Paddock- und Boxenmatten Hersteller

Ratgeber: Der richtige Boden für Box und Auslauf

Matten für Boxen und Paddocks Welcher Untergrund für Pferdebox und Paddock?

Auf den richtigen Untergrund kommt’s an: Er beeinflusst das Ruheverhalten unserer Pferde, die Bewegung und fördert ihre Gesundheit. Hier ist das Grundlagen-Wissen.

Zum Liegen: Matten und Pferdebetten für Box und Offenstall

Einstreu

Kompletten Artikel kaufen
Paddock- und Boxenmatten
Gut stehen, gut schlafen Welcher Untergrund ist für Pferdeboxen der beste?
Sie erhalten den kompletten Artikel (10 Seiten) als PDF

Egal ob Boxenhaltung oder Offenstall: Ohne Einstreu geht es grundsätzlich nicht. "Beim Einsatz von Liegematten kann die Einstreumenge gegebenenfalls reduziert, aber niemals weggelassen werden", betont zum Beispiel Dr. Enrica Zumnorde-Mertens, bei der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) im Ressort "Veterinärmedizin/Pferdehaltung" tätig.

"Denn Pferde zeigen arttypisches Ruhe- und Liegeverhalten nur, wenn der Boden trocken und verformbar ist. Eine einstreulose, eher harte Gummimatte erfüllt das Kriterium Verformbarkeit nicht und kann dazu führen, dass die Pferde sich nicht oder nur sehr ungerne ablegen", gibt Zumnorde-Mertens zu bedenken. Schlafstörungen können die Folge sein.

Komfort

Was bedeutet aber "verformbar" konkret für komfortables Liegen? Verformbarkeit bezeichnet die Elastizität des Materials, also dass zum Beispiel "der Abdruck eines Hufes nach Verlassen des Platzes wieder verschwindet", erklärt Dr. Miriam Baumgartner, tätig an der Technischen Universität (TU) München. Diese Elastizität ist kein Selbstzweck.

"Aufgrund des hohen Tiergewichtes beansprucht die Liegeposition das Herz-Kreislauf-System sowie die Lunge weitaus mehr als das Stehen. Beim erwachsenen Pferd in der ausgestreckten Seitenlage nimmt nach etwa 15 Minuten die Blutzirkulation der Lunge ab." Vermutlich aus diesem Grund würden sich Pferde auf "unzureichend verformbaren Liegeunterlagen" auch gar nicht "oder stark verkürzt" ablegen (Burla u.a. (2017): Space Allowance of the Littered Area Affects Lying Behavior in Group-Housed Horses. In: Frontiers in Veterinary Science 4, S. 23).

Paddock- und Boxenmatten
Lisa Rädlein
Sicherer Schritt: Begehbare Flächen in Ställen müssen rutschfest und robust sein.

Anbieter von Boxenmatten und Pferdebetten werben gleichwohl auch mit der Wirtschaftlichkeit ihrer Produkte. "Durch ihre Weichheit und Wärmedämmung ersetzen Gummimatten und Pferdebetten einen Teil der Einstreu", sagt Produktmanagerin Ramona Kellner über die Belomondo-Unterlagen der Firma Gummiwerk Kraiburg Elastik und ergänzt: "Der vulkanisierte Gummi nimmt jedoch keine Flüssigkeiten auf, weshalb ausreichend saugfähige Einstreu notwendig ist, um Feuchtigkeit zu binden."

Auch beim Unternehmen Hübner-Lee, Holzgünz-Schwaighausen, ist deshalb klar: "Liegebereiche sollten mit 5 bis 8 cm Einstreu bedeckt sein", so Agraringenieur Sascha Oechsle, zuständig für Beratung und Vertrieb.

Der Grad der Wärmedämmung richtet sich nach der Wärmeleitfähigkeit eines Materials – je niedriger die ist, desto besser die Wärmedämmung. Gummi hat zum Beispiel eine geringere Wärmeleitfähigkeit als Beton – dämmt/wärmt also besser. Allerdings: "Für Wärmedämmung gibt es im Bereich Bodenbeläge für die Tierhaltung keine Prüfverfahren und somit auch keinen verbindlichen Wert", sagt Ramona Kellner.

