mich einzubeziehen.

Sharky trägt einen gut passenden, hochwertigen Sattel. „Für meinen Sohn nur das Beste“, erklärt der Trainer. Ich bin irritiert und frage, ob Sharky das Pferd von Schwabes Sohn sei. Falsch gedacht: „Meine Pferde sind wie meine Kinder“, erläutert Schwabe. Nachts hole er sie von der Koppel rein und schlafe in ihrer Nähe, damit er hören könne, falls etwas nicht in Ordnung sei. „Ich bin ein Kontrolletti“, gibt der Pferdefan zu. „Und ein bisschen verrückt“, ergänzt er mit einem Zwinkern.

Bevor wir Sharky zum überdachten Roundpen führen, erzählt Friedel Schwabe von dem Quarter-Wallach. Mit einem Stockmaß von etwa 1,62 Meter ist er ein großer Vertreter seiner Rasse. „Er hat Gründerblut in sich. Sharky ist schnell und hat Power wie kein anderer. In der Bahn wird er Ihnen erst einmal sagen: Ich verstehe dich nicht, zeige mir, was du kannst“, sagt Schwabe.

CAV-Reitschultest-Zeichnung
Miriam Kreutzer
Reitschulen im Test

Reiten um Kaiserslautern: CFS Ranch

Vor dem Aufwärmen legt Schwabe Sharky ein Martingal an. „Ich will, dass meine Schüler von Anfang an lernen, ans Gebiss zu reiten“, erklärt er. Viele Reitschüler hätten wegen der offenen Westernzügel zunächst Schwierigkeiten, eine Verbindung zum Gebiss herzustellen. Dann legen wir los, und es dauert nur wenige Sekunden, bis ich die Power des Wallachs spüre. Er schreitet im Schritt kraftvoll voran. „Sharky hat eineinhalb Wochen Pause hinter sich“, erklärt Friedel Schwabe.

Seine drei Schulpferde bekommen regelmäßig eine Auszeit vom Unterricht. „Heute geht es erst einmal darum zu fühlen, was Sie unter sich haben“, erklärt der Trainer. Er erläutert die Basics: Mit einmal Schnalzen reite man an, beziehungsweise lasse Sharky im Schritt flotter gehen. Zweimal Schnalzen bedeutet Antraben und bringt Sharky in einen angenehmen Jog. Die Hilfe fürs Angaloppieren ist dreimal Schnalzen. Dabei soll der Reiter den äußeren Schenkel leicht zurücknehmen.

Sharky reagiert auf alle Hilfen fein und prompt. Aus dem Trab oder Galopp fällt er nur aus, wenn die Hilfen falsch gegeben werden. Sobald Sharky ans Gebiss tritt, wölbt er den Hals auf. Ich soll zum Schluss den inneren Zügel fallen lassen. Sharky bleibt wie angewurzelt stehen, weil es für ihn das Zeichen für „Stopp“ ist. Der Wallach ist ein sensibles und rittiges Schulpferd. Dafür gibt es die Bestnote: drei Eisen.

Ranch-Leiter Friedel Schwabe hat den Trainer-C-Schein im Westernreiten. Sein Training ist nach eigenen Aussagen hart, das bestätigen auch die anderen Reiterinnen auf der Ranch. Davon blieb ich in der ersten Stunde verschont, weil ich zunächst nur fühlen sollte. Allerdings hätte ich mir gewünscht, ein bisschen mehr über das künftige Training zu erfahren und hätte mit mehr Input gerechnet.

Ich gebe dem Reitlehrer eineinhalb Hufeisen. Die Pferde auf der CFS Ranch leben artgerecht in offenen Paddockboxen. Von außen wirkt der Hof wie ein normales Wohnhaus. Öffnet man das Hoftor, betritt man eine andere Welt: Große Koppeln schließen sich hinter dem Stall an. Dort dürfen sich die Pferde täglich austoben. Nachts stehen sie in den Paddockboxen, die zusätzlich mit Matten ausgelegt sind.

Die Sattelkammer ist voll, aber ordentlich. Sharkys Sattel und Trense passen, seine Hufe sind frisch beschlagen. Während meiner Reitstunde misten Mitarbeiter die Boxen. Der Betrieb hat neben dem überdachten Roundpen einen etwa 18 x 24 Meter großen Außenreitplatz. Grund für Abzug gibt es wegen der fehlenden Reithalle. Ich notiere zweieinhalb Hufeisen für den Betrieb.

