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8 Tipps: So finden Reiter den richtigen Takt

8 Tipps zum Pferde-Takt So finden Sie den richtigen Takt

Pferd und Reiter bewegen sich rhythmisch im Einklang – der Reitplatz verwandelt sich zum Tanzparkett. Lust auf einen Walzer mit Ihrem Pferd? Wie Sie den richtigen Takt erkennen, warum er für Pferd und Reiter so wichtig ist und wie Sie ihn verbessern. Schritt, Tritt, Sprung mit viel Gefühl!

So erkennen Sie den richtigen Takt

Takt heißt: Das Pferd setzt die Schritte, Trabtritte oder Galoppsprünge im gleichen zeitlichen und räumlichen Abstand.

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Rhythmusgefühl Wie Pferd und Reiter zum richtigen Takt finden
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Tritt ein Pferd also mit einem Bein kürzer oder schneller, ist das ein Taktfehler. Jede Gangart hat ihren eigenen Takt.

Welche Rolle spielt der Takt in der Ausbildung?

"Der Takt gilt bei der Ausbildung des Pferds als die Grundlage überhaupt und steht damit zu Recht an der ersten Stelle der Ausbildungsskala", betont Dressurausbilderin Dr. Britta Schöffmann. "Tauchen in einer Gangart oder sogar in allen Gangarten Taktfehler auf, stimmt etwas nicht."

Auch für Dressurreiter Christoph Ackermann ist der Takt die Basis der Pferdeausbildung. Er beschreibt den Takt als die natürliche Fußfolge des Pferds, die durch ein zeitliches und räumliches Gleichmaß gekennzeichnet ist. "Jedes Pferd bewegt sich von Natur aus in einem individuellen Tempo und Rhythmus, abhängig von seinen körperlichen Voraussetzungen, aber auch von seinem Naturell", erklärt er.

Unter dem Sattel muss das Pferd lernen, sich mit uns gemeinsam in der Balance zu bewegen – und dabei einige Herausforderungen meistern. Jede störende Einwirkung oder Hilfen, die zu einem falschen Zeitpunkt kommen, bringen das Pferd genauso aus dem Takt wie Stress, Unruhe oder fehlendes Gleichgewicht.

"Deshalb gibt die Ausbildungsskala dem Reiter zwar einen guten Plan vor, in dem der Takt richtigerweise am Anfang steht. Doch um sicher im Takt zu gehen, braucht das Pferd Balance, Losgelassenheit und Schwung, aber auch Anlehnung, Geraderichtung und Durchlässigkeit", betont Christoph Ackermann.

Reiter brauchen also nicht nur ein Gefühl für den Takt, sondern auch ein Gefühl für das Pferd, sagt Dressurtrainerin Anna Eichinger: Wenn der Reiter seinen eigenen Takt und den seines Pferds kennt und sich einfühlsam synchronisiert, ist er in der Lage, als führender Tanzpartner die Regie über die Bewegungen zu übernehmen."

Schrittphase:

Der Schritt ist ein Viertakt. Das Pferd führt dabei jedes Bein einzeln und nacheinander nach vorne. Schritt gilt als schwierigste und störanfälligste aller drei Grundgangarten. "Der Schritt soll ruhig und schreitend sein und die Beinpaare bewegen sich gleichseitig, aber nicht gleichzeitig", beschreibt Christoph Ackermann die Gangart. Das Gangmaß spielt dabei keine Rolle, denn im starken Schritt muss das Pferd genauso taktrein gehen wie im versammelten Schritt. Eine Gangartverstärkung ändert also nichts am Takt, sondern nur, wie weit das Pferd mit dem Hinterfuß über den Abdruck des Vorderfußes tritt.

Viertakt: 1-2-3-4

Fußfolge: Das Pferd bewegt ein Hinterbein nach vorne, beispielsweise das linke. Darauf folgt das linke Vorderbein. Danach kommt das rechte Hinterbein und anschließend das rechte Vorderbein. Jedes Bein tritt einmal vor und stützt einmal; daher spricht man von acht Phasen.