Einen eigenen Kältetest hat man deshalb bei Ridcon in Creußen durchgeführt, "um die hervorragenden isolierenden Eigenschaften der EVA-Matten zu demonstrieren", heißt es auf der Firmen-Homepage. EVA (Ethylen-Venylacetat) ist ein Kunststoff mit hoher Wärmebeständigkeit. Getestet wurde mit Trockeneis (ca. -78° Celsius): "Auf jeweils ein Eisstück haben wir eine Gummimatte und eine EVA-Matte gelegt und darauf ein Wasserglas mit einem Thermometer darin gestellt."

Das Ergebnis nach zweieinhalb Stunden: Auf der EVA-Matte hatte das Wasser immer noch eine Temperatur von 15° Celsius, auf der Gummimatte wurden hingegen 5° Celsius gemessen, so das Unternehmen. Auch bei Hofmeister Pferdesport setzt man nicht zuletzt deshalb auf EVA-Matten: "EVA ist besonders wärmedämmend, rutschfest, federnd sowie verformbar", so Produktberaterin Annika Pohle. Die Rutschfestigkeit erleichtere zudem den Pferden das Aufstehen.

Mit Wirtschaftlichkeit plus Komfort wirbt unter anderem Regupol BSW, Bad Berleburg. "Bis zu drei Viertel der üblichen Einstreumenge" ließe sich einsparen, so Marketingfrau Lena Grosch. "Unsere Boxenmatten sind wasserdurchlässig und schützen aufgrund des offenporigen Gummimaterials zuverlässig gegen Kälte."

Hygiene

Mitunter aber liegt der Teufel im Detail. Dr. Enrica Zumnorde-Mertens warnt: Seien die Gummimatten fehlerhaft angebracht, könne, so die FN-Veterinärin, Urin durch die Lücken zwischen den Matten auf den Grund sickern. Die Folge: Urin, der sich unter der Matte sammelt, "wird zu Ammoniak und Kohlendioxid zersetzt – das sind giftige Schadgase.

Durch Staub, Futterund Einstreureste, die sich unter nicht fachgerecht, also wie vom Hersteller gefordert, verlegten Matten ansammeln, drohen Fäulnisprozesse, bei denen giftiger Schwefelwasserstoff entsteht. Und es können sich auch Krankheitserreger wie Keime und Pilzsporen bilden."

Entsprechende Studien liegen hierfür zwar nicht vor, aber auch Dr. Baumgartner geht bei schlecht verlegten Gummimatten von Schadgasen aus: "Eigentlich logisch, dass es dann müffelt."

Paddock- und Boxenmatten
Lisa Rädlein
Sauberkeit und Hygiene sind ein Garant für gutes Stallklima. Boxenmatten sollten deshalb leicht zu säubern sein.

Diese Gefahr sieht Ramona Kellner nur bedingt. "Die Wahrscheinlichkeit ist gering, wenn die Montageanleitung beachtet wird und ausreichend saugfähige Einstreu zur Verfügung steht." Denn, so die Kraiburg-Produktmanagerin: "Feine Einstreupartikel verschließen die feinen Fugen zwischen den Matten." Diese könnten zudem leicht "mit dem Hochdruckreiniger gesäubert werden".

Bei Hübner-Lee heißt es: "Die Stallmatten sind säure- und urinbeständig." Säure? "Die Matten kommen im Stall vor allem mit Harnsäure und anderen organischen Säuren in Kontakt, die durch den Zerfall der Einstreu und des Mists entstehen", so Sascha Oechsle. Nicht zu vergessen säurehaltige Desinfektions- und Reinigungsmittel, die etwa bei der Stallreinigung oder Tierseuchenbekämpfung anfallen können.

Haltbarkeit

"Die ersten sich im Einsatz befindlichen Pferdebetten sind mittlerweile 20 Jahre alt", heißt es bei HIT Aktivstall. Ähnliches hört man von Ridcon: Die Haltbarkeit beliefe sich in der Regel auf über 20 Jahre, betont Geschäftsführer Markus Medick.

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
Liegebereiche mit Boxenmatten brauchen Einstreu.