Die erste Schnupperstunde, die 40 Minuten gedauert hat, ist prinzipiell kostenlos. Daher gibt es keine Wertung beim Preis-Leistungs-Verhältnis. Normalerweise kostet 60-minütiger Einzelunterricht 25 Euro, eine Zehnerkarte gibt es für 225 Euro. Für eine ganze Einzelstunde ist das zu billig. Hier könnte Friedel Schwabe sicher mehr verlangen.

Bewertung

Schulpferd: drei von drei Hufeisen
Reitlehrer: eineinhalb von drei Hufeisen
Reitbetrieb: zweieinhalb von drei Hufeisen
Preis-Leistung: keine Wertung

Kontakt

CFS Ranch
67700 Niederkirchen
Tel. 06363-993466
www.cfs-ranch.de

Reiten um Kaiserslautern: Bonanza-Ranch

Auf dem Hof der Bonanza-Ranch ist jeder Putzplatz belegt. Es herrscht geschäftiges Kommen und Gehen. Die einen brechen zum Ausritt auf, andere kommen in Grüppchen aus dem Gelände zurück. Traktoren knattern über den Hof. Ich habe mit der Inhaberin Conny Hanke telefonisch eine Gruppenreitstunde bei Reitlehrerin Dianta Zepp vereinbart.

Info: So testet CAVALLO Reitschulen

Also suche ich sie und frage so ziemlich jeden, wo ich sie finde. Sie sei auf einem Ausritt, heißt es schließlich. In einer Liste könne ich sehen, für welches Pferd ich eingetragen sei. Eine Liste gibt es zwar, aber mein Name fehlt. Schließlich treffe ich auf Petra Hach, die Seniorchefin des Betriebs.

„Dianta reitet bei dem schönen Wetter sicher auch mit der nächsten Gruppe aus“, vermutet sie. Der Schwerpunkt der Ranch liege auf dem Reiten im Gelände, erklärt Hach. Am Telefon wurde ausdrücklich eine Reitstunde vereinbart. Petra Hach, die auf dem Hof ebenfalls Reitunterricht gibt, teilt mir schließlich den 20-jährigen Haflinger Aladin zu. Zusammen mit einem Mädchen soll ich ihn von der Koppel holen.

Aladin trägt ein Halfter, dessen Nylongewebe an mehreren Stellen aufgescheuert ist. Es ist ihm viel zu klein, man kann es nicht schließen. Das ist gefährlich, weil er darin hängenbleiben könnte. Während ich einen Pfosten zum Anbinden ansteuere, streckt er den Kopf in meine Armbeuge und schubst mich weg. Das ist respektlos. Als Dianta Zepp zurückkommt, gehe ich auf sie zu.

Die einzige Frage, die sie stellt: „Galopp geht, oder?“ Als ich dies bejahe ist geklärt, dass ich mit ins Gelände kann. Aladin trottet beim Ausritt von Anfang an hinter den anderen Pferden her und orientiert sich daran, was diese machen. Er fühlt sich stumpf an und reagiert weder auf Schenkelhilfen noch auf Gerte. Von Dianta Zepp, die an der Spitze der Gruppe reitet, gibt es keine Anweisungen außer Schritt, Trab und Galopp. Sie schaut sich ein paar Mal nach den Mitreitern um, ansonsten findet keine Kommunikation statt. Es geht recht steil bergauf – Aladin gerät heftig außer Puste.

Wir bekommen keinen Tipp, wie der Pferderücken zu entlasten ist. Kaum ertönt das Kommando „Galopp“, prescht Aladin los. Die Lebensgeister des Wallachs erwachen schlagartig, und er lässt sich fast nicht mehr durchparieren. Die beiden Pferde vor uns buckeln und springen weg, was Aladin jedoch wenig juckt. Als auf dem Rückweg plötzlich mehrere Hunde neben uns im Gebüsch anschlagen, zuckt der Haflinger nicht einmal.

Deswegen wird er im Ort als St. Martins-Pferd eingesetzt. Das Schulpferd ist unerschrocken, aber stumpf am Bein. Dafür gibt es Abzüge. Ein halbes Hufeisen kostet Aladin zudem die Respektlosigkeit am Putzplatz. Bleibt ein Hufeisen.