Taktfehler: "Der Viertakt kann diagonal oder lateral Richtung Zweitakt verschoben sein. Im ersteren Fall zackelt das Pferd, im zweiten geht es Pass", erklärt Dr. Britta Schöffmann. In einem taktsauberen Schritt ist bei den einzelnen Phasen des Schritts immer in einem Moment ein Dreieck aus gleichseitigem Vorder- und Hinterbein zu sehen. Eine Taktstörung hat sich entwickelt, wenn das Dreieck verwischt oder sogar ganz aufgelöst ist.

Trab-Phase

Der Trab ist ein Zweitakt. Die Pferdebeine bewegen sich abwechselnd diagonal gleichzeitig. "In dieser Gangart können wir das Pferd am besten trainieren", so Christoph Ackermann, "weil der Trab einen klaren Rhythmus hat, die Balance in der Fortbewegung sichert und das Pferd damit lange Distanzen zurücklegen kann, ohne schnell zu ermüden."

Zweitakt: 1-2

Fußfolge: Die Beine bewegen sich diagonal gleichzeitig (hinten links und vorne rechts sowie hinten rechts und vorne links) abwechselnd nach vorne. Dazwischen ist eine Schwebephase.

Taktfehler: Kleine Stolperer bis hin zu mehr oder weniger gleichmäßigem Kurz-Lang. Die verkürzten oder längeren Tritte können sowohl vorne als auch hinten auftreten. "Außerdem gibt es noch eine laterale Störung, die manchmal nur auf Fotos zu erkennen ist", merkt Dr. Britta Schöffmann an.

"Das tritt auf, wenn ein Pferd auf den ersten Blick spektakulär trabt, dabei aber nicht mehr völlig diagonal gleichzeitig fußt. Auf dem Foto sieht man dann, dass ein einzelner Huf am Boden ist – was beim taktreinen Trab nicht möglich wäre."

Galopp-Phase

Der Galopp ist ein Dreitakt mit anschließender Schwebephase. Im Idealfall hat er eine Bergauftendenz. "Der Galopp ist im Tempo und der Balance schwieriger zu reiten", so Christoph Ackermann. Deshalb sollte das junge oder unter dem Sattel unerfahrene Pferd zunächst überwiegend getrabt und nur auf großen Linien im entlastenden Sitz galoppiert werden.

Dreitakt: 1-2-3

Fußfolge: Das äußere Hinterbein leitet den Galoppsprung ein. Im Linksgalopp ist es das rechte Hinterbein. Darauf folgt das diagonale Beinpaar inneres Hinterbein und äußeres Vorderbein, ehe zuletzt das innere Vorderbein auffußt. Danach folgt eine über möglichst viel Boden gesprungene Schwebephase.

Taktfehler: Im Galopp geht manchmal der Dreitakt, den Sie sich wie einen Walzertakt vorstellen können, verloren. Dann folgt nach der Schwebephase ein weiterer Sprung. Folgt beim Zählen des Takts auf 1-2-3 noch 4, geht das Pferd im Vierschlaggalopp.

Kurzcheck: Hinschauen und Hinhören

  • Die Pferdebeine bewegen sich gleich lang und gleich schnell.
  • Die Bewegungen des Pferds fließen von hinten nach vorne ohne Stocken durch den Körper. Im Schritt und Trab schwingt der Schweif locker pendelnd mit.
  • Das Pferd fußt leise auf und stampft nicht in den Boden.
  • Alle Hufe landen in der gleichen Lautstärke und im gleichmäßigen Rhythmus.

Takt-Tipp am Boden: Reitvideos anschauen

von Christoph Ackermann

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Reitvideos anschauen

Sie sind unsicher, ob Ihr Pferd sich immer im Takt bewegt? Dann nutzen Sie die Videoanalyse. Bitten Sie eine andere Person, Sie beim Reiten zu filmen.