Bei der Haltbarkeit kommt es auch auf den "Shore-Wert" an. Annika Pohle, Hofmeister Pferdesport, erklärt: "Je höher der ist, desto haltbarer ist die Matte." Hintergrund: Shore ist ein Messwert für die Widerstandskraft zwischen 0 und 100.

Mittels eines Prüfstifts (Durometer) wird die Härte des Materials gemessen: Bei einer Eindringtiefe des Stifts von 2,5 mm beträgt die Shore-Härte 0. Bei 0 mm liegt der Shore-Wert bei 100. Dieser lässt sich beim Hersteller erfragen.

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
Verformbares Pferdebett: der Hufabdruck verschwindet beim Verlassen des Platzes.

Was tun, wenn die Matten ihren Dienst getan haben?

Gebrauchte Matten- und Platten lassen sich in der Regel gut recyceln – oder weiterverkaufen.

Die Frage, wie werde ich Matten, Pferdebetten und Paddockplatten wieder los, spielt beim Kauf in der Regel eine untergeordnete Rolle. Aber irgendwann kann halt Schluss sein. Und wohin dann damit? "Generell sollte die Entsorgung von Gummi über eine Sammelstelle gehen, damit es recycelt werden kann" sagt etwa Sandra Manzke, Sulzberger Pferdeboxen.

Anderswo setzt man auch auf Rücknahme: "Unsere Matten bestehen nahezu vollständig aus Recycling-Gummi und können wieder in unseren Produktionsprozess aufgenommen werden", erklärt Kraiburg-Produktmanagerin Ramona Kellner. Die Matten könnten auch über den Hausmüll entsorgt oder grob gereinigt bei PVC-Recyclern abgegeben werden, teilt Sascha Oechsle von Hübner-Lee mit (Adressen von Abnehmern unter www.pvcrecyclingfinder.de).

Bei HIT-Aktivstall ist Entsorgung die letzte Möglichkeit, stattdessen setzen die Offenstall-Experten auf Second hand. Beispiel Pferdebetten: "Die kann man sehr gut weiterverkaufen", so Projektplanerin Lisa Monßen. Muss das Pferdebett doch entsorgt werden, sei es beim Wertstoffhof abzugeben.

HIT-Aktivstallmatten bestehen laut Firmenangaben aus Recycling-PVC, die HIT-Bodenraster aus Recycling PE/PP-Kunststoff. "Matten und Raster können somit problemlos recycelt werden", sagt Monßen. "Die Abgabe erfolgt bei einem Wertstoffhof – oder direkt bei uns."

Auch bei Schauer Maschinenfabrik setzt man auf Wiederverwertung, so Carola Brandt. Wichtig beim Kauf sei, die Herstellerangaben genau zu lesen. "Denn Materialgemische, etwa mit Kabelresten, können nicht wiederverwendet und müssen über eine Deponie entsorgt werden – das kostet viel Geld."

Zum Laufen – Paddockmatten und Paddockplatten

Anforderungen

Der Paddock-Untergrund muss "eben, fest und wasserdurchlässig" sein, fordert etwa die Münchner Tierärztin Dr. Melissa Schedlbauer. "Denn wenn Urin und Wasser nicht abfließen können, gibt es schnell Probleme mit Mauke-Patienten. Auch für Pferde mit Strahlfäule ist ein Urin-Pferdeäpfel-Matsch-Gemisch nicht ideal." Hinzu kommt: Sind die Böden zu tief und/oder rutschig, könne das leicht zu Sehnenschäden führen.

Paddock- und Boxenmatten
Lisa Rädlein
Stabile Grundlage: Stark frequentierte Ausläufe, die auch mit Maschinen befahren werden sollen, halten mit einem soliden Unterbau besser.

"Robuste und rutschfeste Matten oder Platten mit einer hohen Wasserdurchlässigkeit sind am besten geeignet", betont deshalb Annika Pohle von Hofmeister Pferdesport. "Wir unterscheiden hier Minimal-Lösungen und optimalere Lösungen." Die Minimallösung: Befestigung des Bodens ohne Unterbau. Ein Unterbau sei dagegen zwar kostenaufwändig, so Pohle, durch eine Flächendrainage könne aber das Oberflächenwasser gut abfließen.

