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Lust auf Reiten: So motivieren Reiter ihre Pferde

Einfach Lust auf Reiten

Pferde bewegen sich gerne. Doch unter dem Sattel herrscht oft Frust. Das Top-Thema verrät, wie Sie bei jedem Pferd spielend leicht die neue Lust auf Reiten wecken.

Die Piaffe eifrig und ausdrucksvoll, der Schritt im nächsten Moment ganz entspannt. Beim Holsteinerhengst Le Noir funktionieren Gas und Bremse perfekt. Seine Reiterin Uta Gräf kann die Energie des Rappen mit feinsten Signalen steuern, und der Hengst hat offensichtlich auch noch Spaß dabei.

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Damit gelingt der Grand-Prix-Ausbilderin aus Kirchheimbolanden in der Pfalz etwas, von dem viele Reiter nur träumen können. Ihre Pferde haben keine Lust auf Arbeit, bei ihnen klemmen Gaspedal oder Bremse immer wieder. Die Folge: Landauf und landab mühen sich die Reiter, bei faulen Pferden den Motor anzuwerfen oder bei heißen Öfen die Drehzahl zu reduzieren.

Doch wer beim Moped zu viel Gas gibt, fliegt aus der ersten engeren Kurve. Und wer dauernd mit angezogener Handbremse unterwegs ist, bekommt schon bei einer kleinen Steigung Probleme. Ähnlich ist es auch beim Pferd. Solange es nicht ebenso leicht bremst wie beschleunigt, bleibt Harmonie ein Wunschtraum.

Der Schlüssel für eine perfekte Feinabstimmung liegt in der Motivation. Nur wenn das Pferd es selbst will, wird es nach einer leichten Hilfe seine ganze Energie für den Reiter einsetzen und sich auf ein ebenso sanftes Signal sofort wieder beruhigen.

Kontakt

Pferdewirtschaftsmeisterin Uta Gräf (42) stand auf der Longlist für Olympia in London 2012 und trainiert die Dressurreiter mit Handicap in Rheinland-Pfalz. Im Herbst erscheinen sowohl ein Buch (FN-Verlag) als auch eine DVD-Serie (Pferdia) zu ihrer Ausbildungsmethode.

Uta Gräf
Gut Rothenkircher Hof
67292 Kirchheimbolanden
Tel. 0171-2865705
www.gutrothenkircherhof.de

Vier Schritte zur Harmonie:

1. Reiter und Pferd müssen passen. Krasse Wesensunterschiede sorgen für DiŸfferenzen beim Reiten.

2. Ziele müssen erreichbar sein. Wer zu schnell vorangeht, erzeugt Frust. Machen Sie kleine Schritte.

3. Berücksichtigen Sie Neigungen und Talente. Damit steigen die Chancen auf Erfolge rapide an.

4. Akzeptieren Sie Grenzen. Nicht jedes Pferd lernt alles. Beißen Sie sich nicht an Problemen fest.

Motivation bringt Spaß und Erfolg

Für Dressurprofi Uta Gräf ist Motivation deshalb der wichtigste Erfolgsfaktor. „Reiten muss Spaß machen – mir und meinem Pferd!“ Die Pfälzerin beweist mit zahllosen Siegen, dass das selbst im Spitzensport möglich ist. Im CAVALLO Top-Thema erklärt sie, wie jeder Reiter sein Pferd für die Aufgaben im Viereck begeistern kann.

Am besten ist es, wenn Sie gar keine neue Motivation wecken müssen, weil Ihr Pferd die Freude am Reiten nie verloren hat. „Fast alle jungen Pferde sind zunächst motiviert und kooperativ“, sagt Uta Gräf. „Wir müssen in der Ausbildung eigentlich nur aufpassen, dass wir ihnen den Spaß am Reiten nicht irgendwann verderben.“ Doch selbst bei frustrierten Pferden kann man die Lust auf Leistung wieder wecken. Allerdings gibt es Grenzen. „Es ist schon schwer, verlorenen Glanz in den Augen wieder zu entfachen. Manche Pferde kommen nie auf das Niveau, welches sie ursprünglich hätten erreichen können“, sagt Uta Gräf.

Einige Pferde sind auch unverdorben nicht zu Höchstleistungen motiviert. Für den Spitzensport sind solche gemütlichen Tiere nicht unbedingt geeignet. Allerdings machen auch sie mit Geduld und Konsequenz erstaunliche Fortschritte.

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Lust auf Reiten: So motivieren Reiter ihre Pferde

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Zügelmessung: Pferde wünschen sanfte Anlehnung

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Rittigkeits-Probleme durch Seitengänge lösen

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CAVALLO Leserfotos: Wir reiten Klassik

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Faulere Pferde brauchen mehr Zeit

Der Weg dauert jedoch oft länger und fordert den Reiter stärker als bei einem arbeitswilligen Pferd. Auch die Abstimmung bleibt möglicherweise immer etwas gröber. Doch das kann auch nützlich sein. Denn manchen Reitern kommt weniger Feingefühl beim Pferd entgegen. Wer mit zu viel Sensibilität überfordert ist und möchte, dass das Tier kleine Reiterfehler verzeiht, sollte sich nach einem Pferd mit robustem Gemüt umsehen.

Reitern mit hohen Zielen rät Uta Gräf, schon beim Kauf die Motivation des Pferds gründlich zu überprüfen. Bringt ein motiviertes Pferd eine geforderte Leistung nicht, ist das eigentlich immer ein Alarmzeichen. Anstatt das Tier mit Druck zum Gehorsam zu zwingen, sollte der Reiter nach dem Grund für das ungewöhnliche Verhalten suchen. Willige Pferde zeigen mit einem Ungehorsam oft an, dass sie krank sind oder sich unwohl fühlen.