Bewegen Sie sich mit Ihrem Pferd in der Bahn im Trab auf verschiedenen Linien: geradeaus, durch die Bahn, Schlangenlinien, Zirkel und Volten, Seitengänge und was Sie noch so im Repertoire haben. Anschließend schauen Sie sich die Aufnahme an: Zählen Sie das Auffußen der Vorderbeine.

Bleibt der Takt immer gleich? In welchen Momenten gerät Ihr Pferd aus dem Takt? Wenn Sie genau hinschauen, wie Ihr Pferd in diesen Momenten fußt und wie Ihre Einwirkung dabei ist, haben Sie eine gute Grundlage, um sich zu verbessern.

Takt-Tipp im Sattel: Bewegungen fühlen

von Anna Eichinger

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Bewegungen fühlen

Um den Takt im Sattel zu fühlen, konzentrieren Sie sich ganz auf Ihren Sitz. Beginnen Sie die Übung im Schritt. Spüren Sie Ihr Gesäß im Sattel? Sitzen Sie eher auf den Sitzbeinhöckern oder auf dem Schambein? Oder – das wäre ideal – genau in der Mitte? Wenn Sie zentriert im Sattel sitzen: Wie wird Ihre innere Hüfte vom Pferd bewegt? Eher nach vorne unten (dann ist das innere Hinterbein in der Spielbeinphase) oder nach hinten oben (dann ist das innere Hinterbein in der Standbeinphase)?

Spüren Sie eine runde (keine eckige oder elliptische) Kreisbewegung, ist alles in Ordnung. Ihr Pferd geht im Takt, wenn Sie fühlen, dass sein Rücken sich gleichzeitig mit Ihrer Hüfte dreidimensional bewegt. Ihr Becken wird vom Pferderücken bewegt und pendelt von links nach rechts sowie vor und zurück.

Haben Sie das Gefühl, Sie reiten bergab, ist in der Regel keine dreidimensionale Bewegung spürbar. Beim Abfußen des inneren Hinterbeins in der Spielbeinphase wird Ihr Gesäß dann eher angehoben. Richtig wäre, dass Ihre Hüfte in diesem Moment einen Kreisbogen nach vorne unten beschreibt.

Fortgeschrittene können die Übung auch im Trab (Aussitzen) und Galopp ausprobieren. Im Trab fühlen Sie einen Taktfehler übrigens recht leicht als kurzen "Schubs". Erfahrene Reiter spüren Bewegungen, die sich unrund anfühlen, auch im Schritt und Galopp.

Was kann den Takt stören?

"Alles!", sagt Dressurreiterin Anna Eichinger und meint damit alles, was sich darauf auswirkt, dass der Pferderücken nicht richtig schwingen kann. "Wenn wir die Wirbelsäule stören, dann stören wir auch den Takt – und viele weitere Elemente der Ausbildung."

Deshalb kann ein schlechtsitzender Sattel, der auf die Schulter drückt und/oder den Pferderücken behindert, schon eine Ursache dafür sein, dass ein Pferd Taktfehler zeige, ergänzt Dr. Britta Schöffmann, "genauso wie gesundheitliche Probleme des Bewegungsapparats, die sich dann in Lahmheiten äußern." Auch ein Pferd, das nicht fleißig genug geht, nicht ausbalanciert ist, nervlich angespannt oder körperlich verspannt ist, könne aus dem Takt geraten.

Und dann müssen wir Reiter uns auch an die eigene Nase fassen: "Mit rückwirkenden oder zu wenig nachgebenden Zügelhilfen, zu starkem oder falschem Treiben, einem blockierten Reiterbecken oder einem unausbalancierten Sitz können wir leider schnell zum Störfaktor werden", so Dr. Britta Schöffmann. Die Faktoren sind:

  • ein schlecht sitzender Sattel,
  • gesundheitliche Probleme, die zu Lahmheiten führen,
  • fehlende Losgelassenheit,
  • fehlende Balance,
  • Reitersitz und -einwirkung

Ein feines Gespür können Sie und Ihr Pferd gemeinsam trainieren. Hier sind die besten Übungen unserer Experten, die Sie ganz einfach nachmachen können.

