In welchem Stall fühlt sich mein Pferd wohl?

So haben wir's geschafft: Der lange Weg zum eigenen Stall

Foto: Lisa Rädlein

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Jule und David Stoll wollen Pferde einfach nur artgerecht halten. Doch der Weg dahin ist steinig und teuer.

CAVALLO: Wie entstand die Idee, einen eigenen Pensionsstall zu bauen?
DAVID STOLL: Der Hof gehörte meinem Vater und war für die Rinderhaltung genehmigt. Weil er krank wurde, war das Hofgelände in den letzten Jahren an Pferdehalter verpachtet. So gab es schon einen Reitplatz und ein paar Umbauten. Als ich den Hof übernahm, wollte ich meiner Stute ein schönes Zuhause bieten.

Dann gab es ja nicht mehr viel zu tun?
Meine Ideen hatte ich in ein paar Stunden auf dem Papier. Doch bis ich loslegen konnte, gingen fünf Jahre ins Land. Für den Reitplatz, die Umbauten und die Umnutzung zur Pferdehaltung brauchten wir Genehmigungen. Es war ein Spießrutenlauf durch die Amtsstuben.

Welche Auflagen gab es zum Beispiel?
Zum Ausgleich für die befestigte Fläche mussten wir elf Bäume pflanzen. Aber als Schattenspender auf die Koppeln durften sie nicht. Grund: In den Bäumen könnten Greifvögel sitzen – gefährlich für die zu schützenden Rebhühner. Neben dem Reitplatz soll noch ein Grünstreifen für Rebhühner angelegt werden. Den Platz hätten wir übrigens fast woanders wieder aufbauen müssen, weil er nicht ins Landschaftsbild passte. Auf Dauer wird der Reitplatz nur genehmigt, wenn wir hier mindestens 15 Pferde halten. Einen Teil der befestigten Auslauffläche mussten wir zurückbauen, weil die übrige Fläche laut Tierschutz-Richtlinien für 15 Pferde groß genug sei.

Würden Sie das Projekt eigener Stall empfehlen?
Nur denen, die viel Herzblut und Geld investieren wollen. Ohne Vollzeitjob hätte ich mir meinen Traum nicht leisten können.

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14.05.2019
Autor: Natalie Steinmann und Nadine Szymanski
© CAVALLO
Ausgabe 4/2019