Drei Minuten mit Pferden: Studie zeigt positive Wirkung

Neue Studie
Die Wirkung von Pferden auf unsere Psyche

ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.10.2026
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Im Vordergrund ist ein Pony zu sehen, dass von einer lachenden Frau im Hintergrund gerade am Rücken gestreichelt wird.
Foto: Gregory Urquiaga / UC Davis

Nur drei Minuten mit Pferden

Dass Pferde einen positiven Einfluss auf unser Wohlbefinden haben können, ist längst bekannt. Doch wie wenig Zeit braucht es dafür? Forschende der University of California, Davis, haben in einer aktuellen Studie herausgefunden, dass bereits drei Minuten Kontakt mit Ponys und Zwergeseln die Stimmung von Jugendlichen positiv beeinflussen können.

Für die im Fachjournal Scientific Reports veröffentlichte Untersuchung verbrachten 61 Jugendliche jeweils drei Minuten mit einer kleinen Gruppe aus zwei Pferden und zwei Zwergeseln. Während eine Hälfte die Tiere sanft über den Rücken streichelte, sollte die andere Hälfte sie am Hals kraulen – ähnlich der gegenseitigen Fellpflege unter Pferden.

Kraulen kommt besser an als Streicheln

Das Ergebnis: Alle Jugendlichen berichteten nach der Begegnung, sich ruhiger, weniger nervös, traurig und einsam zu fühlen. Doch auch die Reaktionen der Tiere lieferten interessante Erkenntnisse.

Beim Kraulen am Hals beobachteten die Jugendlichen in 75 Prozent der Begegnungen Lippenbewegungen, die auf Wohlbefinden hindeuten können. Beim Streicheln waren es lediglich 48 Prozent. Zudem entfernten sich die Tiere beim Streicheln deutlich häufiger.

Warum auch das Weggehen der Pferde guttun kann

Besonders überraschend: Jugendliche, die bemerkten, dass sich ein Tier von ihnen entfernte, berichteten anschließend sogar von einem stärkeren Rückgang ihrer Traurigkeit. Wer positive Reaktionen der Tiere wahrnahm, fühlte sich dagegen weniger einsam.

Die Forschenden vermuten, dass gerade die Freiwilligkeit der Begegnung entscheidend sein könnte. Pferde und Esel sollten selbst bestimmen dürfen, ob sie Kontakt suchen, bleiben oder sich zurückziehen.

Die Studie liefert damit interessante Hinweise für die tiergestützte Arbeit. Sie zeigt aber auch, dass eine positive Begegnung nicht allein vom Menschen abhängt. Wer die Bedürfnisse und Grenzen seines Pferdes respektiert, könnte damit auch das eigene Wohlbefinden fördern.

Da lediglich 61 Jugendliche und vier Tiere untersucht wurden, lassen sich daraus allerdings noch keine allgemeingültigen oder langfristigen therapeutischen Wirkungen ableiten.