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CAVALLO-Serie: So setzen Sie Hilfszügel richtig ein

5 Probleme – 5 Lösungen

Haben sich Reiter und Pferd festgefahren, können Hilfszügel die Rettung sein. Doch welcher Zügel ist der richtige für welche Sorge? Teil vier der CAVALLO-Hilfszügelserie zeigt fünf typische Fälle und ihre Lösungen.

Manchmal ist die Ausbildung eines Pferds so schief gelaufen, dass es fast unreitbar ist. Andere Pferde haben Probleme, weil ihnen ihr Exterieur im Wege steht. Wieder anderen jagt schon der Anblick vom Zügel Angst ein. In all diesen Fällen bieten sich bestimmte Hilfszügel an, die beim Lösen der Probleme helfen können. Dass dies funktioniert, bestätigen sogar Kritiker der mechanischen Helfer. Doch welcher der verschiedenen Zügel ist bei welchen Schwierigkeiten sinnvoll? CAVALLO geht fünf typischen Problemen auf den Grund.

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Was tun, wenn Pferde den Rücken wegdrücken

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Rädlein
Das Philippe-Karl-Seil eignet sich besonders für Pferde mit überempfindlichen Mäulern.

Sabine Ellinger, Dressurausbilderuin aus Murrhardt, setzt für solche Härtefälle vorübergehend Dreieckszügel ein. „Sie erleichtern dem verrittenen Pferd die Suche nach der Anlehnung, das Erreichen einer gewissen Dehnungshaltung“, begründet sie.

„Am Dreieckszügel lassen die Pferde den Hals aus der Schulter heraus fallen, stützen sich aufgrund seiner Konstruktion aber auch nicht aufs Gebiss.“ Wichtig: Der auch Wiener Zügel genannte Hilfszügel muss so verschnallt werden, dass die Stirn-Nasen-Linie leicht vor der Senkrechten bleibt und dass der innere Teil auf gebogenen Linien etwas durchhängt.

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Tipps bei schwierigem Exterieur

Andere verkriechen sich hinter dem Zügel. Sibylle Wiemer, FN-Reitlehrerin und Ehrenmitglied der Schule der Légèreté: „Helfen kann ein Chambon, das eine extreme Dehnung fordert.“ Und feste Muskeln lockern kann.

Das Prinzip: Vom Sattelgurt führt eine Lederschlaufe zwischen den Vorderbeinen zu einem nicht-elastischen Seil. Dessen Enden werden an beiden Seiten durch den Ring des Genickstücks geführt, am Kopf herunter zum Trensenring gezogen und dort eingehakt. Der Vorteil: „Pferde merken damit sofort, dass der Druck im Maul und im Genick nachlässt, sobald sie den Hals fallenlassen“, so Sabine Ellinger. „Pferde, die sich einrollen, können die Nase vornehmen, was sie bei anderen Hilfszügeln wie dem Ausbinder nicht können.“ Sibylle Wiemer ergänzt: „Gleichzeitig kann das Pferd seinen Hals weiterhin als Balancierstange verwenden und natürliche Nickbewegungen mit dem Kopf ausführen.“

Worauf Sie dabei achten sollten: „Nicht das Pferd einfach laufen lassen, sondern von hinten aktiv mittreiben. Fordern Sie viele Übergänge, und lassen Sie das Pferd nicht zu tief kommen“, betont Wiemer. Ein Tipp von Sabine Ellinger: „Das Pferd im Roundpen arbeiten, damit es eine seitliche Begrenzung hat. Und mit Kappzaum longieren, damit die Longe nicht im Gebiss eingehängt werden muss.“

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Unkontrolliertes Stürmen

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Wentscher
Oft verwechselt: Dreieckszügel erleichtern Anlehnung.

