Offenes Maul Symbolfoto: Rädlein

Pony misshandelt: FEI sperrt Dressurreiter da Silva

Konsequenzen für Leandro Aparecido da Silva Pony misshandelt: FEI sperrt Dressurreiter

Er ritt das kleine Pony seiner Tochter und riss ihm brutal im Maul: CAVALLO verlieh dem brasilianischen Dressurreiter da Silva im vergangenen Jahr dafür die Mistgabel. Nun hat ihn die FEI für drei Jahre weltweit gesperrt.

Das im vergangenen Jahr veröffentlichte Video ist nicht nur für Pferdefreunde schwer verdaulich: Immer wieder reißt der 44-jährige Dressurreiter und Olympiateilnehmer Leandro Aparecido da Silva an den Zügeln. Mit panischem Blick sperrt das Pony schmerzvoll das Maul auf. Begleitet wird die Szene von amüsiertem Gelächter im Hintergrund. In einem zweiten Video reitet Leandro Aparecido da Silvas Sohn das gleiche Pony über einen Springparcours. An einem Hindernis stürzt und überschlägt sich das Pony; auch diese Szene wird lachend kommentiert.

Da Silva hatte sich, nachdem das von ihm selbst veröffentlichte Video auf der Internetplattform Eurodessage erschien, zu der massiven Kritik geäußert: Das Pony sei als Hengst gekauft worden und habe seine kleine Tochter gebissen. Er habe es deshalb korrigieren müssen – und er habe es nicht geschlagen und auch keine Sporen oder Gerte verwendet. Zwischen dem Biss des Ponys und der von da Silva beschriebenen Korrektur besteht jedoch kein nachvollziehbarer Zusammenhang. Aparecido da Silva arbeitet seit etwa 25 Jahren professionell mit Pferden. Für Brasilien hat er 2008 an den Olympischen Spielen teilgenommen und 2018 an den Weltreiterspielen.

Der brasilianische Verband, für den da Silva bereits als Olympia-Reiter gestartet war, erklärte sich in Bezug auf die Videos als nicht zuständig. Hier gehe es um den privaten Bereich des Reiters, der Vorfall habe sich nicht während eines Wettkampfs ereignet. Im Oktober 2020 leitete jedoch die FEI ein Disziplinar-Verfahren gegen den Reiter ein. Nun sperrte sie ihn weltweit für drei Jahre. Sie verwies auf Artikel 142 des Regelwerkes, in dem Gewalt gegen Pferde streng verboten ist. Da Silva muss 5000 Schweizer Franken Strafe zahlen sowie die Prozesskosten in Höhe von 2000 Franken übernehmen. Der Reiter habe ab Verkündung 21 Tage lang Zeit, die Entscheidung vor dem internationalen Sportgerichtshof Cas anzufechten, teilte die FEI mit. Empörte Pferdefreunde hatten nach Bekanntwerden des Videos Unterschriften gesammelt und die FEI aufgefordert, gegen den brasilianischen Dressurreiter aktiv zu werden.