Etwas anders liegt der Fall bei Pferden, denen von Haus aus etwas Motivation fehlt. Hier kann es nötig sein, dass der Reiter mal auf einen Wunsch besteht und sich durchsetzt. Mehr Druck darf nur nicht zum Dauerzustand werden. Nach einigen Wiederholungen muss eine Übung auch beim Faultier besser klappen. Ansonsten können Sie davon ausgehen, dass das Pferd Probleme hat oder mit Ihrem Wunsch überfordert ist.

Vor allem letzteres passiert schneller als viele Reiter denken. Gerade eifrige Tiere signalisieren nicht sofort, wenn eine Aufgabe für sie zu schwierig wird. „Überforderung zerstört auf Dauer jede Motivation“, sagt Uta Gräf. Die Trainerin verlangt deshalb nur selten vom Pferd wirklich 100 Prozent Leistung. „Ich reite ganz oft unter dem Limit und gehe so gut wie nie an die momentane Leistungsgrenze“, sagt Gräf. Dadurch fällt ihren Pferden ihr Job leicht und macht entsprechend viel Freude. „Wer dagegen regelmäßig mehr fordert, als das Pferd gerade geben kann, macht das Reiten zur Qual.“

Ein großer Motivator ist Spaß. Im Pferdealltag entsteht er vor allem durch Abwechslung im Training. Wenn Sie täglich dasselbe üben, langweilt sich jedes Pferd früher oder später. Uta Gräf und ihr Team sorgen mit Ausritten, Boden- und Langzügelarbeit, Freispringen und Aquatrainer dafür, dass keine dröge Routine aufkommt. „Dadurch lernt ein Pferd zudem, mit verschiedenen Anforderungen und Situationen umzugehen“, erklärt die Ausbilderin. Es lässt sich weniger leicht ablenken als ein Tier, das nur seine Box und die Reithalle sieht. Auch im Dressurtraining variiert Gräf die Abläufe ständig.

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Das Pferd ist ein Freund, kein Gegener

Für Fortschritte reicht es nicht aus, dass ein Pferd sensibel und eifrig ist, sowie an verschiedene Reize gewöhnt wurde. Motiviert bleibt es nur, wenn der Reiter im Sattel auch fein agiert. Neben korrekten und leichten Hilfen gehört eine grundsätzlich positive Haltung zum Pferd dazu. „Betrachten Sie Ihr Pferd als Ihren Freund, nicht als einen Gegner“, rät Uta Gräf. Wer so an die Arbeit herangeht, will sein Pferd nicht in eine Übung zwingen. Und er nimmt auch nicht an, dass das Tier gerade „keinen Bock“ hat oder den Reiter nur „verarscht“.

Wer sein Pferd mag, lobt öfter. „Das wird häufig vernachlässigt“, sagt Uta Gräf. Die Grand-Prix-Reiterin fällt ihren Pferden nicht immer laut jubelnd um den Hals. Auch ein kurzes Entspannen, ein lockerer Zügel oder eine schnelle Berührung am Hals signalisieren dem Tier, dass es etwas gut macht.

Um effektiv zu loben, muss der Reiter erkennen, wann ein Pferd sich bemüht. Spürt er bei Problemen und neuen Lektionen schon kleine Verbesserungen, kann er sie sofort bestärken. Das Pferd lernt, dass sein Einsatz sich lohnt, und bleibt motiviert.

Damit ein Lob wirkt, muss der Reiter wissen, womit er seinem Pferd eine Freude bereiten kann. Pausen am langen Zügel gefallen fast jedem Pferd. In welchem Tempo sie absolviert werden, hängt vom Temperament ab. „Manche genießen es, sich nach anstrengenden Lektionen im freien Galopp zu strecken, andere bummeln lieber gemütlich im Schritt“, sagt Gräf.

Das richtige Lob und ebenso das optimale Trainingsmaß findet nur, wer sein Pferd gut kennt. Je besser Sie Charakter und Stimmung Ihres Tiers einschätzen, desto besser versteht Sie die Zeichen, die es Ihnen gibt.

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Damit keine Langeweile aufkommt, nimmt Uta Gräfs Lebensgefährte Stefan Schneider viele Pferde auch an die Langzügel.

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Nicht jeder Hüpfer ist Widerstand

Nicht jeder Hüpfer ist Widerstand und nicht jedes Zulegen entsteht aus Bewegungsfreude. Faule Pferde vertragen manchen Schubs, der sensible Tiere völlig verwirren würde.

Für die richtige Mischung aus Spaß und Fortschritt muss jeder Reiter Talente und Grenzen eines Pferds gut erforschen. In Sachen Dressur hilft Ihnen dabei das Top-Thema der vorigen CAVALLO-Ausgabe (9/2012). Gleichzeitig sollten Sie an vorhandenen Schwächen arbeiten.

Konkret heißt das: Pferde, die gerne eng werden, sollte man sorgfältig mit der Nase vor der Senkrechten reiten. Lange Pferde darf man früher mehr schließen, eilige Pferde sollten eher ruhiger und faule Tiere etwas flotter gehen.

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Über kurz und lang: Dressur-Profi Uta Gräf zeigt mit ihrem siebenjährigen Nachwuchs-Star Damon Jerome, dass ein motiviertes Dressurpferd jederzeit Haltung und Rahmen ändert.

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