Takt-Tipp 1: Musik wirkt Wunder!

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Musik wirkt Wunder

"Der Effekt von Musik auf das Pferd wird überschätzt", meint Christoph Ackermann. Vielmehr sei es der Reiter, der sich von ihr beeinflussen ließe. Und davon profitiere selbstverständlich auch ganz unmittelbar das Pferd. Sie sind gar nicht musikalisch? Diese Übung wird Ihnen trotzdem helfen!

Christoph Ackermann hat die Erfahrung gemacht, dass seine Schüler sich ganz von selbst auf den Takt der Musik einstellen, wenn sie reiten. Der Effekt: "Auf einmal entfaltet sich das Pferd und der Reiter spürt, dass es sich ganz anders anfühlt", erklärt der Dressurreiter.

Er rät zu ruhiger klassischer Musik. Auch Ausbilderin Anna Eichinger schwört auf die Kraft der Musik: "Sich vom Takt einer schönen, weichen Melodie leiten zu lassen, hilft, dass die Bewegungen sich runder und geschmeidiger anfühlen."

Takt-Tipp 2: Im Gleichschritt zum Taktgefühl

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Im Gleichschritt zum Taktgefühl

Ist Ihnen das schon mal aufgefallen? Sie gehen mit jemandem gemeinsam spazieren und stellen fest, dass Sie mit diesem Menschen im Gleichschritt laufen: Sie beide passen ihre Schrittlängen automatisch aneinander an – der eine tritt vielleicht ein wenig kürzer, der andere schreitet etwas mehr aus. Wenn Sie mit Ihrem Partner Hand in Hand gehen, geht das gar nicht anders, sonst fühlt es sich holprig an.

Genauso können Sie sich auch mit Ihrem Pferd gemeinsam einstimmen, wenn Sie mit ihm an der Hand arbeiten, rät Anna Eichinger: Überprüfen Sie mal ganz bewusst, ob Sie sich gemeinsam im Takt bewegen. Sie fühlen den Rhythmus Ihres Pferds und lassen sich darauf ein. So bereiten Sie spielerisch vor, dass Sie sich auch beim Reiten nicht im Weg stehen.

Taktgefühl ist, unseren eigenen Takt mit unserem Partner zu synchronisieren. "Das erklärt auch, warum es schwierig ist, wenn ein hibbeliger Typ auf einen phlegmatischeren Charakter trifft. Eine solche Kombi ist nicht nur unter Menschen eine Herausforderung, sondern auch bei Pferd und Reiter", erklärt die Bent-Branderup-Trainerin.

Takt-Tipp 3: Für eine weiche Hand

Häufig ist die Reiterhand die Ursache dafür, dass das Pferd aus dem Takt kommt. "Eine weiche Hand muss ruhig agieren und dennoch flexibel sein", so Christoph Ackermann.

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Für eine weiche Hand

Achten Sie darauf, dass Sie Zügelhilfen aus dem Handgelenk geben und nicht den ganzen Arm bewegen. Folgen Sie den Bewegungen des Pferdemauls so gut wie möglich. Die Zügel dürfen ruhig mal ein bisschen locker werden, solange Sie die Verbindung nicht ruckartig wieder aufnehmen, sondern dabei ganz langsam und behutsam sind.

Christoph Ackermann betont: "Wenn Sie in der normalen Fortbewegung mehr als das Gewicht des Zügels in der Hand spüren, passt es schon nicht mehr."

Takt-Tipp 4: Für Schritt-Zackler

Pferde, die sich schwer loslassen können, neigen dazu, im Schritt zu zackeln. Hier helfen Lektionen, die Sie in Ihre Schrittarbeit einbauen können: Volten, Schenkelweichen und Kurzkehrts verbessern das Zusammenspiel der reiterlichen Hilfen, fokussieren das Pferd auf den Reiter und fördern so die Losgelassenheit.

