So geht's: Korrektes Schenkelweichen

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Foto: Lisa Rädlein CAVALLO So geht korrektes Schenkelweichen

Schenkelweichen: Darauf müssen Sie achten

Kreuzende Beine auf vier Hufschlägen lockern das Pferd und sind der Einstieg ins Seitwärts. Wir zeigen, worauf es ankommt.

Schenkelweichen wird zunächst so geritten, wie auf dem Foto links, nämlich mit dem Pferdekopf in Richtung Bande. Diese begrenzt das Pferd und verhindert, dass es sich nach vorne entzieht. Der Reiter führt dabei die Hinterhand in Richtung Bahnmitte. Der Winkel zwischen Pferd und Bande – die Abstellung – sollte maximal 45 Grad betragen. Aus dieser Position geht das Pferd vorwärts-seitwärts.

Schenkelweichen kann im Schritt (wie auf dem Foto) oder im Trab geritten werden. Die Übung hilft dabei, das Pferd zu gymnastizieren. Denn durch das regelmäßige Kreuzen der Beine (siehe Seitwärts) werden Kruppen- und Rückenmuskulatur gedehnt und gelockert. Mit der Einstiegslektion ins Seitwärts erklären Sie dem Pferd den seitwärts treibenden Schenkel.

Seitwärts

Beim Schenkelweichen tritt das Pferd auf vier Hufschlägen, wie links zu sehen. Wäre jeder Huf ein Auto auf einer vierspurigen Straße, würde jeder Huf auf einer Spur unterwegs sein. So kann das Pferd abwechselnd vorne und hinten kreuzen.

Wichtig: Das Pferd soll sich gleichmäßig vorwärts und seitwärts bewegen. Das erkennen Sie an zwei Punkten: Der Winkel zwischen Pferd und Bande bleibt während der Übung unverändert, und das Pferd geht fleißig und im Takt.

Stellung

Im Schenkelweichen ist das Pferd entgegen der Bewegungsrichtung leicht gestellt. Das heißt konkret: Wollen Sie Ihr Pferd wie auf dem Foto nach rechts weichen lassen, stellen Sie es nach links – also immer zur Seite des Schenkels, der das Pferd vorwärts-seitwärts treibt. Das Pferd bleibt dabei gerade.

Wird das Schenkelweichen, wie auf dem Bild, mit dem Kopf in Richtung Bahnmitte geritten, erkennt man dies besonders gut frontal von vorne. Zeigt der Pferdekopf in Richtung Bande, sieht man die gerade Haltung gut von hinten.

Reitersitz

Um die Lektion einzuleiten, stellt der Reiter sein Pferd in Richtung Bande; auf der rechten Hand etwa wird das Pferd – wie auf dem Bild – nach links gestellt. Der Reiter nimmt den linken Schenkel etwas zurück. Das Pferd muss gelernt haben, darauf die Hinterhand Richtung Bahnmitte zu schwenken. Mit diesem Schenkel treibt der Reiter dann sein Pferd vorwärts-seitwärts. Den rechten Schenkel legt er leicht verwahrend zurück; das verhindert, dass die Hinterhand zu weit schwenkt. Der Reiter sitzt gleichmäßig belastend im Sattel. Mit den Zügelhilfen gibt er die Stellung vor.

Beendet der Reiter die Lektion, führt er die Hinterhand zurück auf den Hufschlag. Dafür nimmt er die Schenkel an den Gurt und stellt das Pferd um.
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