Teil des

7 Tipps: So lernen Sie, besser zu sitzen

Das Schaukel-Prinzip für einen besseren Sitz

Mit den zwei Phasen beim Schaukel-Prinzip lernen Sie, entspannter zu reiten und besser auszusitzen. Hier erfahren Sie, wie das geht.

Fühlen üben auf dem Stuhl

Um die zwei Phasen der Reitbewegung besser zu verstehen, sollten Sie zunächst ohne Pferd üben. Sie können die Bewegungen, die Sie mit Ihrem Körper beim Reiten ausführen, auf einem Stuhl oder einem Trampolin leichter nachvollziehen.

Übung auf dem Stuhl: Setzen Sie sich locker und gerade auf einen Stuhl. Stellen Sie sich vor, Sie sitzen auf einer Schaukel und möchten Schwung holen. Drücken Sie mit der Lendenpartie gegen die Lehne, indem Sie die Bauchmuskeln anspannen. Dabei rutschen Sie auf den Sitzbeinhöckern leicht nach vorne, als ob Sie die Schaukel anschieben wollen. Danach richten Sie sich in der Lendenpartie wieder auf und spannen die Rückenmuskeln an. Dadurch ziehen Sie Ihre Sitzbeinhöcker wieder nach hinten. So schaukeln Sie wieder zurück. Wiederholen Sie die Übung einige Male. Beachten Sie: Wenn die Bauchmuskeln angespannt werden, müssen die Rückenmuskeln locker sein und umgekehrt.

Die gleiche Bewegung passiert auf Ihrem Pferd, wenn Sie ihm mit Ihrem Körper folgen. Lassen Sie sich einfach bewusst mitnehmen, und zwar völlig entspannt. Aber Achtung: Auf dem Pferd dürfen Sie mit Ihrem Sitz niemals aktiv schieben!

Fühlen üben auf dem Trampolin

Setzen Sie sich mit geradem Rücken auf ein kleines Trampolin. Nun bewegen Sie Ihr Becken vor und zurück, wie Sie es auf dem Stuhl geübt haben. Ihr Oberkörper bleibt dabei gerade und darf sich nicht bewegen. Kommen Sie dabei ins Schwingen? Sicherlich nicht. Nun probieren Sie das Gleiche noch einmal, nehmen aber Ihren Schultergürtel und den Brustkorb mit in die Bewegung hinein. Sie werden spüren, wie Sie nun auf dem Trampolin auf und ab schwingen. Merken Sie sich dieses Gefühl. Denn genauso sitzen Sie auch auf dem Pferd. Sind Sie im Oberkörper fest, können Sie dem Schwung des Pferderückens im Trab nicht folgen. Ihr Körper muss also flexibel sein.

So wird Traben federleicht - Für mehr Balance im Sattel

Nur ein Reiter, der im Gleichgewicht sitzt, ist für sein Pferd kein Störenfried. „Der korrekte Sitz gibt dem Pferd das Gefühl größtmöglicher Freiheit und verleiht im geradezu Flügel“, sagt Joachim Fritz-Albers. „Der Weg dahin ist weit. Doch je mehr wir die Bewegungen unseres Pferds verstehen lernen und je besser wir ihnen mit unserem Körper folgen können, desto mehr gewinnt unser Sitz.“

Eine einfache Übung für die Reiterbalance, die gleichzeitig lockert: beim Leichttraben ein oder zwei Tritte in den Bügeln stehen bleiben. Kein Problem? Dann sind Sie schon ganz gut ausbalanciert!

So wird Traben federleicht - Ans Aussitzen herantasten

Viele Reiter haben Probleme, beim Aussitzen im Trab entspannt im Sattel zu sitzen. Fritz-Albers rät: „Es ist kontraproduktiv, Runde um Runde das Aussitzen zu üben. Dabei verspannen sich Pferd und Reiter. Je fester das Pferd im Rücken wird, desto weniger kann der Reiter es sitzen.“

Eine bessere Methode: Lassen Sie Ihr Pferd aus dem Schritt heraus in einen „Zockel-Trab“ fallen. Nur für ein paar Schritte und nur so lange, wie Sie dabei gut mitschwingen können. Wiederholen Sie das einige Male. Über den langsamen, schwunglosen Trab können Sie sich so nach und nach ans Aussitzen herantasten, ohne dabei zu verspannen.

So wird Traben federleicht - Tritt für Tritt wird’s leichter

Wenn Sie schwungvoll traben, traben Sie anfangs leicht. Bleiben Sie ab und zu einen Tritt länger im Sattel sitzen. „Das Gefühl, das Sie beim Umsitzen im Leichttraben haben, nutzen Sie dann, um weitere Tritte auszusitzen“, so Fritz-Albers. Sobald Sie spüren, dass Sie sich verspannen, parieren Sie durch zum Schritt. Beim Aussitzen rufen Sie sich die zwei Phasen, die Sie im Schritt gefühlt haben, ins Gedächtnis. Ihre Bewegungen beim Aussitzen im Trab sind die gleichen wie im Schritt. Lediglich der Rhythmus ist schneller und die Schwingungen größer. Wenn Sie sich dies bewusst machen, können Sie den Rückenbewegungen Ihres Pferds leichter folgen.

Den Zwei-Phasen-Sitz effektiv nutzen

Wenn Sie die zwei Phasen der Reitbewegung verinnerlicht haben, können Sie dieses Gefühl in Verbindung mit dem Bild vom Schaukeln, das Sie in Ihrem Kopf haben, immer abrufen. Warum sollten Sie das tun?

„Weil es Sie wieder mit Ihrem Pferd zusammenbringt“, erklärt Joachim Fritz-Albers. Ihr Ziel: Ihre Wirbelsäule und die Ihres Pferds schwingen synchron. So können Sie sich im Einklang mit Ihrem Pferd bewegen. Kommen beim Reiten Spannungen auf, können Sie den Zwei-Phasen-Sitz nutzen, um diese wieder abzubauen. Hat zum Beispiel eine Lektion nicht geklappt, lassen Sie Ihr Pferd Schritt gehen, bevor Sie weitermachen. Fühlen Sie dabei bewusst die zwei Bewegungsphasen. So können Sie und Ihr Pferd sich wieder aufeinander einlassen.

Überprüfen Sie Ihren Sitz

Sie haben das Gefühl, Sie können Runde um Runde entspannt aussitzen? Ob auch Ihr Pferd mit Ihrem Sitz zufrieden ist, überprüfen Sie ganz leicht: Lassen Sie beim Aussitzen im Trab die Zügel aus der Hand kauen.

Folgt Ihr Pferd willig Ihrer Hand und dehnt sich an den Zügel heran? Dann sitzen Sie genau in dem Bewegungsablauf, den der Zwei-Phasen-Sitz beschreibt.

Hebt sich Ihr Pferd jedoch heraus, sodass Sie die Anlehnung verlieren, haben Sie es in diesem Moment gestört. Vermutlich fehlt Ihnen dann das letzte Quäntchen Losgelassenheit. Das kann passieren und ist vielleicht auch tagesformabhängig. „Wichtig ist, dass Sie immer einen Schritt zurückgehen, um wieder loslassen zu können“, so Fritz-Albers. Und das geht am besten im Schritt – mit dem Fühlen der zwei Phasen.

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