Jungpferd anreiten

Knigge für die Zicke

Startschuss für Runde zwei im CAVALLO-Erziehungs-Programm. Diesmal muss die wilde Araberstute Shimounah zum Schmied. Wird der kleine Feger wieder treten?
Foto: Lisa Rädlein Jungpferd anreiten

Im Rückwärtsgang: Araberstute Shimounah übt mit Ausbilderin Tamara Ebert.

Loading  

Hufschmiedin Corinna Horst greift nach dem rechten Vorderhuf von Araberstute Shimounah. Die Stute legt ihre hübschen Ohren an und versucht, den Fuß mit aller Kraft wieder abzusetzen. Corinna Horst lässt los. „Alles in Ordnung, Kleine“, flüstert die Schmiedin aus Herbstein bei Fulda und streichelt Shimounah den Hals. Zusammen mit Jungpferdetrainerin Tamara Ebert gelingt es ihr, die Vierjährige zu beruhigen. Dann startet sie einen neuen Versuch. Überraschung: Shimounah bleibt brav stehen, senkt den Kopf, leckt und kaut. Beim Raspeln des Hufs schließt sie sogar die Augen – sie fühlt sich offensichtlich wohl.

Das hat Pferdebesitzerin Gabriele Barth aus Geisenheim im Rheingau in all den Jahren noch nicht erlebt. „Alle sechs bis acht Wochen kam der Hufschmied zu Shimounah“, erinnert sich die Züchterin. „Doch sie wollte oft ihre Hufe nicht geben, zappelte und stieg. Manchmal versuchte sie auch, nach dem Schmied zu treten.“

Nicht nur dem Schmied zeigte sich die Stute als Flegel, auch ihren Besitzern machte sie es nicht leicht: „Sie ließ sich schwer halftern und stieg beim Führen“, so Barth. Wie sollte sie bloß angeritten werden? Gabriele Barth bat CAVALLO um Erziehungshilfe für den Wildfang.

10.04.2009
Autor: Christiane Wehnert
© CAVALLO
Ausgabe 05/2009