Dianta Zepp hat nicht gewissenhaft nachgefragt, bevor sie mich als Neuling ins Gelände mitnahm. Da kein Unterricht stattfand, bekommt die Bereiterin keine Wertung. Die zehn Schulpferde leben artgerecht: Sie wohnen im Herdenverband im Offenstall. Im Sommer sind sie nachts auf den Koppeln. Der Aktivstall beherbergt zum großen Teil Schulpferde.

Aladins Sattelpad fühlt sich klamm an, als ich den Sattel vom Sattelhalter nehme. Am Hinterzwiesel löst sich das Leder. Es gibt für alle Pferde eine gemeinsame Wanne mit Putzzeug. Ich finde keine Kardätsche, die nicht kaputt ist. Der guten Pferdehaltung stehen Defizite bei der Ausrüstung gegenüber. Zudem wusste keiner von meiner Anmeldung. Ich gebe dem Betrieb eineinhalb Eisen.

Der einstündige Ausritt hat 15 Euro gekostet. Das ist sehr günstig, allerdings war ich komplett auf mich allein gestellt. Da kein Unterricht stattfand, wird das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht gewertet. Eine Quartalskarte für drei Monate kostet 130 Euro inklusive einer Reitstunde pro Woche. Wer ohne Unterricht allein auf dem Platz reiten möchte, kauft eine Zehnerkarte für 120 Euro.

Bewertung

Schulpferd: ein von drei Hufeisen
Reitlehrer: keine Wertung
Reitbetrieb: eineinhalb von drei Hufeisen
Preis-Leistung: keine Wertung

Kontakt

Bonanza-Ranch
67734 Katzweiler
Tel. 06301-8164
www.bonanzaranch.de

Reiten um Kaiserslautern: Islandpferdegestüt Neumühle

Eine angenehme Atmosphäre herrscht am Testtag auf dem Isländergestüt Neumühle. Die Pferde dösen träge in der Morgensonne, die Hunde begrüßen Neuankömmlinge freudig, aber ohne Gebell. Die Menschen auf dem Hof arbeiten gut gelaunt. Bei Saskia Sachs, der Leiterin der Reitschule, habe ich eine Einzelstunde vereinbart. Sie erwartet mich und macht sich ein Bild von meinen Kenntnissen.

Bereits am Telefon hatte sie nach Vorstellungen und Wünschen gefragt. Wir holen die 19-jährige Isländer-Stute Flenna aus ihrer Herde und bringen sie zum Putzplatz. Aus einer Wanne mit Putzzeug soll ich mich bedienen und Flenna von Matschresten befreien. Nachdem ich sie gesattelt habe, trenst Saskia Sachs die Fuchsstute, und wir führen sie zur Reithalle. „Normalerweise findet der Unterricht auf dem Außenreitplatz statt“, erklärt die Reitlehrerin. Aber dort wird gerade die Begrenzung erneuert. Der Platz liegt etwa 50 Meter vom Hof entfernt.

Flenna darf sich lange im Schritt aufwärmen und dehnt sich dabei vorwärts-abwärts. Sobald der Reiter den Zügel aufnimmt, wölbt sie den Rücken und tritt ans Gebiss. Auf dem Zirkel fordert Saskia Sachs seitliche Biegung nur mit Schenkelhilfen. „Sie müssen die Stellung für das Geradeausgehen unterbrechen, indem Sie vermehrt den inneren Schenkel einsetzen und außen begrenzen. Das reicht.“ Auf diese Schenkelhilfe geht Flenna automatisch in die Innenstellung und biegt sich. Flenna kann tölten, genau wie die anderen fünf Schulpferde des Betriebs. Saskia Sachs baut die Tölthilfen Schritt für Schritt auf. Wir starten mit Schritt-Halt-Übergängen.

„Fest in den Sattel setzen und anspannen“, fordert die Reitlehrerin. Zusätzlich soll ich Flenna verstärkt treiben und eine gute Anlehnung herstellen – Flenna töltet an. „Jetzt den Druck immer über den Ringfinger nach vorne weiterleiten und gleich wieder nachgeben“, folgen die Anweisungen, um Flenna im Tölt zu halten. Ich verliere kurz die Anlehnung, weil die Hand zu weit nach vorne geht – sofort fällt Flenna in den Trab.

