Labor-Test: Wie stabil sind Lamellenvorhänge aus PVC?

Lamellenvorhänge werden trüb

Lamellenvorhänge für Pferdeboxen sind aus PVC und müssen Sonne, Eis und Pferdezähnen trotzen. Der Stresstest der Vorhänge im Labor zeigt, wie stabil die Gardinen wirklich sind.
Foto: Rädlein Boxenvorhänge

Sabine Gäckler öffnet im Labor den Klimaschrank.

Optisch können das Pferdebesitzer und Stallbetreiber, die einen solchen Lamellenvorhänge kaufen wollen, nicht unterscheiden. Hier hilft nur eine physikalische oder chemische Analyse. Eines passiert aber mit allen Vorhängen aus transparentem Weich-PVC mit der Zeit: „Sie können milchig und trüb werden“, sagt Dr. Ulrike Braun. Schuld daran sind die UV-Strahlen, welche die Struktur des PVCs zerstören können. Das hat nichts mit mangelnder Qualität zu tun.

„Irgendwann sind die verarbeiteten UV-Stabilisatoren einfach verbraucht“, sagt Braun. Dann können UV-Strahlen ungehindert chemische Bindungen zerstören, das PVC wird trüb. „Das kann je nach UV-Stabilisator schlagartig passieren oder langsam“, so Dr. Ulrike Braun. Das verhindert auch regelmäßiges Reinigen nicht. Dafür eignen sich übrigens warmes Wasser und Neutralseife sehr gut.

Die trübe Optik ist den Pferden egal. Und für Reiter bieten alle getesteten Vorhänge gute Aussichten: Sie sind stabil.

Info zu Weichmachern im PVC:

Als Weichmacher werden vor allem Phthalate, Adipinsäureester, Zitronensäuerester und ein von der BASF entwickelter und DINCH genannter Weichmacher eingesetzt. DINCH wird wegen seiner Unbedenklichkeit bevorzugt verwendet. Gesundheitsgefährdend sind Phthalate, die durch ihre hormonelle Wirkung etwa die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können. Wie schädlich die Stoffe für Pferde sind, ist nicht nachgewiesen. Grundsätzlich empfiehlt es sich aber, Weich-PVC mit Phthalaten zu meiden. Problem: Welche Phthalate ein PVC-Streifenvorhänge enthält, wird bisher nicht deklariert.

04.11.2011
Autor: Kristina Glaser
© CAVALLO
Ausgabe 08/2011