Sattelgurt-Messung: 6 Sattelgurte im CAVALLO-Test

CAVALLO-Test: Wo drücken Sattelgurte?

Foto: Rädlein CAVALLO Sattelgurt

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Der Sattelgurt entscheidet: Wegen schlecht sitzender Sattelgurte mögen viele Pferde das Angurten nicht. CAVALLO hat sechs Modelle getestet.
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Foto: Rädlein CAVALLO Sattelgurt

Mit Gefühl gurten: Schon ein kräftiger Ruck an der Strupfe genügt, und das Pferd entwickelt Gurtzwang.

Eigentlich ist die Sache ganz klar: Der Sattel kommt auf den Pferderücken, und der Gurt hält ihn am Platz. Musste dafür früher ein einfacher Schnurengurt genügen, gibt es heute ein fast unüberschaubares Angebot an speziell geformten Sattelgurten aus den unterschiedlichsten Materialien.

CAVALLO wollte es genau wissen und maß nach, wie gut verschiedene Gurte den Druck beim Angurten ums Brustbein und der Schnalle verteilen. Ist der Hightech-Gurt besser als der klassische Langgurt aus Leder? Und wie wirkt sich ein stark angezogener Westerngurt aus?

Sattelgurte machen Druck am Pferdebauch

Hauchdünne Sensorfolien zeigen, wo sich bisher verborgene Druckstellen unterm Sattelgurt befinden.

Das Mess-System:
Für die Druckmessungen beim Angurten griff CAVALLO auf das System „Fastscan mobile“ der Hannoveraner Firma Savecomp Megascan zurück. Es besteht aus zwei 30 x 15 Zentimeter großen und nur 0,2 Millimeter dicken Sensorfolien. Sie sind so dünn, dass sie das Messergebnis nicht verfälschen können.

„Auf der Folie ist Platz für knapp 1000 Messpunkte“, erklärt Mess-Experte Albrecht Schneider von Savecomp Megascan. „Das System arbeitet mit einer Frequenz von mehr als 500 Hertz; es kann also etwa 500 Einzelbilder pro Sekunde aufzeichnen, und liefert so praktisch unverzerrte Messdaten.“

Die Mess-Methode
Da der Reiter den Sattel durch sein Gewicht auf Dauer zusammendrückt und die Messergebnisse mit zunehmender Zeit immer stärker beeinflusst, wurde im Stand ohne Reiter gemessen.

Die Kurzgurte waren ans Testpferd angepasst 65 Zentimeter lang, der Langgurt 125 Zentimeter. Wenn der jeweilige Gurt locker mittig lag, wurde gleichmäßig vom Boden aus nachgegurtet, bis nur noch eine flache Hand zwischen Pferd und Gurt passte.

Die Sensoren waren der Länge nach unter der linken Sattelschnalle und dem Brustbein platziert. Ein am Sattel befestigter Datenlogger zeichnete die Messdaten immer 30 Sekunden lang auf. Mit einem USB-Kabel wurden sie anschließend auf ein Laptop gespielt.

So lief die Messung ab:

Redakteur John Mikisch schiebt den Sensor unter den Gurt.








Albrecht Schneider verkabelt das künstliche Testpferd.







Hauchdünne Sensorfolien zeigen, wo sich bisher verborgene Druckstellen unterm Sattelgurt befinden.







Ein Datenlogger speichert die Werte.







Westerngurte funktionieren wie ein Flaschenzug. Redakteur John Mikisch zieht den Gurt stückweise für die Messung an.







Testpferd Naomi zeigt mit angelegten Ohren, dass ihr der Gurt zu eng ist.







Ein am Sattel befestigter Datenlogger zeichnete
die Messdaten immer 30 Sekunden lang auf. Mit einem USB-Kabel wurden sie anschließend auf ein Laptop gespielt.







Orange-rot zeichnet sich der D-Ring des Westerngurts auf dem linken Sensor ab.







Kraftkurven (linker Sensor in Rot, rechter in Grün) zeigen die Druckzunahme an.







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01.03.2011
Autor: John Patrick Mikisch
© CAVALLO
Ausgabe 11/2010