CAV Senkrücken Rücken Training Rädlein
CAV Senkrücken Rücken Training Galopp 4 Bilder

Trainings-Tipps für Pferde mit Senkrücken

So stärken Sie den Rücken Ihres Pferds

Hängt Ihr Pferd in der Mitte durch? Dann sollte es flink zur Rückenschule. Selbst Härtefälle haben mit den CAVALLO Profi-Tipps eine Chance.

Ein gesunder Pferderücken schwingt und trägt. Hängt er durch, schwinden seine Kräfte, da der gesunde Spannungsbogen von der Hinterhand über den Rücken bis zum Hals und Genick fehlt. Optisch und statisch gleicht der Rücken dann einer Hängebrücke, die sprichwörtlich in den Seilen hängt: Schlappen Muskeln, die den Pferderumpf mehr schlecht als recht halten. Wir schauen uns an, wie die Rückenkuhle entsteht und im besten Fall auch wieder verschwindet.

So entsteht das Hohlkreuz

Ein Senkrücken wird von zwei Faktoren beeinflusst: Anatomie und Nutzung. „Eine feste Rücken-Lendenbinde verhindert beispielsweise, dass ein Pferd tragfähige Rückenmuskeln aufbauen kann“, erklärt Barbara Welter-Böller, Pferde-Osteopathin aus
Overath (NRW). Die Rücken-Lendenbinde (Faszia thorakolumbalis) ist eine große Faszie, Bindegewebe also, das Haut und Muskeln
zusammenhält. Sie liegt direkt unter dem Fell und überdeckt den langen Rückenmuskel, der wiederum Sattel und Reiter trägt.

Drückt oder reibt der Sattel an dieser Stelle, weil er entweder nicht passt oder das Pferd in einer falschen Haltung geht, zieht sich die Faszie zusammen und der Rücken sinkt ab. Die Dornfortsätze rücken zusammen, im Extrem berühren sie sich sogar (Kissing Spines). Die Folge: Das Pferd blockiert beim Reiten in Rücken und Schulter und tritt mit der Hinterhand nicht mehr unter den Schwerpunkt.

Zuchtstuten, die viele Fohlen gebären und parallel wenig trainiert werden, neigen ebenfalls zum Senkrücken: Das Gewicht des
Embryos zieht den Pferderumpf nach unten. Fehlen Bauchmuskeln, die dagegenhalten, geht‘s abwärts mit dem Rücken. Auch alte
Pferde bauen schnell Rückenmuskeln ab, sobald sie kaum noch arbeiten.

So bringen Sie den Rücken in Schwung

Ein Senkrücken kann zudem erblich bedingt sein – etwa bei Pferden, die von Hause aus wenig Faszienspannung mitbringen. Kommt ein hoch aufgesetzter Hals hinzu, ist der Senkrücken nahezu vorprogrammiert. Pferderassen wie Friesen, Lipizzaner und Iberer sind deshalb häufig betroffen. „Solche Rassen sind mobiler und somit weniger stabil“, erklärt Barbara Welter-Böller.

Andere Rassen sind genetisch besser aufgestellt. Warmblüter etwa haben meist sehr tragfähige, stabile Rücken. „Sie besitzen eine hohe Faszienspannung“, erklärt Barbara Welter-Böller. Auch robuste Rassen wie Haflinger oder Norweger neigen selten zum Hohlkreuz.

Freilich kann sich der Pferderücken auch bei Rassen mit guten genetischen Voraussetzungen absenken. Der Knackpunkt: Falsches Training. Arbeitet das Pferd beim Reiten beispielsweise zu stark mit der Unterhalsmuskulatur, blockiert es automatisch im Rücken.

Was hilft gegen den Senkrücken?

Ob und wie stark ein Senkrücken belastbar ist, müssen Tierärzte und Pferdephysiothearpeuten entscheiden. Senkrücken, die
bereits lange bestehen, sind nur schwer trainierbar. Weil die Faszien in der Rückenkuhle meistens schon zu sehr verklebt sind, wird der Rücken irgendwann komplett steif und das Pferd unreitbar.

Entscheidend für eine gute Rückenschule ist eine entspannte Rücken-Lendenbinde sowie kräftige aber mobile Bauch- und Rückenmuskeln. Daher helfen Pferden mit Hohlkreuz alle Übungen, die Bauch und Rücken stärken. Weil ein Senkrücken zudem schwer schwingt, hilft alles, was den Rücken aufwölbt und die Oberlinie dehnt. Lesen Sie auf der folgenden Doppelseite, welche Lektionen wieder Schwung in den Rücken bringen – am Boden und unterm Sattel.

Sattel in der Senke

CAV Sattel Rücken Senkrücken
Rädlein
Tipps für Pferde mit Senkrücken.

Bei Pferden mit einem Senkrücken liegt der Schwerpunkt des Sattels oft zu weit hinten. Ist der Hals zusätzlich hoch angesetzt, kann der Sattler den Sattel vorne nicht tiefer formen da der Sattel sonst auf den Widerrist drückt. Oft müssen Experten bei solchen Pferden den Sattel im hinteren Bereich aufpolstern, um den Schwerpunkt korrekt zu platzieren. Die Polster selbst sollten bei Pferden mit Senkrücken eher weich sein als hart, dadurch kann das Pferd unterm Sattel den Rücken leichter aufwölben.

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