Gesunde Leckerilis Lisa Rädlein

Welche Leckerlis sind gesund für Pferde?

Gesunde Motivation Welche Leckerlis sind gesund für Pferde?

Als Belohnung oder kleine Bestechung: Unsere Pferde mögen es, genauso wie viele Reiter, am liebsten süß. Aber süß ist nicht unbedingt gesund. Wir zeigen, welche gesunden Alternativen es für den kleinen Motivations-Happen zwischendurch gibt.

Bunte Vielfalt

Eine einfache Möglichkeit, Leckerlis selbst herzustellen, ist Obst und Gemüse zu trocknen. Wem das zu aufwendig ist, findet im Handel ein großes Angebot an Fertigpodukten. Die Palette reicht von Apfel- und Bananenchips bis hin zu Leckerlis mit Erdbeeren und Lakritz oder Snacks mit Avocado.

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Gesunde Leckerilis
Lisa Rädlein
Als Belohnung oder kleine Bestechung: Unsere Pferde mögen es, genauso wie viele Reiter, am liebsten süß.

Was sind eigentlich gesunde Leckerlis?

Auf Zusatzstoffe verzichten: Weniger ist mehr, das gilt auch bei den Belohnungshäppchen. Zugesetzter Zucker oder auch süße Melasse müssen nicht sein. Leicht verdauliche Kohlenhydrate, die insbesondere bei Pferden mit Übergewicht und Stoffwechselproblemen heikel sind, stecken auch in getreidehaltigen Leckerbissen.

Wer bei der Leckerli-Wahl auf möglichst natürliche Zutaten achtet, sollte also ebenfalls den Zucker- und Stärkegehalt im Blick haben. "Auf zugesetzte Mineralien und Vitamine kann bei Leckerlis verzichtet werden", rät Professor Dirk Winter von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen.

Auch speziell zugesetzte Aromen für den Geschmack, wie Vanille oder Apfel-Zimt, sind nicht nötig. Vorsicht bei ätherischen Ölen: Manche Pferde reagieren darauf allergisch, zum Beispiel auf Pfefferminzöl.

Apfel-Beeren

Sie werden auch Aroniabeeren genannt und haben einen hohen Vitamin-C-Gehalt. Ebenso wie etwa Holunderbeeren oder Brombeeren sind sie reich an sekundären Pflanzenstoffen.

Die bläulich-violetten Beeren sind kalorienarm, schmecken säuerlich-herb. Inzwischen gibt ’s die Trendbeeren getrocknet oder in Leckerli-Mischungen.

Energiebomben mit kurzer Haltbarkeit

Obst- und Gemüsechips lassen sich gut selbst herstellen. Was man dabei beachten sollte: Äpfel oder Rote Bete, bevor sie in den Backofen kommen, in ca. 4 Millimeter dicke Scheiben schneiden, das verkürzt die Trockenzeit.

"Hagebutten zum Beispiel verlieren jedoch in einem Dörrautomaten den größten Teil an Vitamin C", sagt Futterexpertin Conny Röhm.

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Bunte Vielfalt: Eine einfache Möglichkeit, Leckerlis selbst herzustellen, ist Obst und Gemüse zu trocknen. Wem das zu aufwendig ist, findet im Handel ein großes Angebot an Fertigpodukten. Die Palette reicht von Apfel- und Bananenchips bis hin zu Leckerlis mit Erdbeeren und Lakritz oder Snacks mit Avocado.

Kleine Energiebomben: Beim Trocknen wird Wasser entzogen und die Nährstoffe reichern sich an. "Der Anteil an Zucker und Kohlenhydraten erhöht sich um den Faktor 5", darauf weist Anne Mößeler hin, Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik.

So sind in 100 Gramm frischen Bananen schon mehr als 20 Gramm Zucker enthalten. Bei 100 Gramm Bananenchips klettert der Zuckeranteil auf stolze 80 Gramm.

Auf die Haltbarkeit achten: Leckerlis aus natürlichen Zutaten verlieren mit der Zeit ihre gesunden Inhaltsstoffe, wie zum Beispiel Möhren das Betacarotin. "Trockenobst ist zudem sehr anfällig, was die Lagerung angeht", erklärt Conny Röhm.

Die in den Pflanzenzellen enthaltenen Pektine binden Wasser aus der Luftfeuchtigkeit und fördern die Entstehung von Pilzen. Obstchips deshalb immer luftdicht in geschlossenen Behältern verpacken und möglichst schnell verbrauchen.

Die Menge machts – eben nicht

Ein hoher Vitamin-C-Gehalt, zum Beispiel in Aroniabeeren, hört sich prima an. In Relation zu einem 600 Kg schweren Pferd haben 50 Gramm Beeren-Leckerli allerdings keinen nennenswerten positiven Effekt.