Auch Carola Brandt von Schauer Maschinenfabrik, Pocking, setzt auf solide Grundlagen: "Wollen Sie eine nachhaltig mit Maschinen befahrbare und von Pferden intensiv genutzte Fläche schaffen, ist ein Unterbau dringend empfohlen. Dann hält das auch!"

Paddockplatten ...

sind für große Ausläufe geeignet. Der Untergrund sollte wie ein Reitplatz aus Trag-, Trenn- und Tretschicht bestehen.

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
Eben und fest muss der Paddockboden (hier TTE-Elemente von Hübner-Lee) sein.

Die Tragschicht wird mit Schotter, Kies oder Mineralsplitt aufgefüllt, sodass Wasser versickern und abfließen kann. Mit Paddockplatten lässt sich der Untergrund gut befestigen, ohne den Boden zu versiegeln.

Auf die Tragschicht kommt eine Trennschicht aus Paddockplatten. Diese sind trittfest und verrutschen nicht so leicht. Sie werden Stück für Stück ineinander gesteckt und haben Löcher, durch die Wasser abfließen, aber auch der Tretschicht-Sand wegsacken kann. Daher müssen die Löcher mit feinem Schotter oder Feinsplitt gefüllt werden.

Als Tretschicht empfehlen die meisten Hersteller "gewaschenen Sand", also Sand mit einer feinen Körnung von 0 bis 2 mm. Empfohlene Dicke der Tretschicht: 3 bis 5 Zentimeter.

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
Aufbauempfehlung der Firma Schauer (von oben nach unten): - 2-4 cm Tretschicht: Körnung 0-2 mm Sand gewaschen, alternativ 4-8 mm Rundkorn - Schauer Bodengitter - 2-3 cm Splittausgleich: Körnung 2-5mm - 10-15 cm Schottertragschicht: Körnung 0-32 mm - Vlies 200 - vorhandener Boden/Mutterboden

Manche Anbieter versprechen trockene Paddocks bei jedem Untergrund – auch ohne Unterbau. Die Platten müssen dann so schwer sein, dass sie die Oberfläche stabilisieren und Trenn- wie Tragschicht zugleich sind.

Paddockmatten ...

brauchen einen festen Untergrund, etwa Betonverbundpflaster oder Schotter. Ein Gefälle von ca. 2 bis 3 % sowie Abflussmöglichkeiten müssen vorhanden sein. So stehen die Pferde auch bei Regen nicht in Pfützen. Wer auf Sand als Tretschicht verzichten will, für den bietet etwa Hofmeister seine Rhino Granulatplatte an, "wasserdurchlässig und extrem rutschhemmend", so Annika Pohle.

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
Aber auch steil abwärts ist Trittsicherheit angesagt, etwa mit der HIT-Aktivstallmatte Mountain Trail.

Diana Koch, FN-Abteilung "Umwelt und Pferdehaltung", rät zudem: "Man sollte nur Matten verwenden, die geprüft und hinsichtlich Gesundheits- und Umweltunbedenklichkeit zertifiziert sind." Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) hat diesbezüglich diverse Matten getestet (www.dlg.org/de/landwirtschaft/tests).

Verbundpflaster...

ist ebenfalls als Paddock-Boden gut geeignet. Es wird puzzleartig verlegt, durch seine besondere Formgebung und Verzahnung bewirkt es einen stabilen Flächenverbund und damit einen festen Untergrund. Verbundpflaster besteht aus einem wasserdurchlässigen Granulatmaterial. Es ist rutschfest und gilt als huf- und gelenkschonend. Die Verlegung erfolgt auf festem, ebenen Boden wie etwa Beton oder Asphalt.

Die Vorteile gegenüber Matten und Platten sind eine höhere Wasserdurchlässigkeit durch mehr Fugen und wenig Verschnitt, erklärt Annika Pohle.

Nachteile: "Verbundpflaster sind relativ schwer zu verlegen, sie benötigen rundum eine Kante, etwa aus Beton", so Pohle. "Ohne Kante lösen sich die Außensteine aus dem Verbund." Zudem muss der Flächenuntergrund stets gut befestigt, abgerüttelt und eben sein, bevor das Pflaster verlegt werden kann.

