Mash hat sich gewandelt. In den letzten Jahren sind immer mehr Rezepturen für den warmen Brei auf den Markt gekommen, die auf den ursprünglichen Hafer verzichten. Getreidefrei, mit moderatem oder höherem Energiegehalt, mehr oder weniger Rohprotein – und alle mit niedrigem bis moderatem Zucker- und Stärkegehalt: So sind auch die sieben Mash-Produkte deklariert, die wir zur Nährstoff-Analyse ins Labor der LUFA NRW geschickt haben.
Mash hilft dem Magen & dient zum Aufpäppeln
Sie alle haben vor allem eine Zielgruppe: stoffwechselempfindliche Pferde, die getreidefrei ernährt werden, für die der ursprüngliche Zweck von Mash – nämlich sich positiv auf Magen- und Darmtrakt auszuwirken – aber erhalten bleibt. Denn genau dafür ist das Futtermittel seit Langem konzipiert. "Die Fütterung von Mash an Pferde ist historisch überliefert. Seit Jahrhunderten wurden und werden Pferde damit versorgt, vor allem bei Magenbeschwerden und -geschwüren, Kolikneigung oder wenn die Pferde durch besondere Anstrengungen (auch Fohlengeburten) ausgezehrt waren und keine Fresslust mehr hatten”, sagt Futterexpertin Dr. Susanne Weyrauch-Wiegand.

Dr. Susanne Weyrauch-Wiegand ist Ernährungswissenschaftlerin, die Nahrungsergänzungsmittel für Mensch, Hund und Pferd entwickelt. Seit 15 Jahren zeigt die Expertin auf, welche überragende Bedeutung eine bedarfsgerechte Mineralisierung hat. Mehr Infos unter www.dr-susanne-weyrauch.de
Die traditionelle Zubereitung, so Dr. Weyrauch-Wiegand, fußt auf drei Hauptbestandteilen: Leinsamen (eine Ölfrucht, deren Schleimstoffe sich auf Magen- und Darmschleimhäute legen und so bei Verdauungsbeschwerden helfen), Weizenkleie (reich an Proteinen, Mineralien und löslichen Ballaststoffen; gilt deshalb als magenschonend und verdauungsfördernd) und Hafer (als Energiequelle und Schleimbildner).

Leinsamen enthält Schleimstoffe, die sich auf Magen- und Darmschleimhäute legen und so bei Verdauungsbeschwerden helfen.
Traditionelle Zutaten in neuen Rezepturen
Auch in sechs der sieben Mash-Sorten in unserem Futtermittel-Test finden sich Lein-Varianten; etwa in Form von Leinextraktionsschrot, Leinsaat oder -kuchen. Zwei der Hersteller haben die klassische Weizenkleie durch Reiskleie ersetzt. Die ist im Gegensatz zum Getreidenachprodukt eher fett- (14%) und energiereich.

Getreidefreies Mash von sieben Herstellern (Agrobs, Eggersmann, Josera, Lexa, Marstall, Mühldorfer und St. Hippolyt) schickten wir ins Labor.
Wie ist es um die Nährstoffe dieser Mash-Sorten bestellt? Wir haben stichprobenartig getestet: Im Internet bestellten wir Produkte von Marstall, Josera, Agrobs, St. Hippolyt, Lexa, Eggersmann und Mühldorfer, zogen Proben und schickten die ins Labor der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LUFA NRW). Dort wurden sie mithilfe nass-chemischer Verfahren untersucht.
Kleine Abweichungen sind völlig normal
Kleine Abweichungen zwischen unseren Analyse-Werten und der Deklaration der Hersteller gab es bei fast allen Werten. Völlig normal: Da es sich bei Futtermitteln um organische Produkte handelt, kann es keine zwei völlig identischen Proben und ergo Ergebnisse geben. Dass Werte in Futtermitteln stest etwas schwanken, ist also klar; natürliche Rohstoffe variieren je nach Wetter, Boden, Düngung und Sorte. Klar ist auch: Stärke- und zuckerarmes Mash für stoffwechselempfindliche Pferde ist nicht zwangsläufig energiearm. Je nach Rezeptur sollen die Produkte durchaus Power liefern, und tun dies auch. Wie klassisches Mash – nur ohne Hafer. Die genauen Testergebnisse und Abweichungen zur Deklaration findet ihr ausführlich in unserem Paid-PDF zum Download unten im Artikel.