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Für Schritt-Zackler

"Viele Reiter machen gerade beim Zackeln den Fehler, ihre Schenkel vom Pferd weg zu nehmen, statt mit ihnen zu treiben", erklärt Dr. Britta Schöffmann. Für das Pferd heißt das: Zackeln ist gut und gewollt.

Bitte also genau umgekehrt: Behalten Sie das Treiben bei, wenn das Pferd zackelt und treiben Sie weniger, wenn das Pferd ruhig schreitet. Je leichter Ihre Schenkelhilfe ist, desto mehr belohnen Sie Ihr Pferd: Sie verstärken damit das Verhalten, das gerade gezeigt wurde.

Takt-Tipp 5: Für Pass-Gänger im Schritt

"Pferde, die eher zu passartigen Verschiebungen neigen, profitieren von Schenkelweichen und Volten", weiß Dr. Britta Schöffmann. Für die Volten können Sie auch Stangen auf den Boden legen.

Achten Sie für die Arbeit im Schritt auf die passenden Abstände und legen Sie die Stangen innen enger und außen weiter auseinander. Achten Sie in der Volte darauf, dass Ihr Pferd fleißig schreitet.

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Für Pass-Gänger im Schritt

Die gebogene Linie sichert den Takt. Sie können es sich gut vorstellen: "Würde das Pferd in einer kleinen Volte von sechs bis acht Metern im absoluten Pass gehen, würde es beim parallelen Abfußen beider innerer Beine im schlimmsten Fall umkippen", so Dr. Schöffmann.

Takt-Tipp 6: Zählen wie Egon von Neindorff

"Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sie-ben" hallte einst im Karlsruher Reitinstitut die Stimme Egon von Neindorffs durch die Reitbahn. Sein Schüler Christoph Ackermann hat das immer noch im Ohr. "Ich zähle selbst, wenn ich im Sattel sitze und ich fordere auch meine Schüler dazu auf", erzählt er. Das bringt Ruhe und Rhythmus in einen holprigen Takt:

Den Takt zählen Sie im Trab – laut oder leise vor sich hin, ganz wie Sie möchten. So verinnerlichen Sie automatisch einen Rhythmus, der sich auf Ihre eigenen Bewegungen und damit auch auf Ihr Pferd überträgt.

Diese Übung hilft sowohl nervösen Kandidaten, die gerne eilen, als auch gemütlichen Faulpelzen, die durch den Rhythmus munterer werden. Denn genau solche Pferde profitieren von einem Reiter, der das richtige Gespür für den Takt hat und seine Hilfengebung danach ausrichtet.

Takt-Tipp 7: Richtig Leicht-Traben

Das Pferd trabt im Takt, wenn der innere Hinterfuß exakt im gleichen Moment auf- und abfußt wie der äußere Vorderfuß – und umgekehrt. "Beim Leichttraben geben Sie dem Pferd mehr Freiheit, seinen Rücken zu bewegen und mit dem inneren Hinterfuß weiter vorzutreten", erklärt Christoph Ackermann. Deshalb stehen Sie mit dem Abfußen des inneren Hinterfußes auf.

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Richtig Leicht-Traben

Beim Leichttraben bewegen Sie sich im Takt auf und ab. Deshalb ist es wichtig, dass Sie dabei Ihr Pferd nicht stören. Um seinen natürlichen Takt zu fördern, stehen Sie nur so viel auf, wie das Pferd Sie aus dem Sattel wirft.

Sobald Sie mit Kraft aufstehen, stören Sie den Takt. Lassen Sie sich durch das Aufstehen nicht zum Treiben verleiten. Das ist ein häufiger Fehler, der nicht dazu beiträgt, dass Ihr Pferd seinen Takt finden kann.

