Galopp Norweger Rädlein

So machen Sie typgerecht Tempo

Energiesparer und heiße Pferde richtig reiten So machen Sie typgerecht Tempo

Muskelspannung und Temperament sind entscheidend für das individuelle Tempo eines Pferds. Mit der richtigen Strategie finden auch Energiesparern und heißen Kandidaten ein gutes Mittelmaß.

Jedes Pferd hat einen individuellen Tempobereich, in dem es sich mit einem Maximum an Stabilität und Raumgewinn fortbewegen kann. Hierzu machte Dr. Parvis Falaturi, Diplom-Biologe und Biomechaniker, bereits vor Jahren Messungen für CAVALLO (Heft 6/2007). Dabei fand er heraus, dass Pferde nur in einem bestimmten Tempobereich besonders stabil in Stützmustern und Takt sind. In dieser "physiologischen Geschwindigkeit" läuft das Pferd zufrieden, losgelassen und schnaubt ab. Die Formel für die Geschwindigkeit eines Pferds lautet übrigens Schrittweite mal Schrittfrequenz – und beide hängen unter anderem von der Beinlänge und -winkelung ab. Beides beeinflusst auch das individuelle Wohlfühl-Tempo.

Ebenso entscheidend für das richtige Tempo sind Muskelspannung und Temperament. Pferde mit einem hohen Muskeltonus sind oft eher nervös und werden schnell heiß – ihnen tut gleichmäßiges Tempo gut. Pferde mit niedrigem Muskeltonus sind oft gelassen, aber zünden schlechter: Hier helfen kurze Sprints, gerade Strecken und viele Tempounterschiede.

Zu den Energiesparern gehören oft Robustpferde, die auch körperlich viel weniger auf Tempo ausgelegt sind. "Oft haben sie zum Beispiel kleine Nüstern, bekommen deutlich weniger Luft als etwa ein Araber – auf solche Unterschiede sollte man Rücksicht nehmen und Energiesparer mit kleinen Tricks statt Reitplatz-Schrubben auf Trab bringen", so Pferdewirtin Dina Seipp, die hauptberuflich Wanderrittführerin in der Pfalz rund um ihren Modenbacher Hof ist. Sie verrät, worauf es bei beiden Typen ankommt:

Energiesparer flott machen: Energiesparern können Sie die Freude am Vorwärts am besten im Gelände zeigen! Lassen Sie ein "Zugpferd" vorneweg gehen und wählen Sie einen flachen, höchstens leicht ansteigenden Weg von etwa 600 Metern für einen flotten Galopp oder Trab. Seien Sie aufmerksam: Hat Ihr Pferd Spaß? Stressen Sie es nicht, steigern Sie das Tempo langsam. Oft entwickeln diese Pferde durch regelmäßige Gelände-Galopps ein größeres Lungenvolumen – dadurch werden sie auch auf dem Platz oft plötzlich viel gehfreudiger, weil es ihnen leichter fällt.

Tempo für heiße Pferde: Das Schlimmste, was man bei einem heißen Pferd tun kann: ausrennen lassen. Diese Pferde sind Geschwindigkeitsjunkies, dürfen sie einmal rennen, wollen sie immer mehr. Auspowern funktioniert nicht. Wichtig ist, dass diese Tiere in ihrem Wohlfühl-Grundtempo gehen dürfen und nicht ständig ausgebremst werden. Um hin und wieder mehr Tempo zu reiten, eignen sich große gebogene Linien.

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