Christian Brunker: So richtig blöd eigentlich nur einmal. Ich kam von hinten und habe eine Frau überholt, die ein Pferd geführt hat. Ich war echt langsam und hatte geklingelt, trotzdem erschreckte sich das Pferd und ist durchgegangen.
Nein. Sie ist ihrem Pferd hinterhergelaufen und war nicht mehr so gut auf mich zu sprechen, glaube ich.
Mich würde vor allem interessieren, wie ich mich bemerkbar machen soll, wenn ich von hinten komme. Soll ich klingeln oder ist es vielleicht besser zu rufen?

Aus der Reiter-Perspektive: Machen die Radfahrer mir etwas Platz?
Schon klar. Dann musst du mir als Reiter aber auch signalisieren, dass du mich gehört hast. Sonst bleibt mir ja nichts anderes übrig, als laufend weiterzuklingeln oder zu rufen. Und was soll ich denn rufen? Reicht "Achtung!" oder besser "Achtung, Fahrrad!"?
Wenn du weißt, dass ich hinter dir bin, heißt das aber noch nicht, dass dein Pferd mich auch schon bemerkt hat.
Und wenn ich einer Gruppe von Reitern begegne, die größtenteils aus Kindern besteht? In der Regel ist der erfahrene Reiter ja vorne und führt die Gruppe an. Der hört mich vielleicht gar nicht.
Und in welchem Tempo soll ich Reiter überholen? Muss es Schritt-Tempo sein?
Das sollte ja selbstverständlich sein. Wenn ich ein Pferd sehe, fahre ich genauso vorsichtig vorbei wie bei einem Kind oder einem Hund. Ich muss ja damit rechnen, dass die mir vors Fahrrad laufen. Ich nutze eigentlich immer die ganze Wegbreite aus, um einen möglichst großen Bogen zu machen.
Darüber habe ich tatsächlich noch nicht nachgedacht. Ich vermute, genauso viel wie zwischen Rad und Auto?
Macht es einen Unterschied, ob ein Pferd geführt wird? Dann müsste es doch einfacher zu händeln sein.
Stimmt, das sehe ich ein.
Ich denke doch, dass man nicht aus Versehen über einen Haufen Pferdeäpfel fährt. Aber ich bin mit meinem Rennrad auch nicht auf schmalen Waldpfaden unterwegs. Das betrifft wohl eher die Mountainbiker.
Das geht mir genauso!
Regeln für Reiter und Radler
Reiter und Radfahrer, die auf öffentlichen Straßen unterwegs sind, müssen sich an die Verkehrsregeln der Straßenverkehrsordnung (StVO) halten. Die Regeln für private Wege stellen die einzelnen Bundesländer auf. Auf Feld- und Waldwegen gilt das Prinzip der gegenseitigen Rücksichtnahme.
Reiter müssen beachten:
- Auf der Fahrbahn auf der äußersten rechten Seite bleiben.
- Nicht auf Fahrradwegen oder auf Gehwegen reiten.
- Bei schlechten Sichtverhältnissen auf ausreichende Beleuchtung achten.
- Reitergruppen bestehen aus maximal 12 Reitern.
- Größere Gruppen müssen sich aufteilen.
- Auf Straßen müssen Pferdeäpfel beseitigt werden. Nicht unbedingt sofort, aber spätestens nach dem Ausritt.
Radfahrer müssen beachten:
- Nicht auf ausgewiesenen Reitwegen fahren.
- Der Mindestabstand zum Pferd beim Überholen beträgt 1,50 Meter. Empfohlen sind zwei Meter.
- Kann der Radfahrer den Sicherheitsabstand nicht einhalten, weil der Weg zu schmal ist, muss er warten, bis er überholen kann. Alternativ kann er den Reiter ansprechen und fragen, ob er überholen darf. Er hat jedoch eine Sorgfaltspflicht, auch wenn er überholt, nachdem er dies mündlich angekündigt oder geklingelt hat.