Häufig wird geraten, ein eiliges Pferd durch längeres Einsitzen zu verlangsamen und ein langsames Pferd durch kürzeres Einsitzen zu beschleunigen. Christoph Ackermann hält das für kontraproduktiv: "Sobald Sie den natürlichen Rhythmus künstlich verändern, bringen Sie das Pferd noch mehr aus dem Takt."

Besser: Das eilende Pferd mit verhaltenen Hilfen und beruhigender Stimme einfangen und dabei nicht mit den Schenkeln klemmen. Ein trödelndes Pferd motivieren Sie mit der Stimme, einem Schenkelimpuls oder einem Touchieren mit der Gerte (genau in dieser Reihenfolge).

"Ein guter Reiter lässt sein Pferd nicht merken, dass er ihm einen Rhythmus vorgibt", erklärt Ackermann. "Den Rhythmus variieren Sie erst, wenn seine Ausbildung so weit fortgeschritten ist, dass es sich ausbalanciert bewegen und versammeln kann."

Takt-Tipp 8: Galoppieren im Dreitakt

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Galoppieren im Dreitakt

Meistens wird der Galopp zum Vierschlag, weil die reiterlichen Hilfen noch nicht gut genug aufeinander abgestimmt sind.

"Zu viel Hand, zu wenig Treiben, zu wenig Kreuzeinwirkung oder falsches Timing der Hilfen können dazu führen, dass das Pferd nicht richtig über den Rücken durchspringt", erklärt Dr. Britta Schöffmann. "Deshalb können Verbesserungen im Sitz und bei der Einwirkung Wunder wirken", sagt sie. Davon abgesehen sei es vor allem hilfreich, Übergänge zu reiten. Drei effektive Übungen:

Übergänge Trab-Galopp-Trab in lockerer Folge: Je fließender diese Übergänge gelingen, desto mehr kann die Bewegung des Pferdes durch den Körper gehen – das ist die Voraussetzung dafür, dass der Rücken schwingt und damit auch der Takt erhalten bleibt.

Übergänge Zulegen-Einfangen im Galopp: Sie helfen, weil das Pferd zwischen etwas mehr Schub (beim Zulegen) und etwas mehr Lastaufnahme (beim Einfangen) wechselt. Auch das lockert den Pferderücken und fördert den Fleiß, der für einen taktsicheren Galopp notwendig ist.

Auf dem Zirkel über drei bis vier Cavaletti: Außen geritten wird der Galoppsprung größer nach vorn, innen geritten höher nach aufwärts. Diese Übung verbessert nicht nur den Galopptakt des Pferdes, sondern auch, ganz wichtig, das Rhythmusgefühl des Reiters.

Die Experten:

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Christoph Ackermann ist Fachbuchautor und Dressurausbilder. Er lernte bei Reitmeister Egon von Neindorff die klassische Reitkunst. www.conde-reitseminare.de

Christoph Ackermann ist Fachbuchautor und Dressurausbilder. Er lernte bei Reitmeister Egon von Neindorff die klassische Reitkunst. www.conde-reitseminare.de

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Dr. Britta Schöffmann ist FN-Richterin, Fachbuchautorin und Dressurausbilderin. Sie lehrt pferdegerechtes Reiten nach den Richtlinen der FN. www.britta-schoeffmann.com

Dr. Britta Schöffmann ist FN-Richterin, Fachbuchautorin und Dressurausbilderin. Sie lehrt pferdegerechtes Reiten nach den Richtlinen der FN. www.britta-schoeffmann.com

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Anna Eichinger ist lizenzierte Bent-Branderup-Trainerin aus Graz, Österreich. Sie bietet international und online Unterricht in der Akademischen Reitkunst an. www.einfachreiten.com

Anna Eichinger ist lizenzierte Bent-Branderup-Trainerin aus Graz, Österreich. Sie bietet international und online Unterricht in der Akademischen Reitkunst an. www.einfachreiten.com

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