Dörr-Rote-Bete

Rote Bete haben einen relativ niedrigen Zuckergehalt und sind kalorienarm. Das gesunde Wintergemüse lässt sich im Backofen gut zu Chips trocknen. Es enthält viele Vitamine, Mineralstoffe und Beta-Carotin. Der Nachteil der Rübe: Sie färbt stark ab; und nicht jedes Pferd mag den Geschmack.

Was empfehlen die Fütterungsexperten?

Wurzelgemüse: "Rote Bete, Sellerie, Möhren und Petersilienwurzeln sind eine prima Alternative gerade im Winter", lautet der Tipp von Isabel Frey-Fischer vom Pferdefutterhersteller Eohippos.

Das Gemüse enthält viele Mineralstoffe wie Kalium und Natrium, die Pferden gerade in der weidelosen Wintersaison fehlen können. Zudem sind sie vitamin- und ballaststoffreich. Futterexpertin Conny Röhm empfiehlt Grünmehl-Pellets.

Wer Pellets als kleine Extra-Ration verfüttern möchte, sollte aber darauf achten, dass sie nicht aufquellen und trocken verfüttert werden können.

Salatgurken: "Viele Pferde mögen Gurken", sagt Tierärztin Anne Mößeler. Gurken sind garantiert zuckerfrei und bestehen hauptsächlich aus Wasser. Nachteil: Sie vermatschen in der Jackentasche.

Wie ökologisch ist Trockenobst?

Obst und Gemöse möglichst regional und in Bio-Qualität einkaufen. Der Vorteil beim Selbermachen ist, dass man weiß, was drin ist. Und Spaß macht es auch. Äpfel, Möhren oder Rote Bete gibt es zumeist bei regionalen Herstellern.

Bio-Produkte sind zudem nicht gespritzt. Allerdings ist der Energieaufwand beim Selbermachen nicht ohne: Ein Backofen zieht bei 100 Grad zwischen 800 und 1.000 Watt Strom pro Stunde – und je nach Obst oder Gemüse kann das Trocknen durchaus einige Stunden dauern.

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Wir zeigen, welche gesunden Alternativen es für den kleinen Motivations-Happen zwischendurch gibt.

Winterfutter für die Vögel: Hagebutten dienen auch Wildtieren in der kalten Jahreszeit als Futter. Beim Pflücken deshalb darauf achten, dass noch etwas übrig bleibt.

Mein Tipp: Hagebutten – klein, fein und gesund: "Die Früchte der Heckenrose sind Vitamin-C-Bomben und eignen sich frisch oder getrocknet als Belohnung für zwischendurch", sagt Redakteurin Ute Stabingies.

Dörr-Banane

Viele Pferde lieben Bananen. Klar, sie sind sehr süß und führen beim Zuckergehalt. 100 Gramm Trockenmasse kommen auf stattliche 80 Gramm Zucker. Bananen enthalten viel Kalium. Der Kaliumbedarf von Pferden wird in Regel jedoch durch Heu, Gras und Kraftfutter ausreichend gedeckt.

No-Go für Moppelchen?

Auf die Menge kommt es an: Wer nur selten oder nur wenige Leckerlis füttert und ein gesundes, schlankes Pferd hat, braucht sich auch bei den kleinen Goodies keine Gedanken zu machen.

Die empfohlene Tagesration für ein gesundes Pferd sind 50 bis 100 Gramm täglich, das entspricht (je nach Produkt) ca. 3 bis 5 Leckerlis bzw. eine Handvoll getrockneter Hagebutten oder Beeren. "Kalorisch sind diese Extra-Rationen, gemessen an der Gesamtfuttermenge, zu vernachlässigen, wenn sie gezielt als Belohnung und nicht eimerweise gefüttert werden", betont Tierärztin Anne Mößeler.

Cuching und EMS: Pferde mit Stoffwechselerkrankungen wie Cushing oder dem Equinen Metabolischen Syndrom reagieren empfindlich auf Zucker und Stärke. Denken Sie daran: Selbst wenn die Leckerlis kein Getreide oder zugesetzten Zucker enthalten, sind solche Extra-Goodies nicht automatisch zuckerfrei.

Stehen zum Beispiel Apfeltrester oder Rübenschnitzel auf der Zutatenliste, steigt auch der Gehalt an Kohlenhydraten. "Es ist ein Widerspruch: Viele wollen für ihre Pferde getreidefreie Leckerlis, füttern dann aber über Obst oder Obsttrester viel Zucker", stellt Anne Mößeler fest. Auch wenn eine kleine Extra-Ration solchen Pferden nicht sofort schadet, ist ein klares Nein die beste Lösung. Vor allem, wenn mehrere Personen das Pferd betreuen, werden so mögliche Diskussionen vermieden.

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