Bleibt die Anlehnung, töltet sie fleißig durch, ohne auszufallen. „Wir haben auch Pferde, die mit durchhängendem Zügel tölten“, erklärt Sachs. Aber Flenna brauche die Anlehnung. Nach einer Schritt-Phase beenden wir die Stunde. Der Unterricht der Trainerin C (IPZV) und Pferdewirtin war informativ und gut aufgebaut, allerdings mit Fokus auf dem Tölt. Ich hätte mir inhaltlich ein etwas breiter gefächertes Reitspektrum gewünscht.

Die Reitlehrerin bekommt am Ende zwei Hufeisen. Flenna ist ein gutes Lehrpferd für fortgeschrittene Reiter und töltet sehr gerne. Sie reagiert fein auf Schenkelhilfen. „Das liegt daran, dass ich viel Wert darauf lege“, erklärt Saskia Sachs. „Rumklopfen und unnötiges Treiben mit den Schenkeln lasse ich meinen Schülern nicht durchgehen“, betont sie.

Der Name „Flenna“ hat zwei widersprüchliche Bedeutungen: „scheues Tier“ und „leichtfertiges Mädchen“. Irgendwie kann ich bei Flenna keinen der beiden Wesenszüge erkennen. Das Schulpferd ist geduldig und sensibel, zeigt aber auch Fehler des Reitschülers auf. Für ihre einwandfreie Leistung erhält die Isländer-Stute drei Hufeisen.

Der Betrieb wurde in den 90er-Jahren zweimal vom Land Rheinland-Pfalz für die artgerechte Tierhaltung prämiert. Flenna lebt wie alle Isländer des Hofs in einem Laufstall mit Außenpaddock im Herdenverband. Die Pferde dürfen ganzjährig auf die Koppeln, im Sommer auch Tag und Nacht, sofern sie keine Ekzeme haben. Nach der Stunde bekommt Flenna Kraftfutter.

„Das gibt‘s nach Leistung“, erklärt Saskia Sachs. Nur wer arbeitet, benötigt die Energie. Flennas Sattel und Trense passen. Sie hängen zusammen mit dem anderen Sattelzeug an einer Wand. Es gibt einen Longierzirkel, eine Reithalle, die etwa 14 x 18 Meter misst, sowie die Ovalbahn mit Dressurviereck. Dort findet üblicherweise der Unterricht statt. Die vorbildliche Pferdehaltung und die gute Ausstattung verdienen zweieinhalb Hufeisen.

Die 30-minütige Einzelstunde hat 18 Euro gekostet. Das ist für den gut strukturierten und lehrreichen Unterricht auf einem sehr guten Lehrpferd ein sehr guter Preis: drei Hufeisen fürs Preis-Leistungs-Verhältnis. Für eine Gruppenstunde mit maximal fünf Reitern zahlt man 13 Euro. Wer regelmäßig reitet, kann einen Zehnerblock für 95 Euro kaufen.

Bewertung

Schulpferd: drei von drei Hufeisen
Reitlehrer: zwei von drei Hufeisen
Reitbetrieb: zweieinhalb von drei Hufeisen
Preis-Leistung: drei von drei Hufeisen

Kontakt

Islandpferdegestüt Neumühle
67728 Münchweiler
Tel. 06302-81111
http://reiterhof-neumuehle.jimdo.com

Reiten um Kaiserslautern: Reitsportanlage Ramstein

Wer in Reitsportanlage Ramstein telefonisch eine Stunde vereinbart, muss seine Körpermaße durchgeben. Der Grund: Betriebsleiterin Christiane Weber will ihren Pferden keine 95-Kilo-Reiter zumuten. Sie nimmt prinzipiell jeden Neuling an die Longe, um den Sitz zu checken. Eine vernünftige Einstellung.

An der Longe stellt Weber fest, dass ich Knie und Oberschenkel zu fest um Schulpferd Kornblume schließe. „Sie müssen alles lockerer baumeln lassen. Das Pferd soll Sie bewegen.“ Zuerst nimmt sie mir die Zügel ab. Dann soll ich im Sattel aufstehen und meinen Schwerpunkt ausbalancieren, was nur mit der richtigen Position der Unterschenkel gelingt. Im nächsten Schritt schlage ich die Steigbügel über.