Hygiene/Sicherheit

"Das Reinigen unserer Verbundpflaster ist leicht", sagt etwa Lena Grosch von Regupol BSW. Im Alltag reiche einfaches Abfegen, "die Grundreinigung erfolgt dann und wann mit dem Hochdruckreiniger".

Belmondo-Paddock von Kraiburg, eine Puzzlematte speziell für den Einsatzbereich Boxenpaddock, ist laut Hersteller besonders robust. "Noppen an der Unterseite ermöglichen eine gute Drainage unter der Matte, zudem bieten sie die nötige Stoßdämpfung", so Ramona Kellner.

Heißt: Gleichmäßiges Einsinken, damit der Huf nicht kippelt. "Hersteller können die Trittsicherheit ihrer Produkte testen lassen: Die DLG prüft die Rutschfestigkeit des Belages mit einem speziellen Gleitzug-Messgerät und misst dabei die Gleitreibung eines imitierten Pferdehufs auf dem entsprechenden Belag unter nassen und trockenen Bodenbedingungen", erklärt Kellner. Entsprechende Produkte sind dann mit dem Rutschfestigkeits-Siegel der DLG ausgezeichnet.

Haltbarkeit

"Die ersten schweren HIT-Aktivstallmatten wurden 2008 eingebaut, auf dem Gut Kastensee in Bayern. Hier wurde eine Fläche von ca. 5000 m² ausgelegt. Diese sind auch heute noch im Einsatz", erzählt Lisa Monßen.

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
Wegbefestigung ohne Unterbau (HIT Aktivstall): Der Boden zum Verlegen der Gittermatten muss weich sein.

Was ihr Verbundpflaster anbelangt, gibt man sich auch bei Regupol BSW gelassen: "Sollte es im Lauf der Jahre zu einer starken Abnutzung in einzelnen Bereichen kommen, ist dieses Produkt partiell austauschbar", sagt Lena Grosch.

Und die Paddockplatten TTE-Multi Drain-Plus von Hübner-Lee halten "zwischen 15 zwischen 25 Jahre", so Sascha Oechsle. "Unsere Terra-Grid E35-Paddockplatten werden seit 20 Jahren hergestellt und halten bei sachgerechter Verlegung immer noch”, berichtet Ute Hoffmann von Novus HM.

Geichwohl wird eine Erneuerung der Tretschicht alle drei bis fünf Jahre empfohlen, denn diese werde durch regelmäßiges Abmisten nach und nach entfernt. Weggeputzt sozusagen.

Welche Auflagen können Behörden machen?

So ziemlich alle Elemente einer Reitanlage sind genehmigungspflichtig. Einheitliche Regelungen gibt es allerdings keine, regional gelten mitunter unterschiedliche Bestimmungen.

Ratsam ist es deshalb, dass man sich etwa bei der Planung eines Paddocks bei der zuständigen Baubehörde informiert. "Hier gilt dann die örtliche Landesbauordnung", betont der Sachverständige Georg W. Fink, Aufkirchen. Finks Faustformel: "Alles, was per Luftbild erkennbar ist, und das ist eine ganze Menge, sollte man unbedingt mit der Gemeinde abklären." Zu den genehmigungspflichtigen Baumaßnahmen gehören auch Bodenversiegelungen.

Bodenversiegelungen bedeuten wasserundurchlässige Böden. Bei derlei Baumaßnahmen ist es so, dass ökologische Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen. Heißt: Eine versiegelte Fläche muss an anderer Stelle auf Basis einer Bewertungstabelle nach der Kompensationsverordnung ausgeglichen werden.

Was nach dezidierten Vorschriften klingt, ist für den Regener Rechtsanwalt Egon Probst, Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht, alles halb so wild. "Ich habe in meiner langjährigen Arbeit noch nie erlebt, dass die Genehmigung von Ausläufen oder Paddocks – zumindest in Bayern – Probleme bereitet hätte." Verfahrensfrei seien sogar Einfassungen, etwa Paddockeingrenzungen, bis zwei Meter Höhe und bis 300 Quadratmeter Fläche, so Probst.

Die Auflagen der Behörden würden immer anspruchsvoller, die Baugenehmigungen schwieriger, hat hingegen Georg W. Fink festgestellt. Sein Büro betreut jedes Jahr bundesweit zahlreiche Bauverfahren im Außenbereich. "Und da ergeben sich regelmäßig große Hürden" Wer "schwarz baut", riskiere hohe Strafen und auch den kompletten Rückbau. "Das wird teuer", so Fink.

