Reiterreise Maya Claussen
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Reiterreise-Gewinn

Neustart für Reiterin und Pferd

Leserin Maren Birkholz gewann bei CAVALLO eine Reiterreise, die ihr und ihrem Pferd einen Neustart ermöglichte – und ihren Mann aufs Pferd brachte.

Der Wecker klingelte noch nie so schön wie heute. Auf diesen Moment hatte ich mich gestern Abend schon gefreut: Ich stehe auf, öffne das kleine Fenster und schaue hinaus. Weit unter mir ein grüner Teppich aus Tausenden belaubten Baumkronen im ersten Sonnenlicht. Ich auf einer einsamen Burg – ein Kindheitstraum ist wahr geworden.

Seit ich gestern angereist bin, fühle ich mich fast wie im Märchen. Und heute soll ich mich richtig ritterlich fühlen. Denn auf der Zugbrücke, über die ich gestern mein Köfferchen gezogen habe, werde ich heute zu Pferd bis auf den Burghof reiten. Doch nach meinem Erkundungs-Rundgang frage ich mich, wie die Tiere die finsteren Gänge und Steinstufen überwinden sollen. Nun, der Burgherr wird schon wissen, wohin er uns führt.

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Einmal Burgfräulein sein? Auf der Ehrenburg zwischen Hunsrück und Mosel entdecken Wanderreiter und solche, die es werden wollen, ein kleines Paradies. Highlight: der Ritt auf die Burg.

Die Ehrenburg liegt im Hunsrück, ganz versteckt in einem Seitental der Mosel. Seit rund 40 Jahren ist sie im Privatbesitz – in guten Händen. Gerhard Kurz restaurierte sie liebevoll, authentisch und hauchte ihr mit einem kleinen Hotel ohne jegliche touristische Schandflecken wieder Leben ein. Und weil zum Burgenleben auch Pferde gehören und denen wiederum das Herz des Burgeigentümers, bietet Gerhard Kurz hier gemeinsam mit seiner Frau Gaby Wanderritte an. Die Sternritte und Trails rund um die herrschaftliche Herberge, auf der auch die Reiter übernachten dürfen, führt unter anderem der Reiterreisen-Veranstalter Pferd & Reiter im Programm.

Und deshalb bin ich hier. Unsere Leserin Maren Birkholz hat bei der CAVALLO TROPHY 2018 teilgenommen und eine Reiterreise bei den „Ehrenbergern“ gewonnen: fünf Tage Reiten plus Wellness-Tag für zwei inklusive Übernachtungen auf der Burg sowie gemeinsamen Frühstücken und Abendessen im Rittersaal. Dort habe ich Maren und ihren Mann Brian gestern Abend kennengelernt. Eigentlich war für Maren sonnenklar, dass sie die Reise mit einer reitenden Freundin antritt.

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Brian saß vor zwei Monaten das erste Mal auf dem Pferd.

Denn ihr Mann hat mit Pferden nichts am Hut. Doch Brian sah das anders: „Selbstverständlich nimmst du mich mit!“ Gesagt, getan: Zwei Monate fand der 34-Jährige ausreichend, um sattelfest zu werden. Kurzerhand buchte er Longenstunden, um sich mit den drei Gangarten eines Pferds vertraut zu machen. Auch auf Maren (37) wartete eine Herausforderung, aber nicht hier, sondern zu Hause in Berlin. Die hat vier Hufe, ist sieben Jahre alt und heißt Gentleman. Eine Woche vor dem Reiturlaub verlor der schreckhafte Wallach seine Besitzerin im Gelände und rannte ohne sie zum Stall zurück. Ein Erlebnis, bei dem Maren viel Vertrauen in ihr Pferd verloren hat. Sie hofft sehr, dass sie auf den vierbeinigen Gelände-Profis der Ehrenburg wieder mehr Sicherheit im Sattel gewinnen kann.

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Burgherr Gerhard Kurz führt die Reitergruppe durch den Hunsrück.

Eine Pferdeherde vom Fohlen bis zum Rentner

Die meisten Pferde der Burgeigentümer sind schon ihr Leben lang „Ehrenberger“. Sie leben das ganze Jahr über in der Herde auf riesigen Weideflächen außerhalb des Burggeländes, „von den Fohlen über die 16 Reitpferde bis zu unseren Rentnern“, erzählt Gaby Kurz. „Dass wir selbst züchten und unsere Pferde gemeinsam leben, ist uns extrem wichtig. Dadurch sind die Tiere immer ausgeglichen und wir können uns in jeder Situation auf sie verlassen.“

Für den heutigen Tag, an dem ich die Reitergruppe mit Maren und Brian begleite, darf ich die Stute Lillifee satteln. „Das ist eine ganz Feine“, verspricht mir Gaby Kurz. Ich bin gespannt. Lillifee und ihre Kollegen beeindrucken mich schon optisch. Da soll noch mal einer behaupten, reines Geländereiten tue nichts fürs Pferd. Die Ehrenberger sind Kraftpakete mit Muskeln an den richtigen Stellen: knackige Hintern, starke Rücken und schöne Oberlinien.

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Pause: Die Pferde dösen, die Reiter schlemmen.

Wir reiten einfach mitten durch die Burg

Kein Wunder, denn knackig ist auch das Gelände. Steil geht es bergab durch den urwüchsigen Wald bis hinunter an die türkisblaue Mosel, und ebenso steil sind die Wege hinauf zur Burg. Als die 24-jährige (kein Tippfehler!) Stute Mon Cherie den letzten Felsen vor der Zugbrücke souverän in Angriff nimmt, lasse ich die Zügel lang und vertraue auch auf meine feine Lillifee, die mich die letzten Stunden fleißig über Stock und Stein getragen hat.

Wir klappern über die Zugbrücke und wagen uns hinein in die Burggemäuer, reiten durch die dunklen Gänge und über die Stufen bis in den Burghof. Wahnsinn! Während der Met kreist, blicke ich bewundernd zu Maren und Brian hinüber. Brian hat so ein Urvertrauen in sein Pferd Prinz, wie ich es hatte, als ich mit dem Reiten begann. Beneidenswert, wenn schlechte Erfahrungen noch keine Spu- ren hinterlassen haben. Doch auch Maren sitzt souverän im Sattel. „Ich habe gemerkt, wie entspannt es sein kann, ein fremdes Pferd zu reiten.

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Für die Ehrenberger Pferde sind die Stufen ihrer Burg kein Hindernis

Brian und ich haben auf die Erfahrung von Gaby und Gerhard vertraut“, erklärt sie. Doch da gibt es noch jemanden: Neben den Burgeigentümern ist auch Bernd Seibold, genannt „Yeti“, als Rittführer im Einsatz – der große Kerl mit feinem Gespür für Pferde hört der Berlinerin zu, als sie über die Probleme mit ihrem Pferd spricht, und rät ihr, im Stall künftig den Kopf abzuschalten und sich nicht mehr ablenken zu lassen. Einige Wochen nach dem Ritt erzählt mir Maren: „Zurück in Berlin war bei mir wie ein Schalter umgelegt. Gentleman hat darauf reagiert. Wir haben gerade eine Reiterrallye gemeistert. Er war total cool!“ Und Brian? Bleibt er nun beim Rei- ten? „In der Halle nie wieder! Aber draußen in der Natur war’s echt nett.“