9 Gleichgewichts-Übungen mit dem Meister-Kreis

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Foto: Schuschkleb 9 Gleichgewichts-Übungen mit dem Meister-Kreis

Vorhandwendung für Beweglichkeit

Trainingsschwerpunkt: Mobilisierung der Hinterhand.

Das bringt's: Das Pferd lernt einen neuen Bewegungsablauf kennen, bei dem es die Hinterbeine kreuzen muss. Das mobilisiert die Pferdehüfte und fördert so die seitliche Beweglichkeit für höhere Lektionen. Der Reiter lernt, mit welchen Hilfen er die Vor- oder Hinterhand beeinflusst: Bei der Wendung um die Vorhand liegt der Fokus auf dem seitwärtstreibenden Schenkel und dem äußeren Zügel. Oberkörper und Zügel beeinflussen die Vorhand, Becken und Schenkel die Hinterhand.

So geht's: Reiten Sie in die Mitte des Meister-Kreises, bis die Vorderbeine des Pferds genau auf dem Mittelpunkt stehen. Ihre innere Wade treibt das Pferd impulsartig ins Seitwärts, Ihr äußeres Bein bleibt passiv liegen. Stellen Sie Ihr Pferd leicht nach innen, Ihr äußerer Zügel steht ein wenig an. Der Clou: Dank der vielen kleinen UFOs hat der Reiter eine klare optische Orientierung. Das Pferd ist wie ein Uhrzeiger: die Schweifrübe ist die Zeigerspitze, die Vorhand der Zeigerursprung, der innere Kreis simuliert das Ziffernblatt.

Wichtig: Erarbeiten Sie die Vorhandwendung Schritt für Schritt. Lassen Sie das Pferd anfangs nur ein Mal untertreten, dann halten Sie wieder an. So wird die Abfolge fürs Pferd logisch. Um die Wendung abzuschließen, beenden Sie das Treiben. Falls das Pferd weiter seitwärts tritt, legen Sie Ihr äußeres Bein (Knie, Oberschenkel) an und atmen aus.

Tipp: Üben Sie die Vorhandwendung vorab vom Boden aus. Das erleichtert Ihrem Pferd die Fußfolge unterm Sattel.

Hinterhandwendung für Kraft und Gleichgewicht

Trainingsschwerpunkt: Mobilisierung der Vorhand.

Das bringt's: Bei der Hinterhandwendung wird das Pferd nicht mehr nur gestellt, sondern in Bewegungsrichtung gebogen. Das Pferd lernt, seinen Körperschwerpunkt nach hinten zu verlagern und Last aufzunehmen. Die Hinterhandwendung schult zudem Koordination und Gleichgewicht.

So geht's: Ausgangspunkt ist die Mitte des Kreises. Um die Wendung einzuleiten, verlagern Sie Ihr Gewicht und drehen den Oberkörper in Bewegungsrichtung. So geben Sie automatisch innen mehr Stellung und am äußeren Zügel nach, damit das Pferd den Hals dehnen kann. Der innere Schenkel treibt und hält die Biegung, der äußere Schenkel begrenzt die Hinterhand. Die UFOs helfen dem Reiter, sich optisch zu orientieren. Denken Sie wie bei der Vorhandwendung an den Uhrzeiger. Erarbeiten Sie die Wendung Schritt für Schritt, belohnen Sie jeden Seitwärtsschritt mit einer Pause.

Tipp: Sollte sich Ihr Pferd nicht stellen lassen, führen Sie den inneren Zügel seitwärts vom Widerrist weg.

Hinterhandfächer zur besseren Koordination

Trainingsschwerpunkt: Gleichzeitige Mobilisierung von Vor- und Hinterhand.

Das bringt's: Jetzt üben Sie eine Hinterhandwendung in Bewegung, wobei die Hinterhand einen kleinen, die Vorhand einen größeren Kreis beschreibt. Der Hinterhandfächer ist ideal, um das Kurzkehrt vorzubereiten und mobilisiert die Vor- und Hinterhand. Der Reiter lernt, seine Hilfen zu koordinieren.