Lösungen für Waschplatz, Wege, Koppeleingänge

Rutschfest, trittsicher, sauber – auch jenseits von Paddock und Box soll der Untergrund so sein. Lösungsvorschläge:

Koppeleingang/Wege

Diese Bereiche lassen sich entweder mit oder ohne Unterbau befestigen. Ohne Unterbau gilt es einiges zu bedenken: Beim Verlegen von Gitterplatten direkt auf der Wiese darf der Boden nicht zu hart sein, da es sonst schwierig ist, die Platten in den Boden zu rütteln. Zudem sollten zuvor Steine entfernt werden, da diese das Eindringen der Gitterplatten in den Untergrund behindern.

Gummiquadratmatten für diesen Bereich hat etwa Ridcon im Programm. "Unsere Paddockplatte SpiderGrid kann zur schnellen Befestigung von Koppeleingängen einfach in die bestehende Fläche eingepresst werden", sagt Markus Medick. Die Firma Kraiburg bietet für Koppeleingänge und Führwege ihre Lochgummimatte Belmondo Flix an: "Sie lässt sich direkt auf Naturboden verlegen", so Produktmanagerin Kellner.

Die Bodenbefestigung mit Unterbau ist indes aufwändiger. Denn bevor man Gitterplatten verlegt, muss man die oberste Schicht des Bodens abtragen. Wie viel, das hängt von der Bodenbeschaffenheit ab. Die Tiefe, in der man auf einen stabilen Unterboden stößt, variiert zwischen zehn und 25 Zentimetern. Entweder man buddelt also erstmal testweise – oder fragt bezüglich Bodenbeschaffenheit beim regional zuständigen Landwirtschaftsamt nach.

Waschplätze

Für diesen Bereich bieten sich wasserdurchlässige Matten (zum Beispiel aus Gummigranulat) an. Geeignet sind auch wabenartige Ringgummimatten.

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
Rutschfester Bodenbelag für die Waschbox, hier vollflächig verklebt (Regupol).

Bei Hübner-Lee zum Beispiel setzt man gleich auf mehrere Elemente: Die Gummisteine TTE-softPave werden in die TTE-MultiDrain-PLUS eingesteckt und bilden laut Anbieter eine "weiche und besonders rutschfeste Oberfläche aus Gummi", geeignet "für Waschplätze und Flächen mit stärkerem Gefälle".

Beim Boden für Waschboxen (und den Außenwaschplatz) bietet Regupol BSW verschiedene Möglichkeiten. "Über eine besonders hohe Drainagewirkung verfügen Regupol Stallplatten, denn sie sind unterseitig mit Noppen versehen", so Lena Grosch.

Für den Innenbereich gibt es zudem noch eine wasserundurchlässige Variante: Hier bietet das Unternehmen "einen elastischen Bodenbelag in Form von Bahnenware, der sich vollflächig verkleben und nahezu kein Wasser durchsickern lässt".

Weiterführende Literatur

  • Pferdehaltung, Ställe und Reitanlagen – Orientierungshilfen für Bau und Modernisierung von Gerlinde Hoffmann, Herausgeber: Deutsche Reiterliche Vereinigung; FNverlag, 12. Auflage 2019
  • FN-Praxishandbuch für Pferdehalter Vom Privatstall bis zum Ausbildungs- und Zuchtbetrieb, Herausgeber: Deutsche Reiterliche Vereinigung, FNverlag, 1. Auflage 2018
  • Leitlinien zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten, Herausgeber: Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Fassung vom 9. Juni 2009
  • Liegeverhalten von Pferden im Offenlaufstall auf unterschiedlichen Bodenmaterialien (Gummimatten, Späne und Sand) Inaugural-Dissertation zur Erlangung der tiermedizinischen Doktorwürde der Tierärztlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München von Miriam Baumgartner, München 2012

Gute Grundlagen für jeden Zweck – eine Produktübersicht

Für Barhufpferde

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
HIT Aktivstallmatte TOP CLEAN II aus Recyclingkunststoff.