„Hampeln Sie ruhig ein bisschen da oben“, fordert die Trainerin. „Kornblume muss Sie deutlich spüren und darf nicht denken, Sie seien tot.“ Jede Bewegung des Reiters müsse mit der des Pferds harmonieren. Weber lässt mich im leichten Sitz galoppieren. Sie möchte die Stunde mit einem besonderen Bonbon beenden: „Fahren Sie Fahrrad auf dem Pferd“, sagt Weber. Ich soll im Takt des Trabs abwechselnd die Beine hochziehen und diese Bewegung immer kleiner werden lassen. So spürt der Reiter deutlich, wie das Pferd ihn in der Bewegung mitnimmt.

Damit ist das Aha-Erlebnis gelungen. Die vielen Lerneffekte in der sowohl intensiven als auch individuellen Stunde von Christiane Weber verdienen drei Hufeisen. Schulpferd Kornblume konnte ebenfalls überzeugen. Ohne Ausbinder und Longe löst sich die Stute zu Beginn der Stunde. Sie nickt mit dem Kopf und kaut entspannt auf der Trense. Kornblume ist gehfreudig. Sie hat in allen Gangarten ein flottes Tempo und macht alle Lektionen der Sitzschulung geduldig mit.

Die Zweibrücker-Stute hat aber Mankos im Umgang. Sie ist sehr kitzelig beim Putzen und Satteln und legt die Ohren an. Zudem schnappt sie in die Luft, als sie gesattelt wird. Deswegen übernimmt das Christiane Weber selbst. Ich soll sie lediglich mit einer Bürste putzen. „Sie hat zwar noch niemanden gebissen, aber meine Hand würde ich nicht für sie ins Feuer legen“, erklärt die Betriebsleitern.

Dieses Verhalten kostet Kornblume ein Hufeisen. Da sie dafür beim Reiten sehr zuverlässig ist, notiere ich für das gute Schulpferd am Ende zwei Hufeisen. Die etwa 1,65 Meter große Stute steht in einer vergitterten, am Testtag frisch gemisteten, etwa 3,50 x 3,50 Meter großen Box mit Außenfenster. Die acht Schulpferde des Betriebs dürfen regelmäßig raus, um sich die Beine zu vertreten. Im Winter kommen sie auf den Außenreitplatz und die Matschkoppel, im Sommer auf die Weide. Aufgrund der begrenzten Außenfläche sind sie jedoch nicht täglich draußen.

Die Hufe der 21-jährigen Kornblume sind gepflegt und beschlagen. Falls die Schulpferde verspannt sind, bekommen sie eine Behandlung mit Magnetwellen. Einmal pro Woche reitet Christiane Weber ihre Schulpferde Korrektur. Die Sattelkammer ist geordnet und aufgeräumt, die 20 x 40 Meter große und helle Reithalle hat einen nagelneuen Bodenbelag. Insgesamt punktet der Betrieb mit anderthalb Hufeisen. Abzug gibt es, weil die Schulpferde nicht täglich rauskommen. Christiane Weber ist mit ihrer Reitsportanlage Pächterin beim Reit- und Fahrverein St. Georg Ramstein.

Man kann als regelmäßiger Reitschüler diesem Verein für 48 Euro im Jahr und einer Aufnahmegebühr von 30 Euro beitreten, muss aber nicht. Die monatliche Gebühr für regelmäßige Reitstunden in der Gruppe mit bis zu sechs Reitern beträgt 65 Euro. Die 30-minütige Einzelstunde an der Longe hat 20 Euro gekostet – ein sehr angemessener Preis für den sehr guten Unterricht auf einem feinen Lehrpferd. Das gibt zweieinhalb Eisen für das Preis-Leistungs-Verhältnis.

Bewertung

Schulpferd: zwei von drei Hufeisen
Reitlehrer: drei von drei Hufeisen
Reitbetrieb: eineinhalb von drei Hufeisen
Preis-Leistung: zweieinhalb von drei Hufeisen

Kontakt

Reitsportanlage Ramstein
66877 Ramstein-Miesenbach
Tel. 06371-51507

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