So geht's: Halten Sie in einem Kreis-Abteil parallel zu drei UFOs an. Um den Fächer nach rechts zu reiten, belasten Sie Ihren rechten Sitzbeinhöcker. Drehen Sie den Oberkörper leicht nach rechts, um Ihr Pferd zu stellen, ums innere Bein zu biegen und seitwärts zu schicken. Mit dem linken Knie und Oberschenkel treiben Sie Ihr Pferd impulsartig ins nächste oder übernächste UFO-Abteil. Sobald Sie dieses erreicht haben, halten Sie wieder an. Dann setzen Sie den Fächer entweder in die gleiche Richtung fort oder wechseln die Richtung.

Tipp: Achten Sie im Fächer darauf, den Bewegungsfluss zu erhalten. Nur so bringen Sie Bewegung in Vor- und Hinterhand.

Viereck verkleinern und vergrößern

Trainingsschwerpunkt: Vor- und Hinterhand bewegen sich gleichmäßig vorwärts-seitwärts.

Das bringt's: Sobald das Pferd sowohl die Vor- als auch die Hinterhand bewegt, muss es den Körper vermehrt koordinieren und sich ausbalancieren. Der Reiter lernt, seine Hilfen aufeinander abzustimmen, hier: die Hilfen zur Seite und nach vorne.

So geht's: Lassen Sie Ihr Pferd in einem beliebigen Abteil von der äußeren zur inneren Kreislinie weichen. Fürs Schenkelweichen nach links geben Sie Impulse mit der rechten Wade, stellen das Pferd leicht nach rechts und verlagern Ihr Gewicht in die Bewegungsrichtung. Paraden am linken Zügel fangen Ihr Pferd ab, falls es eilig wird. Kurz bevor Sie das innerste UFO erreichen, verlagern Sie Ihren Körperschwerpunkt wieder in die Mitte, legen den linken Schenkel kurz an und reiten geradeaus bis zum übernächsten Abteil. Wichtig: Nehmen Sie sich genug Zeit, den eigenen Körper auszurichten, damit das Pferd im Fluss bleibt. Schicken Sie es nun wieder auf die äußerste Kreislinie, indem Sie es mit dem linken Schenkel in die neue Seitwärtsbewegung treiben. Fangen Sie Ihr Pferd mit dem rechten Zügel ab.

Tipp: Reiten Sie bewusst ein ruhiges Tempo, damit sich Ihr Pferd gut koordinieren und ausbalancieren kann.

Zickzack für das Training beider Körperhälften

Trainingsschwerpunkt: Das Pferd bewegt Vor- und Hinterhand gleichzeitig.

Das bringt's: Durch die kürzeren Strecken im Seitwärts mit Richtungswechseln muss das Pferd immer wieder nach kurzer Zeit seinen Körperschwerpunkt ändern. Das trainiert beide Körperhälften. Auch für den Reiter wird es kniffliger: Er muss seine Gewichts-, Schenkel- und Zügelhilfen sehr gut aufeinander abstimmen.

So geht's: Der Startpunkt liegt zwischen einem äußeren und einem mittleren UFO. Um Ihr Pferd nach links weichen zu lassen, treiben Sie mit der rechten Wade an den linken Zügel. Lassen Sie es dann zwischen das mittlere und innere Ufo des nächsten Kreisabteils vorwärtsseitwärts weichen. Hier reiten Sie eine Pferdelänge geradeaus. Dazu bewusst beide Sitzbeinhöcker gleichmäßig belasten und das Pferd geradeaus stellen. Dann stellen Sie es nach links und lassen es nach rechts weichen.

Tipp: Wiederholen Sie die Zickzack-Bewegung zunächst nur ein bis zwei Mal, verlassen Sie den Meister-Kreis wieder. Erst wenn Ihr Pferd das Hin und Her flüssig meistert, können Sie den ganzen Kreis im Zickzack reiten.

Schenkelweichen mit Schulterkontrolle

Trainingsschwerpunkt: Mobilisierung von Vor- und Hinterhand.

Das bringt's: Diese Übung löst (Schenkelweichen) und versammelt Ihr Pferd (Hinterhandfächer) im Wechsel. Dabei können Sie prima prüfen, wie gut Sie die Schulter Ihres Pferds unter Kontrolle haben, indem Sie die Vorhand im Hinterhandfächer kurzzeitig deutlicher in die Bewegungsrichtung führen.