„Reiter geraten bei solchen Manövern in Seenot und verlieren die Kontrolle über ihre Hand“, erklärt Elke Potucek-Puscha, Ausbilderin aus Karlsruhe. Die kritischen Momente abfangen kann ein Ringmartingal, das als gleichmäßige Begrenzung nach oben wirkt. „Es bringt ein Pferd weich in die Haltung zurück und wirkt nur, wenn es gebraucht wird“, so Potucek-Puscha. „Bleibt das Pferd dagegen in der gewünschten Körperhaltung, hat das Martingal keine Wirkung und ermöglicht dem Pferd die nötige Freiheit. Es unterstützt den Reiter also nur kurz.“

Potucek-Puscha arbeitet auch junge Dressurpferde lieber einmal mit Martingal, als dass sie zum Beispiel zu früh zur Kandare greift: „Bei Pferden mit einem zu starken Unterhals, die sich gerne herauszuheben. Nach ein paar Tagen mit einem leicht verkürzten Martingal hat sich das Problem in der Regel erledigt.“

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Angst vor dem Zügel

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Wiemer
Laufferzügel – so verschnallt – die Aufrichtung.

Hilfszügel, die durchs Gebiss laufen, sind hier tabu. Hier hilft ein nach dem französischen Légèreté-Ausbilder Philippe Karl verschnallter Dreieckszügel. Trainerin Bea Borelle, Karls Ehefrau, beschreibt, wie das System in begründeten Fällen funktioniert: „Ein Kappzaum wird beidseitig mit Karabinern versehen. Hinzu kommt ein Seil, das von einem Ring am Mariahilf-Riemchen oder Longiergurt aus durch die Karabiner zum Gurt oder einem Riemchen zwischen den Vorderbeinen verläuft. Dort wird das Seil verknotet. Ein Knoten an einer Halsseite bestimmt die passende Länge für eine Gangart. Bei schreckhaften, sensiblen oder explosiv reagierenden Pferden verwendet man ein elastisches Seil.“

Eine sanfte Hilfe, die Borelle hin und wieder auch für Rekonvaleszenten empfiehlt. Korrekt verschnallt läuft das Seil bei jeder Bewegung mit, erhält die Mobilität des Halses, ermöglicht Nickbewegungen, und die Pferdenase bleibt vor der Senkrechten. Borelle: „Pferde bekommen eine Idee der gewünschten Position, ohne eingezwängt zu werden oder Gefahr zu laufen, sich zu schaden.“ Das Seil sei daher auch für unerfahrenere Longenführer, aber auch im Reitunterricht begründet: Als kurzfristiger Kompromiss zur Schonung des Pferdemauls.

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Mangelnde Versammlung

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Lenz
Das Martingal begrenzt den Pferdekopf gleichmäßig nach oben, wenn ein Pferd unkontrolliert losschießen möchte.

Für mehr Versammlung sorgen kann der Laufferzügel. Er besteht aus zwei etwa 2,50 Meter langen Lederriemen mit verstellbaren Schnallvorrichtungen. Er kann wie ein Dreieckszügel zwischen den Vorderbeinen verschnallt werden, aber eben auch in Widerristhöhe, um das Pferd zur gewünschten Aufrichtung zu bewegen. Dazu wird der Laufferzügel in Höhe des Buggelenkes am Longiergurt oder am Sattelgurt befestigt, von innen nach außen durch den Trensenring geführt und mit dem anderen Ende auf Höhe des Widerrists am Longiergurt oder Sattel fixiert.

„Das Pferd hat eine deutliche seitliche Führung und wird zu einer höheren Kopfhaltung angeregt“, beschreibt Martin Plewa, Leiter der Westfälischen Reit- und Fahrschule in Münster. Aber: „Diese Verschnallung ist erst dann sinnvoll, wenn das Pferd seinen Rücken bereits hergibt und nun mehr unter den Schwerpunkt treten soll.“ Auch schnallt Plewa die Helfer grundsätzlich erst ein, wenn das Pferd aufgewärmt ist.

Insgesamt haben sich Hilfszügel als Problemlöser bereits bewährt. Allerdings können sie auch Schäden anrichten. Wie sie am häufigsten missbraucht werden, lesen Sie in Teil fünf der CAVALLO-Hilfszügelserie.

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