Für Ausläufe und Trails mit leichtem Gefälle: HIT Aktivstallmatte TOP CLEAN II aus Recyclingkunststoff. Laut Anbieter besonders geeignet für Barhufer; wiegt etwa 27 Kilo. Größe: 0,92 Quadratmeter. Preis: 15 Euro zzgl. MwSt. u. Fracht

Gut angepasst

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
ARENAMAT von BACHER für Paddocks und Reitplätze.

Das Design von ARENAMAT für Paddocks und Reitplätze ist laut Hersteller BACHER so konzipiert, dass sich die Matte durch ihre Struktur an den Untergrund anpasst. Quadratmeterpreis: 14,04 Euro plus Fracht

Rutschfest und fugenlos

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
Verbundpflaster von Regupol.

Speziell für Laufwege im Innen- und Außenbereich empfiehlt Regupol sein Verbundpflaster, das einen rutschfesten und fugenlosen Untergrund bildet. Quadratmeterpreis: 35 bis 55 Euro

Trittsicher

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
BELMONDO PADDOCK von Kraiburg.

Speziell für die Box mit Auslauf: Die BELMONDO PADDOCK von Kraiburg, eine 1 x 1 m große Puzzlematte aus vulkanisiertem Gummi. UV-beständig und trittsicher. Quadratmeterpreis: 65,50 Euro

Stabile Grundlage

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
TERRA-GRID E 35 von Novus HM.

Die Paddockmatten TERRA-GRID E 35 + können laut Anbieter Novus HM ohne weiteren Unterbau auf vorhandenem stabilen Boden verlegt werden. Zudem sind sie vollständig recyclebar. Quadratmeterpreis: 14,85 Euro

Leicht zu verlegen

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
PADDOCKPLATTEN KUNSTSTOFF vom Bodenspezialisten Grüner Sand.

Langlebig und auch in Eigenleistung leicht zu verlegen: Die PADDOCKPLATTEN KUNSTSTOFF vom Bodenspezialisten Grüner Sand sind auch für Koppeleingänge und Wege geeignet. Quadratmeterpreis: auf Anfrage

Ohne Unterbau

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
Paddockplatte TTE MULTIDRAIN PLUS (Hübner-Lee) aus Recycling-Kunststoff.

Die Paddockplatte TTE MULTIDRAIN PLUS (Hübner-Lee) aus Recycling-Kunststoff kann mit Sand oder Holzhäcksel verfüllt werden und kommt ohne Unterbau aus. Preis: abhängig von Flächengröße und Frachtkosten

Weich gebettet

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
BUBBLEBED von Ridcon.

Pferdebett von Ridcon: BUBBLEBED besteht aus fünf Schichten, verlegt wird es auf festem Untergrund. Geeignet für Offenstall und Box. Größe: 1,80m x 2,40m. Stückpreis: 635,60 Euro

Gemütlich

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
Die EVA-Stallmatte LUCKYMAT von Hofmeister.

Preiswerte Lösung: Die EVA-Stallmatte LUCKYMAT von Hofmeister. Geeignet für den Liegebereich, weil wärmeisolierend und verformbar. Erhältlich in drei Größen. Quadratmeterpreis: 38,98 bis 49,79 Euro

Vielseitig

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
Die Gummimatte BASIC von Sulzberger.

Die Gummimatte BASIC von Sulzberger ist für Laufställe, Stallgassen und Boxen gleichermaßen geeignet. Laut Anbieter lassen sich mit ihr fast 30 Prozent Einstreu sparen. Quadratmeterpreis: 38,08 Euro

Gut befahrbar

Paddock- und Boxenmatten
Hersteller
Die rutschfeste Schauer-LOCHMATTE.

Rutschfeste Schauer-LOCHMATTE unter anderem für Boxenausläufe und Allwetterplätze. Sie ist leicht zu verlegen und gut befahrbar. Quadratmeterpreis: 20,23 Euro

CAV Reitplatz abziehen
Pferdehaltung
CAV_05_2010_Schotter_Gelaende_LIR7904 (jpg)
Reiten
Dieser Artikel kann Links zu Anbietern enthalten, von denen cavallo eine Provision erhält. Diese Links sind mit folgendem Icon gekennzeichnet:
Zur Startseite