So geht's: Bei dieser Übung befinden sich die UFOs hinter Ihrem Rücken, so dass Sie sich ganz auf Ihr Gefühl für das richtige Bewegungsmuster konzentrieren müssen. Lassen Sie Ihr Pferd mit der Hinterhand an den UFOs entlang bis zur Kreismitte weichen. Legen Sie dazu Ihre linke Wade an und stellen Sie Ihr Pferd leicht nach links. Ihr rechter Schenkel begrenzt bei Bedarf. Ihr äußerer Zügel gibt Paraden, falls das Pferd zu eilig wird oder sich überstellt.

Mitten im Kreis wird’s spannend: Stellen Sie Ihr Pferd nach rechts um und biegen es für einige Schritte um Ihr rechtes Bein im Hinterhandfächer. Nun kommt Ihr linker Zügel ins Spiel, der die Schulter des Pferds begrenzt und wendet. Nach zwei bis drei Schritten das Pferd umstellen und mit Blick zu den UFOs nach außen weichen lassen.

Prüfstein: Biegung auf verschiedenen Kreisen

Trainingsschwerpunkt: Verbesserung der Längsbiegung, Lastaufnahme der Hinterbeine.

Das bringt's: Bei den ersten Übungen haben Sie Vor- und Hinterhand zunächst getrennt voneinander mobilisiert, dann zusammen. In dieser Übung zeigt sich nun, ob das Pferd bereits besser geradegerichtet ist und sich schon etwas versammeln kann – das Ganze auf gebogenen Linien. Dabei lernt das Pferd, seine Muskeln an- und abzuspannen.

So geht's: Beginnen Sie auf dem äußersten Kreis. Von hier aus zirkeln Sie und Ihr Pferd spiralförmig bis auf die kleinste Kreislinie, die mit 8-12 Metern so groß wie eine Volte ist. Drehen Sie Ihren Oberkörper in die Richtung, in die Sie reiten möchten. Legen Sie Ihren äußeren Schenkel leicht an. Damit verhindern Sie, dass Ihr Pferd durch die Zentrifugalkraft des Kreisels nach außen driftet. Klappt die erste Runde flüssig, reiten Sie in den nächst kleineren Kreis hinein und so weiter.

Tipp: Sobald Ihr Pferd ins Schwanken kommt, nicht mehr mit den Hinterbeinen in die Vorhand spurt oder Taktfehler macht, reiten Sie zurück auf die nächst größere Linie.

Gemeinsam in Balance

Trainingsschwerpunkt: Verbesserung der Längsbiegung, das innere Hinterbein nimmt mehr Last auf.

Das bringt's: Der Reiter lernt, sich auf unterschiedlich großen Kreislinien zu orientieren. Im ständigen Handwechsel zeigt sich, wie gut Pferd und Reiter im Gleichgewicht sind.

So geht's: Sie reiten auf der inneren Kreislinie. Auf etwa 9 Uhr reiten Sie eine Volte nach innen. Drehen Sie Ihren Oberkörper dabei leicht nach innen. Als nächstes reiten Sie auf Höhe 12 Uhr eine Volte nach außen. Im Moment des Handwechsels kurz gerade richten, dann den Oberkörper in die neue Richtung drehen. Nach einer Viertelrunde reiten Sie die nächste Volte nach innen usw.

Gerade im Quadrat

Trainingsschwerpunkt: Übergänge und Tempowechsel auf dem Quadrat für eine starke Hinterhand.

Das bringt's: Beim Wechsel von gebogenen und geraden Linien, Übergängen und Tempowechseln zeigt sich, ob Ihr Pferd seinen Körperschwerpunkt verlagern und Last aufnehmen kann.

So geht's: Legen Sie ein Quadrat zwischen den mittleren und äußeren UFOs an. Setzen Sie sich für die Gerade bewusst mit den Schultern parallel zum Pferd, in der Ecke drehen Sie den Oberkörper leicht nach innen. Für Profis: Legen Sie auf der Geraden zu, indem Sie größere Bewegungen mit Ihrem Becken zulassen und die Hand vorgeben. Vor der Ecke nehmen Sie Ihr Pferd zurück.
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