Test: Ist der Rücken Ihres Pferdes fit?

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Foto: Rädlein Test: Ist der Rücken Ihres Pferdes fit?

Wie reagiert Ihr Pferd aufs Abtasten?

Fahren Sie mit den Fingerkuppen über die Wirbelsäule. Starten Sie am Widerrist.

Bei einem Pferd mit einem gesunden Rücken stehen alle Wirbel in Reih und Glied.

„Spüren Sie, dass ein Dornfortsatz aus der Reihe tanzt, kann das Schmerzen verursachen“, sagt Osteopathin Michaela Wieland. Ist dem Pferd das Abtatsen unangenehm, ist der Rücken ebenfalls nicht in Orndung.

Typische Symptome: Das Tier drückt den Rücken weg, weicht Ihren Fingern aus, legt die Ohren an, schnappt, tritt oder schlägt mit dem Schweif.

Wie reagiert Ihr Pferd aufs Abtasten?

Drücken Sie an einer beliebigen Stelle des Rückens mit einem Finger und moderatem Druck – etwa ein Kilo auf der Waage – aufs Fell.

Pferde mit einem gesunden Kreuz stört das nicht. Schmerzt der Rücken, zeigen das die meisten Pferde deutlich.

Wie reagiert Ihr Pferd aufs Abtasten?

Streichen Sie die Rückenmuskulatur ab.

Beginnen Sie an der Schulter, und fahren Sie mit der Hand gleichzeitig rechts und links der Wirbelsäule langsam bis zur Kruppe entlang. Behalten Sie den etwa ein Kilo schweren Druck bei.

Die Muskulatur sollte sich über die gesamte Länge gleichmäßig anfühlen und locker sein.

Anzeichen für Rückenprobleme: Die Muskulatur ist hart wie ein Brett oder schlaff wie ein ausgeleiertes Haargummi. Beobachten Sie auch das Verhalten Ihres Vierbeiners: Das Pferd sollte entspannt stehenbleiben. Tut dem Pferd der Rücken weh, wehrt es sich.

Lässt sich das Pferd gerne Rücken und Bauch putzen?

Säubern Sie den Pferderücken mit einem Gummi-Striegel in kreisenden Bewegungen und von vorne nach hinten.

„Das Pferd sollte dabei ruhig stehenbleiben, selbst wenn Sie mit stärkerem Druck bürsten“, sagt Michaela Wieland. Protestiert das Tier, etwa indem es den Rücken wegdrückt, ist das kein natürlicher Reflex, sondern ein Zeichen für Schmerzen.

Viele Pferde giften auch beim Putzen am Bauch. Ein möglicher Grund: Die Bauchmuskulatur ist aufgrund eines Rückenleidens verspannt und das Putzen daher unangenehm fürs Tier.

Kann das Tier leicht die Hinterhufe heben?

Wie verhält sich das Pferd beim Auskratzen der Hinterhufe und beim Schmied?

Weil die kräftigen Muskeln der Hinterhand mit dem Rücken verbunden sind, zeigt sich beim Aufheben der Hufe, wie locker das Pferd ist.

Ein Tier mit einem gesunden Rücken gibt willig die Hufe und hält sich auch über einen längeren Zeitraum gut auf drei Beinen. Schmerzt das Kreuz, fällt dem Tier allein schon das Anheben der Hinterhufe schwer.

„Manche Pferde können das Bein kaum von alleine nach hinten rausgeben“, sagt Michaela Wieland.

Typisch beim Schmied: Das Pferd kann das Bein nicht lange oben halten und zieht es plötzlich weg.

Was macht das Pferd beim Satteln?

Normalerweise sollte einem Pferd das Satteln nichts ausmachen.

„Legt das Tier bereits die Ohren an, wenn es den Sattel nur sieht, verbindet es den Sattel mit Schmerzen im Rücken“, sagt Wieland.

Andere rückengeplagte Pferde wehren sich erst beim Auflegen des Sattels, etwa indem sie nach dem Reiter schnappen.

Wiederum andere Tiere mögen das Gurten nicht. „Diese Pferde sind nicht kitzelig, wie fälschlicherweise oft angenommen wird, sondern die Muskulatur im Bereich des Brustbeins ist womöglich aufgrund eines Rückenleidens verspannt“, erklärt Michaela Wieland.

„Das Pferd kann aber auch Magenschmerzen haben. Gehen Sie diesem Verhalten auf jeden Fall nach.“

Wie geschmeidig bewegt sich Ihr Vierbeiner?

Ob im Freilauf, beim Reiten oder Longieren: Ist der Pferderücken gesund, läuft das Tier frisch, taktrein und schwungvoll vorwärts.

„Die Gliedmaßen können sich nur richtig bewegen, wenn der Rücken locker ist“, sagt Michaela Wieland.

Hat das Pferd Rückenschmerzen, wirkt der Gang steif und mühevoll. Viele Tiere machen Taktfehler, schleifen die Zehen oder stolpern.

Rückengeplagte Pferde wollen oft nicht galoppieren oder springen in den Kreuzgalopp.

Ein weiterer Hinweis auf Schmerzen: Man hat das Gefühl, dass sich Vor- und Hinterhand nicht im Einklang bewegen. Rücken und Bauch sind starr.

Beobachten Sie auch den Schweif. Bei einem Pferd mit einem gesunden Rücken pendelt er locker hin und her. Wird er unnatürlich hoch getragen, ist er eingeklemmt oder schief, ist das ein Alarmsignal.

Beim Longieren:
Abgesehen von den oben aufgezählten Punkten sollten Sie darauf achten, wie sich das Pferd vorwärtsabwärts dehnt. Bei Pferden mit einem gesunden Rücken kommt der Rücken hoch. Ein Pferd mit Rückenschmerzen sackt zwischen den Schultern ab.

Beim Reiten:
Ob der Rücken Ihres Pferds in Ordnung ist oder nicht, zeigt sich oft schon beim Aufsteigen. Ein Pferd mit einem gesunden Rücken bleibt ruhig stehen. Drückt das Pferd den Rücken nach unten, zieht ihn hoch oder rennt los, hat es Schmerzen.

Weitere Checkpunkte: „Ein Pferd mit einem gesunden Rücken kommt mit dem Widerrist hoch“, sagt Wieland. „Und es ist gut zu sitzen.“ Ist das Gegenteil der Fall, geht das Pferd nicht über den Rücken. „Vielleicht hat es Schmerzen“, sagt die Expertin. Weitere Anzeichen für Rückenprobleme: Das Pferd legt sich auf die Hand, rennt unterm Reiter weg, lässt sich schwer stellen sowie biegen. Das Maul ist unruhig oder zugepresst.
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