4 Übungen für mehr Rittigkeit

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Foto: Rädlein Bein im Steigbügel

Zäh am Schenkel

Das Problem:: Das Pferd wirkt faul und reagiert schlecht auf Schenkelhilfen.

Die Lösung: „Schrauben Sie Ihr Bein gedanklich ab und legen es auf die Reithallenbande“, rät Andrea Bethge. Zu viel Schenkeleinsatz stumpft ab. Lassen Sie das Bein ruhen und locker hängen.

Zäh am Schenkel

Suchen Sie sich eine Körperstelle Ihres Pferds, an der es gut reagiert, wenn Sie es mit der Gerte antippen. Das kann die Kruppe, der Bauch oder die Schulter sein. Touchieren Sie Ihr Pferd leicht an diesem Punkt, wenn es im Tempo zulegen soll.

Zäh am Schenkel

Geben Sie gleichzeitig oder vorher die Zügel frei, indem Sie Ihre Hände zur Mitte des Pferdehalses bewegen. So kann das Pferd frei nach vorne treten und wird nicht im Maul gestört. Dadurch reagiert es wieder besser auf treibende Impulse.

„Lassen Sie das Pferd konsequent bei jedem Treiben frei vorwärts gehen, bringt diese Übung schnelle Erfolge.“ Klappt alles, nehmen Sie die Zügel Stück für Stück auf.

Ausfallen über die Schulter

Das Problem: Das Pferd fällt in Wendungen über die äußere Schulter aus und bleibt nicht in der Spur.

Die Lösung:„Anstatt wie üblich noch mehr mit äußerem Zügel und innerem Schenkel zu arbeiten, gebe ich dem Pferd einen Impuls nach innen“, erklärt Andrea Bethge. „Dazu drehe ich mich mit dem ganzen Körper in der Wendung mit.“

Paralell dazu geht die äußere Hand leicht am Pferdehals nach vorne und oben, die innere gibt einen Impuls. „Dabei vibriere ich leicht am Zügel. Reagiert das Pferd, höre ich auf und wiederhole den Impuls bei Bedarf.“

Ausfallen über die Schulter

Finden Sie den richtigen Moment: Vibrieren Sie am Zügel, kurz bevor das Pferd mit dem inneren Vorderbein vorfußt. So setzt es Bein und Schulter nach innen, statt nach außen zu drängen. Der Impuls kann aber, wenn nötig, auch über mehrere Tritte andauern.

Ausfallen über die Schulter

Ein weiterer Trick: Nutzen Sie die Gerte als Hilfe. Bewegen Sie sie außen neben dem Kopf des Pferds oder auf Schulterhöhe leicht auf und ab oder halten Sie sie als Begrenzung an diese Stelle. So bleibt das Pferd besser in der Spur.

Rausheben im Übergang

Das Problem: Das Pferd geht im Übergang in eine andere Gangart gegen den Zügel und hebt den Kopf.

Die Lösung: „Das Pferd muss lernen, dass ein Übergang angenehm ist und es keine Angst vor der Hand haben muss. Dann bleibt es locker im Rücken und sucht auch im Übergang die Zügelverbindung“, sagt Andrea Bethge. Bethge gibt die Zügel dazu kurz ganz frei. Sie sollten die Zügel an der Schnalle festhalten und die Hände zur Pferdehalsmitte bewegen.

Rausheben im Übergang

Um den Übergang vorzubereiten, arbeiten Sie mit Ihrem Sitz und Ihrer Körperspannung. Gehen Sie bereits in die Bewegung, die für die neue Gangart erforderlich ist. Bei einem Übergang zum Schritt bewegen Sie Ihre Hüfte etwa in einer liegenden Acht.

„Ich versetze mich in das Pferd hinein und versuche mit meinem Körper die gleiche Bewegung zu machen, die auch das Pferd für die gewünschte Gangart machen muss“, so Bethge. „Das Pferd passt sich dieser Bewegung an und wechselt die Gangart.“ Warten Sie geduldig ab, bis das Pferd reagiert – am Anfang kann das etwas länger dauern.

Rausheben im Übergang

Helfen Sie beim Durchparieren mit einem Stimmsignal wie „Schsch“ oder „Brrr“ nach, beim Übergang in eine höhere Gangart mit einem animierenden Stimmsignal wie Schnalzen.

Einrollen und Aufstützen

Das Problem: Das Pferd geht hinter der Senkrechten und ist zu tief eingestellt. Dabei stützt es sich auf dem Zügel ab.

Die Lösung: Arbeiten Sie zunächst mit dem Pferd an der Longe. Damit es die positive Erfahrung mit dem Gebiss verknüpft, longieren Sie mit Trense. Ziehen Sie darüber aber unbedingt ein Halfter, an dem Sie die Longe einhaken. „Ich longiere ohne Kontakt und lasse die Longe am Boden schleifen“, erklärt Andrea Bethge.

Finden Sie das Wohlfühltempo Ihres Pferds, so dass es sich von alleine streckt und im Genick nach vorne öffnet. Nach einigen Übungseinheiten wird es merken, wie angenehm diese Haltung ist.

Einrollen und Aufstützen

Dann können Sie am lockeren Zügel reiten. Halten Sie die Schnalle dabei auf Höhe der Halsmitte.

Einrollen und Aufstützen

Streckt sich das Pferd unter dem Reiter, suchen Sie langsam den Kontakt zum Maul. Haben Sie für einen kurzen Moment die Verbindung hergestellt, geben Sie den Zügel gleich wieder ganz hin. „So kann sich das Pferd nicht auf die Hand legen. Nach und nach können Sie dann immer länger mit Zügelverbindung reiten.“
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